Tankstellen-Betrug, Manipulierte

Tankstellen-Betrug: Manipulierte Kartenleser gefÀhrden Bezahldaten

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Manipulierte Kartenleser und QR-Codes bedrohen mobile Bezahldaten. Polizei meldet SchĂ€den im fĂŒnfstelligen Bereich und rĂ€t zur Vorsicht.

Betrugswelle an Tankstellen: Skimming und Quishing nehmen zu
Ein KartenlesegerĂ€t an einer ZapfsĂ€ule bei DĂ€mmerung, das auf Anzeichen von Manipulationen geprĂŒft wird. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

VerbraucherschĂŒtzer und Sicherheitsexperten warnen aktuell vor einer Zunahme von Betrugsversuchen an Tankstellen. Im Fokus stehen dabei insbesondere manipulierte Kartenleser und Zahlungsterminals, die eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr mobile Bezahldaten darstellen. Autofahrer werden dazu aufgerufen, die GerĂ€te vor der Nutzung genau auf VerĂ€nderungen zu prĂŒfen.

Neue Betrugsmaschen durch Skimming und Quishing

Die Maschen der Kriminellen werden dabei immer vielfĂ€ltiger. Neben dem klassischen Skimming, bei dem physische Manipulationen an KartenlesegerĂ€ten vorgenommen werden, kommen zunehmend manipulierte QR-Codes zum Einsatz. Dieses als „Quishing“ bekannte Verfahren zielt darauf ab, Nutzer auf gefĂ€lschte Internetseiten zu locken. Experten raten dazu, beim kontaktlosen Bezahlen besondere Vorsicht walten zu lassen und verdĂ€chtige Vorrichtungen umgehend dem Tankstellenpersonal oder der Polizei zu melden.

Das PolizeiprĂ€sidium Freiburg berichtete in diesem Zusammenhang kĂŒrzlich von Schadenssummen im Bereich mehrerer zehntausend Euro durch derartige QR-Code-Manipulationen. Dabei fĂŒhren die Codes die Opfer auf gefĂ€lschte Bankseiten, um sensible Zugangsdaten abzugreifen. Es wird empfohlen, URLs stets genau zu kontrollieren oder fĂŒr Zahlungen die offiziellen Apps der Anbieter direkt zu nutzen.

Bundesweite Warnungen vor gefÀlschten Bankkontakten

Die Bedrohung durch manipulierte QR-Codes beschrĂ€nkt sich jedoch nicht nur auf den Bereich der Tankstellen. Das PolizeiprĂ€sidium SĂŒdosthessen sowie die Polizei im Landkreis Offenbach warnen vor tĂ€uschend echt wirkenden Bankbriefen. In diesen Schreiben werden Kunden unter dem Vorwand einer notwendigen Verifizierung des Online-Bankings dazu aufgefordert, QR-Codes zu scannen. Diese fĂŒhren auf tĂ€uschend echte Login-Seiten, ĂŒber die Kriminelle bereits in EinzelfĂ€llen Zahlungen autorisieren konnten. Flankiert werden diese Angriffe teilweise durch Anrufe falscher Sicherheitsmitarbeiter.

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Auch im digitalen Raum nimmt der Druck zu. Aktuell wird vor einer Phishing-Welle gewarnt, die sich gezielt gegen Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken richtet. E-Mails mit dem Betreff einer erforderlichen Aktualisierung fĂŒr die VR-SecureGo-App fordern Nutzer zur Dateneingabe auf. Bankinstitute betonen in diesem Kontext, dass sie grundsĂ€tzlich keine sensiblen Daten per E-Mail anfordern.

Internationaler Kontext und statistische Trends

Untersuchungen der Organisation Which? zeigen die Ausmaße von autorisiertem Zahlungsbetrug auch im internationalen Vergleich. Der Financial Ombudsman Service (FOS) erhielt im Jahr 2025 insgesamt 3.653 Beschwerden ĂŒber autorisierte Kartenzahlungen. In der Statistik fĂŒhrte das Institut Revolut mit 912 FĂ€llen, wĂ€hrend Monzo mit 38 Prozent die höchste Aufrechterhaltungsrate verzeichnete.

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Analysen des Sicherheitsunternehmens Zscaler belegen zudem eine Verschiebung der Angriffsmuster. WĂ€hrend das allgemeine Phishing-Volumen um 33,4 Prozent sank, ist ein gezielter Anstieg bei bestimmten Themengebieten zu beobachten. So stieg das Phishing-Aufkommen im Umfeld der Weltmeisterschaft seit Ende April um das 22-fache an. Am 22. Juni war statistisch gesehen eine von 161 E-Mails von Betrugsversuchen betroffen.

Lokale VorfÀlle an Tankstellen erhöhen den Druck

Neben technologisch komplexen Betrugsversuchen verzeichnet die Polizei weiterhin klassische Delikte an Tankstellen. In Umpferstedt im Weimarer Land wurde in den vergangenen Tagen mehrfach versucht, mit gefĂ€lschten 100-Euro-Scheinen zu bezahlen. Die Mitarbeiter erkannten die FĂ€lschungen jedoch und die Polizei konnte die Scheine sicherstellen. In Leutershausen wurde zudem ein Fall von versuchtem Betrug aktenkundig, bei dem ein 24-JĂ€hriger eine Notlage vortĂ€uschte, um Diesel im Wert von etwa 23 Euro zu erhalten, ohne dafĂŒr bezahlen zu können.

Angesichts dieser Entwicklungen gewinnt das bargeldlose Bezahlen weiter an Bedeutung, bringt jedoch neue Sicherheitsanforderungen mit sich. So stellen etwa die Augsburger Panther ihren Stadionbetrieb ab Mitte August vollstĂ€ndig auf bargeldlose Zahlungen um, wobei bereits zuvor ĂŒber 80 Prozent der EinkĂ€ufe digital abgewickelt wurden. Experten betonen, dass die Sicherheit dieser Systeme maßgeblich von der Wachsamkeit der Nutzer und der IntegritĂ€t der Hardware vor Ort abhĂ€ngt.

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