Taiwan, KI-Kennzeichnung

Taiwan plant KI-Kennzeichnung: Drei Stufen sollen Plattformen in die Pflicht nehmen

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 10:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
MODA fordert sichtbare KI-Hinweise und Meldewege; Google kommt laut Behörde schneller voran als Meta.
Moderne Büroarchitektur in Taipeh in der Abenddämmerung ohne sichtbare Schriftzeichen oder Personen. Illustration mit AI erstellt.

Taiwans Digitalministerium drängt führende Online-Plattformen zur Einführung eines dreistufigen Systems zur Kennzeichnung von Inhalten, die durch künstliche Intelligenz erzeugt wurden. Das Ministerium für digitale Angelegenheiten (MODA) hat am 25. Oktober 2026 einen entsprechenden Mechanismus vorgeschlagen, der insbesondere Anbieter wie Meta und Google in die Pflicht nimmt, KI-generierte Medien für Nutzer deutlicher sichtbar zu machen.

Das vom Ministerium konzipierte Modell basiert auf drei aufeinander aufbauenden Kontroll- und Transparenzschritten. In der ersten Stufe sind die Ersteller von Inhalten gefordert: Sie müssen künftig beim Hochladen von Beiträgen über eine Auswahlbox eigenständig bestätigen, ob künstliche Intelligenz bei der Erstellung zum Einsatz kam.

Die zweite Stufe überträgt die Verantwortung auf die Plattformbetreiber. Erkennen deren Systeme entsprechende technische Signale oder Metadaten, ohne dass die Urheber eine entsprechende Kennzeichnung vorgenommen haben, sollen die Plattformen die Inhalte automatisch mit einem KI-Hinweis versehen.

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Als dritte Stufe sieht das Konzept spezifische Meldewege vor. Über diese Kanäle sollen sowohl Regierungsstellen als auch reguläre Nutzer nicht gekennzeichnete KI-Inhalte direkt an die Plattformen melden können, um nachträgliche Prüfungen einzuleiten.

Forderung nach auffälligeren Hinweisen und Stand der Umsetzung

Neben dem Prüfraster verlangt das Digitalministerium auch eine veränderte visuelle Darstellung der Hinweise. Bisherige Platzierungen seien oft unzureichend wahrnehmbar. So fordert MODA beispielsweise für die Videoplattform YouTube, entsprechende KI-Hinweise direkt unter dem jeweiligen Video und nicht erst im ausklappbaren Beschreibungsfeld anzuzeigen.

Dem Vorstoß ging nach Angaben von Tsai Shou-chuan, dem Direktor der Abteilung für Digitalstrategie im Ministerium, eine einjährige Diskussionsphase voraus. In dieser Zeit habe sich die Behörde intensiv mit Vertretern von Meta, Google und dem Messenger-Dienst Line sowie Branchenverbänden und Fachleuten ausgetauscht.

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Die Plattformbetreiber befinden sich nach Behördenangaben in unterschiedlichen Stadien der Implementierung. Während Google laut MODA schnelle Fortschritte bei der Umsetzung der geforderten Maßnahmen erzielt, nimmt der Social-Media-Konzern Meta derzeit noch technische Anpassungen an seinen Systemen vor.

Beim Kommunikationsdienst Line ist die Kennzeichnungspflicht vorerst ausschließlich für öffentlich zugängliche Inhalte vorgesehen, nicht für private Nachrichten.

Sollte es im Zusammenhang mit manipulierten oder unmarkierten KI-Inhalten zu Betrugsfällen oder rechtlichen Verstößen kommen, übernimmt das Digitalministerium die Koordinierung der Gegenmaßnahmen in direkter Abstimmung mit den jeweiligen Plattformbetreibern.

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