TCAR-Verfahren: Klinikum Wolfsburg setzt auf neue Schlaganfallvorsorge
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Klinikum Wolfsburg erweitert sein medizinisches Spektrum in der Gefäßmedizin und setzt zur gezielten Schlaganfallvorsorge auf ein innovatives Behandlungsverfahren.
Bei Patienten mit einer Verengung der Halsschlagader, einer sogenannten Karotisstenose, kommt künftig das TCAR-Verfahren (Trans Carotid Artery Revascularization) zum Einsatz. Der minimalinvasive Eingriff zielt darauf ab, drohende Gefäßverschlüsse zu verhindern und das Schlaganfallrisiko für betroffene Personen deutlich zu senken.
Bei dieser Methode wird ein Stent über einen kleinen Schnitt knapp oberhalb des Schlüsselbeins platziert, um die verengte Halsschlagader dauerhaft offenzuhalten und die Durchblutung des Gehirns zu sichern. Das zentrale Merkmal der Technologie liegt in einem integrierten Flussumkehr-System: Während des Eingriffs wird der Blutfluss temporär umgeleitet, sodass sich eventuell lösende Gewebepartikel oder Blutgerinnsel gezielt vom Gehirn weggeführt werden.
Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass Gefäßablagerungen in kleinere Hirnarterien geschwemmt werden und während der Prozedur einen Schlaganfall auslösen.
Verengte Halsschlagadern als relevanter Risikofaktor
Wer sich mit der Vorsorge gegen Gefäßverschlüsse befasst, sollte auch die langfristige geistige Fitness im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Alltagsübungen, mit denen Sie Ihr Gehirn fit halten und Demenz gezielt vorbeugen können. 11 Alltagsübungen zur Gehirn-Fitness kostenlos entdecken
Die Verengung der Halsschlagader stellt eine der wesentlichen Ursachen für schwere zerebrovaskuläre Ereignisse dar. Nach Angaben des Klinikums Wolfsburg ist eine Karotisstenose für etwa jeden sechsten Schlaganfall verantwortlich. In Deutschland betrifft dies schätzungsweise rund 30.000 Fälle pro Jahr.
Bilden sich an den verengten Stellen Blutgerinnsel oder lösen sich Teile von Gefäßplaques, können sie die Sauerstoffversorgung des Gehirns schlagartig unterbrechen. Die rechtzeitige Diagnose und therapeutische Stabilisierung der Gefäße gilt daher als entscheidender Baustein in der Präventivmedizin.
Schonende Option bei erhöhtem Operationsrisiko
Traditionell wird eine ausgeprägte Karotisstenose häufig im Rahmen einer offenen Operation saniert. Das TCAR-Verfahren fungiert hierbei als Alternative für Betroffene, die ein erhöhtes Operationsrisiko aufweisen, beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen oder anatomischen Besonderheiten.
Neben der Gefäßgesundheit spielt auch die mentale Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle für die Lebensqualität im Alter. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie mit einfachen Methoden und gezielten Tipps Ihre Konzentration und Ihr Gedächtnis nachhaltig stärken. Kostenlosen Ratgeber für mentale Fitness hier anfordern
Ein weiterer Vorteil des schonenden Zugangs besteht darin, dass der Eingriff oftmals ohne eine Vollnarkose durchgeführt werden kann. Dies schont das Herz-Kreislauf-System der Patienten und ermöglicht eine zügige postoperative Mobilisation.
Im internationalen Vergleich hat sich die Methode bereits etabliert. In den USA werden mittlerweile mehr als 30 Prozent der Carotis-Stentbehandlungen unter Anwendung des TCAR-Verfahrens realisiert.
Regionale Bedeutung und zertifizierte Versorgungsqualität
Mit der Implementierung des Verfahrens stärkt das Klinikum Wolfsburg die gefäßchirurgische Versorgung in der Region. Die Gefäßchirurgie des Hauses wurde kürzlich erneut von der RAL-Gütegemeinschaft zertifiziert.
Das Klinikum Wolfsburg verfügt damit über die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Südostniedersachsen, die ein solches Gütesiegel vorweisen kann. Die Kombination aus etablierter Behandlungsqualität und neuen schonenden Techniken soll insbesondere älteren und multimorbiden Menschen einen verbesserten Schutz vor den Folgen von Gefäßerkrankungen bieten.
