T-Zellen, Blut

T-Zellen im Blut: Granzym-B-Dominanz hängt mit höherem Sterberisiko zusammen

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verknüpfen Granzym-B-dominierte Immunzellmuster mit schlechteren Gesundheitsverläufen; ein Bluttest ist noch ein langfristiges Entwicklungsziel.

Granzym-Muster im Blut stehen mit Alterung und Krankheiten in Verbindung
Abstrakte, mikroskopische Darstellung biologischer Zellstrukturen in einer klinischen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Zusammensetzung des Immunsystems verändert sich im Laufe des Lebens und liefert Hinweise auf den individuellen Alterungsprozess. Eine im Fachjournal Immunity vorgestellte Untersuchung von Forschungsteams der WashU Medicine, des Nationwide Children's Hospital und des King's College London analysiert, wie bestimmte Untergruppen von T-Zellen mit langfristigen Gesundheitsverläufen und chronischen Erkrankungen zusammenhängen.

Granzym-Verhältnis als Indikator für den Alterungsprozess

Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit steht das Verhältnis von Granzym-B- zu Granzym-K-produzierenden CD8-T-Gedächtniszellen. Für die grundlegende Auswertung untersuchten die Wissenschaftler aus St. Louis, Ohio und London rund 12,4 Millionen Immunzellen aus dem Blut von 2.609 überwiegend gesunden Erwachsenen im Alter von 20 bis über 90 Jahren, die aus acht Kohorten in Nordamerika, Großbritannien, Asien und Australien stammten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit einem höheren Anteil an Granzym-K-produzierenden Gedächtniszellen tendenziell gesünder altern. Ein Überwiegen von Granzym B geht dagegen mit ungünstigeren Entwicklungen einher.

In einer Analyse von Immunzellen von über 2.600 Personen zwischen 18 und 97 Jahren erwies sich ein niedrigeres Verhältnis von Granzym K zu Granzym B als assoziiert mit Autoimmun- oder chronischen Immunkrankheiten. Anhand einer weiteren Auswertung von Immunzellen und Blutproteinen bei 329 Personen identifizierte das Forschungsteam zudem eine spezifische Proteinsignatur für Granzym-B-Zellen.

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Daten der UK Biobank belegen Zusammenhänge mit Vorerkrankungen

Um die langfristige Bedeutung der Zellmuster zu überprüfen, griffen die Forschenden auf den Datensatz der UK Biobank zurück, der 500.000 Teilnehmer im Alter von 40 bis 69 Jahren über einen Nachverfolgungszeitraum von bis zu 15 Jahren umfasst.

Da direkte Zählungen der CD8-T-Zellen in diesem Datensatz fehlten, wurden sie durch ein Computermodell auf Basis eines kleineren Datensatzes ergänzt und auf die Baseline-Blutproteine von rund 50.000 Teilnehmern angewendet.

Die Modellierung zeigte deutliche Muster: Personen mit einer Dominanz von Granzym B wiesen nach zehn Jahren ein höheres Sterberisiko auf und litten häufiger unter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Lebererkrankungen und Nierenversagen.

Bei rund 48.000 Teilnehmenden der UK Biobank, für die hohe Granzym-B-Werte prognostiziert wurden, dokumentierten die Forschenden schlechtere Gesundheitsergebnisse sowie ein erhöhtes Sterberisiko über einen Zeitraum von bis zu 17 Jahren.

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Diagnostische Perspektiven und wissenschaftliche Grenzen

Langfristiges Ziel der beteiligten Institutionen ist die Entwicklung eines einfachen Bluttests, der sich mit gängigen Standardgeräten durchführen lässt. Dennoch warnen die Wissenschaftler vor voreiligen Schlüssen. Der Forscher Artyomov betonte im Rahmen der Veröffentlichung, dass der nachgewiesene Zusammenhang keine Kausalität belege.

Zudem seien Granzym-K-Zellen von Mäusen und Menschen biologisch nicht direkt vergleichbar. Die Autoren stellen zudem klar, dass die Methode keinen zuverlässigen Test darstelle, um die persönliche Lebensdauer eines einzelnen Menschen vorherzusagen.

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