TCM-Akupressur: Fengchi und Jianjing bei Nacken- und Schulterverspannungen
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Anleitungen und Fachratgeber erläutern spezifische Massagetechniken und Akupressurpunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Linderung alltäglicher Beschwerden. Im Mittelpunkt stehen dabei Methoden gegen Schulter- und Nackenverspannungen, Verdauungsprobleme sowie Schlafstörungen.
Fachleute betonen jedoch einheitlich, dass Massagen und Akupressur als begleitende Alltagspflege zu verstehen sind und bei anhaltenden Schmerzen oder ernsten Erkrankungen keinen Arztbesuch ersetzen.
Gezielte Punkte gegen Schulter- und Nackenschmerzen
Häufiges Sitzen und Bildschirmarbeit belasten Muskulatur und Wirbelsäule. Zur Selbsthilfe im Nacken- und Schulterbereich verweisen Ratgeber auf klassische Reizpunkte.
Dazu gehört der Punkt Fengchi am Hinterkopf nahe dem Haaransatz, der mit leichtem Daumendruck aufwärts stimuliert werden kann, sowie Jianjing in der Mitte zwischen dem siebten Halswirbel und dem Schulterrand. Ergänzend werden Punkte wie Bingfeng, Jianyu und Jianliao sowie eine mehrminütige Lockerung des Trapeziusmuskels beschrieben.
Bei Nackenproblemen infolge von Büroarbeit werden zudem die Punkte Zhongzhu auf dem Handrücken zwischen dem vierten und fünften Finger sowie Shousanli am Unterarm genannt.
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Neben der manuellen Reizung wird auf ergonomische Prävention verwiesen: Empfohlen werden eine aufrechte Sitzhaltung im 90-Grad-Winkel, ein Armwinkel zwischen 70 und 135 Grad, regelmäßige stündliche Pausen von fünf bis zehn Minuten sowie eine Platzierung des Bildschirms leicht unterhalb der Augenhöhe.
Aufgrund der empfindlichen Nerven und Blutgefäße im Nackenbereich gilt der Grundsatz, bei stechendem Schmerz die Anwendung sofort abzubrechen. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Schwangerschaft, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Hautschäden geboten. Unmittelbar nach einer Nackenmassage sollte für zwei bis vier Stunden auf Sport verzichtet und der Bereich warm gehalten werden.
Unterstützung bei Verdauungsproblemen und Schlafstörungen
Bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl setzen Ratgeber auf eine sanfte Bauchmassage mit kreisenden Bewegungen sowie die Reizung spezifischer Leitpunkte. Dazu zählen Fuzheng oberhalb des Nabels, Tianshu seitlich des Bauchnabels, Zusanli unterhalb des Knies an der Schienbeinkante sowie Neiguan am inneren Unterarm.
Diese Punkte sollen über fünf bis zehn Minuten täglich mit leichtem Druck behandelt werden, flankiert von ballaststoff- und fettarmer Kost, langsamer Nahrungsaufnahme und ausreichender Flüssigkeitszufuhr.
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Bei Schlafstörungen und innerer Unruhe wird ein besonders sanfter Ansatz verfolgt. Schlechter Schlaf wird häufig auf eine Übererregung des vegetativen Nervensystems sowie auf muskuläre und fasziale Spannungen zurückgeführt.
Statt kräftiger Griffe empfiehlt sich hier eine minimale Druckausübung im Bereich weniger Gramm auf Faszien und Nervenbahnen. Ergänzend können Punkte wie Zhaohai am Innenknöchel oder Punkte an der Fußsohle erwärmt oder behutsam gedrückt werden.
Grenzen und Sicherheitsregeln traditioneller Methoden
Neben Akupressur und der chinesischen Massagetherapie Tui Na kommen in der traditionellen Praxis auch Methoden wie Moxibustion oder Gua Sha zum Einsatz. Grundsätzlich gilt: Massagen an Nacken, Schulter und Rücken dürfen ausschließlich auf der Muskulatur und nicht direkt auf der Wirbelsäule ausgeführt werden.
Ruckartige Drehbewegungen sind zu vermeiden. Bei akuten Schwellungen, Frakturen, frischen Verletzungen oder Taubheitsgefühlen ist vor jeder manuellen Eigentherapie zwingend eine ärztliche Abklärung erforderlich.
