Tandem Health: KI-Assistent lÀuft bereits in mehr als 10.000 Einrichtungen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Telekom baut ihr Engagement im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung aus. Am 28. Oktober 2026 beteiligte sich der Konzern ĂŒber seinen Investmentarm T.Capital an der Series-B-Finanzierungsrunde des schwedischen Unternehmens Tandem Health. Der europĂ€ische Entwickler hat sich auf kĂŒnstliche Intelligenz zur Entlastung des medizinischen Personals im Klinik- und Praxisalltag spezialisiert.
Tandem Health bietet einen KI-Assistenten an, der die klinische Dokumentation, die Kodierung von Diagnosen und Behandlungen sowie die Ă€rztliche EntscheidungsunterstĂŒtzung in einer einzigen Anwendung bĂŒndelt. Das System soll FachkrĂ€fte von zeitaufwendigen Routineaufgaben entlasten und AblĂ€ufe in medizinischen Einrichtungen beschleunigen.
Automatisierte Erfassung und regulatorische Zulassung
Im Arbeitsalltag erfasst die Software PatientengesprĂ€che wahlweise ĂŒber Laptops, iPads oder externe Mikrofone. Die gesprochenen Inhalte werden automatisch transkribiert, woraus das System eigenstĂ€ndig strukturierte Notizen sowie klinische Dokumente generiert.
DarĂŒber hinaus fungiert die Anwendung als Informationsquelle im Behandlungsverlauf: Auf Grundlage relevanter medizinischer Leitlinien sowie der individuellen Patientenhistorie beantwortet der Assistent spezifische RĂŒckfragen von Ărztinnen und Ărzten direkt wĂ€hrend der Konsultation.
Der Einsatz von KI im Gesundheitswesen erfordert eine prĂ€zise Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen und Fristen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Ăberblick ĂŒber alle Anforderungen der EU-KI-Verordnung fĂŒr Unternehmen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Ein zentraler Faktor fĂŒr den Einsatz in Kliniken ist die regulatorische Einstufung: Der Assistent von Tandem Health ist als Medizinprodukt der Klasse IIa nach der europĂ€ischen Medizinprodukteverordnung zertifiziert. Diese Einordnung belegt die ErfĂŒllung strenger Anforderungen an Sicherheit und klinische LeistungsfĂ€higkeit im europĂ€ischen Raum.
Partnerschaft mit T-Systems und internationale Reichweite
Nach Unternehmensangaben findet die Technologie bereits eine breite Anwendung im europÀischen Gesundheitssektor. Der Assistent kommt demnach in mehr als 10.000 Gesundheitseinrichtungen in 14 europÀischen LÀndern zum Einsatz, darunter auch in Deutschland.
FĂŒr eine nahtlose Einbindung in bestehende Praxis- und Klinikstrukturen sorgt die KompatibilitĂ€t mit der IT-Infrastruktur: Die Software ist laut Tandem Health bereits in rund 130 Systeme fĂŒr elektronische Patientenakten integriert.
Wer KI-Systeme in professionelle ArbeitsablĂ€ufe integriert, muss die damit verbundenen Risikoklassen und Dokumentationspflichten genau kennen. Ein kostenloser Report klĂ€rt auf, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche jetzt konkret tun mĂŒssen. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen
Im Rahmen der nun geschlossenen Partnerschaft soll auch die operative Infrastruktur des Bonner Telekommunikationskonzerns eine wichtige Rolle spielen. Den Berichten zufolge bringt die Konzerntochter T-Systems ihre bestehenden Beziehungen zu KrankenhĂ€usern in die Kooperation ein, um den Vertrieb und die Implementierung der Lösung weiter zu unterstĂŒtzen.
Die strategische Zielsetzung des schwedischen Unternehmens reicht weit ĂŒber reine Zeiteinsparungen hinaus. Tandem-Health-Chef Lukas Saari erklĂ€rte, man wolle FachkrĂ€ften im Gesundheitswesen rechnerisch eine Milliarde Arbeitsstunden zurĂŒckgeben. Langfristig strebe das Unternehmen an, mit seiner Plattform das zentrale Betriebssystem fĂŒr Kliniken im Zeitalter der kĂŒnstlichen Intelligenz zu etablieren.
