TCM-Experten, Durchfall

TCM-Experten warnen: Durchfall nicht nur mit Hausmitteln behandeln

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 14:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas TCM-Behörde rät bei Durchfall zu medizinischer Flüssigkeitszufuhr und warnt Risikogruppen vor Kälteanpassung und Kräftigungsnahrung.

Chinas TCM-Behörde warnt vor Irrtümern bei Durchfall und Herbstkuren
Eine Schale mit einfachem Reisbrei auf einem dunklen Holztisch in einer schlichten Küche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 17. September 2026 hat die staatliche Verwaltung für traditionelle chinesische Medizin Chinas (????????) detaillierte Richtlinien zum Umgang mit herbsttypischen Erkrankungen veröffentlicht. Im Zentrum der Warnungen stehen weit verbreitete Irrtümer bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen sowie Fehlinterpretationen traditioneller Praktiken zur Gesundheitsvorsorge in der Übergangszeit.

Grenzen diätetischer Maßnahmen bei Durchfall

Die Experten der Fachbehörde wiesen darauf hin, dass herbstliche Durchfallerkrankungen nicht ausschließlich mit Hausmitteln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder reinen Wärmeanwendungen therapiert werden sollten.

Ein häufiger Fehler bestehe darin, den Durchfall lediglich durch Diätetik und Wärme stoppen zu wollen. Die Behörde stellte klar, dass populäre Lebensmittel wie gerösteter Reisbrei (???) oder Yamswurzel- und Jobstränen-Klebrei (?????) keine medizinisch notwendige Flüssigkeitszufuhr ersetzen können.

Unterstützend erläuterte der Direktor der Abteilung für Magen-Darm-Erkrankungen am Wangjing-Krankenhaus der Chinesischen Akademie der traditionellen chinesischen Medizin, dass die primäre Aufgabe bei der Behandlung von Durchfall die Verhinderung einer Dehydratation sei. Dies habe Vorrang vor der alleinigen Anwendung von Hausmitteln oder Wärme. Patienten, die ausschließlich auf solche Methoden setzen, gefährden demnach ihre Genesung.

Medizinische Rehydration und fachlicher Rat

Für eine effektive Behandlung empfiehlt der Klinikdirektor die Verwendung von oralem Rehydrationssalz (ORS), das jedoch streng nach Anweisung von medizinischem Fachpersonal oder Apothekern eingenommen werden sollte.

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Zwar könne eine selbstgemachte Zucker-Salz-Lösung aus 2000 ml Wasser, 2 g Salz und einer geringen Menge Zucker als Überbrückung dienen, diese sei jedoch kein vollwertiger Ersatz für medizinisches ORS. Bei einer Verschlimmerung der Symptome sei die Konsultation eines Arztes zwingend erforderlich.

Risiken durch „Herbstkälte“ und „Herbstfett“

Über die akute Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden hinaus korrigierte die staatliche Verwaltung für traditionelle chinesische Medizin weitere gesundheitliche Mythen. Das Konzept der „Herbstkälte“ (??), das eine langsame Anpassung an sinkende Temperaturen vorsieht, bedeute keinesfalls, sich bewusst der Kälte auszusetzen.

Insbesondere für Herz-Kreislauf-Patienten, Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sowie für Kinder und ältere Menschen sei diese Praxis ungeeignet. Als besonders gefährdet gelten zudem generell kälteempfindliche und physisch schwache Personen.

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Ebenfalls kritisch beurteilt die Behörde das sogenannte „Herbstfett-Anlegen“ (???), eine Tradition zur Kräftigung des Körpers vor dem Winter. Diese sei nicht für jeden geeignet. Personen mit vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen oder einem deutlich belegten Zungenbelag sollten auf eine zusätzliche Zufuhr von Kräftigungsnahrung verzichten.

Zudem gab die Behörde spezifische Empfehlungen für Patienten mit Sodbrennen und Reflux ab. Diese sollten den Säureanteil in ihrer Ernährung nicht erhöhen. Abschließend wurde betont, dass die TCM-Maxime der „Beruhigung des Geistes“ (????) eine psychische Ausgeglichenheit anstrebe und nicht als Aufforderung zur Unterdrückung von Emotionen missverstanden werden dürfe.

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