Teams-Update: Microsoft sperrt Funktionen ab Oktober 2026
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft zwingt Mobilnutzer seiner Kommunikationsplattform Teams zum Handeln. Wer die App nicht bis Oktober 2026 aktualisiert, verliert den Zugriff auf eine zentrale Funktion. Der Schritt fällt mitten in eine Welle von Cyberangriffen, die genau solche Update-Situationen ausnutzen.
Copilot-Integration und regionale Einschränkungen
Ende Juli veröffentlichte Microsoft eine neue Android-Version mit der Nummer 1416/1.0.0.2026133602. Das Update bringt die Integration des KI-Assistenten Copilot, der künftig Zusammenfassungen von Kanalbesprechungen erstellen kann. Parallel dazu gelten seit dem 28. Juli 2026 neue Beschränkungen für die kostenlose Teams-Version in China.
Die Umstellung sorgt offenbar für Verwirrung: Auf den offiziellen Support-Kanälen des Unternehmens häufen sich die Anfragen. Über 61.000 Nutzer meldeten Probleme mit Update-Fehlern oder regionalen Zugangssperren.
Operation BlueDash: Wenn der Update-Betrug zuschlägt
Genau diese Verunsicherung nutzen Kriminelle aus. Sicherheitsforscher entdeckten eine Phishing-Kampagne namens Operation BlueDash, die seit Ende Juli aktiv ist. Die Masche: Betrüger verschicken E-Mails mit dem Hinweis, ein großes Dokument sei über Teams geteilt worden. Ein Klick führt zu einer gefälschten Microsoft-Store-Seite.
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Dort sollen Nutzer eine Datei namens supportdev.exe herunterladen. Was wie ein harmloses Update aussieht, entpuppt sich als Trojaner. Die Schadsoftware installiert die Fernwartungstools Level RMM und ScreenConnect. Angreifer erhalten so die volle Kontrolle über den Rechner – und das gleich über zwei Zugangswege. Analysten führen die Kampagne auf eine nigerianische Gruppe zurück.
Weitere Gefahren: Vishing und Hotel-WLAN-Hacks
Die Bedrohungslage rund um Teams ist breit gefächert. Zwischen Januar und Juni 2026 setzten Angreifer auf Vishing – betrügerische Anrufe, die sich als IT-Support ausgaben. Über Teams und das Tool Quick Assist schleusten sie die Hintertür GoGRPC ein. Die Malware nutzt verschiedene Varianten (Lep, Giver, Pet, Kind) und kommuniziert über gRPC via HTTP/2.
Noch perfider: Seit Juni 2026 kompromittieren Kriminelle Hotel-WLAN-Netzwerke in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Durch manipulierte DNS-Weiterleitungen kapern sie Microsoft-365-Konten ahnungsloser Gäste.
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Technische Schwachstelle und Schutzmaßnahmen
Nicht nur externe Angriffe sind das Problem. Microsoft selbst räumte eine Sicherheitslücke in der Teams-Infrastruktur ein. Die Schwachstelle CVE-2026-11586 betrifft die Bibliothek libcurl in Version 26183.1903.4892.4448.
Sicherheitsexperten raten zu klaren Schutzmaßnahmen: Updates ausschließlich über die integrierte Update-Funktion der App oder den offiziellen Microsoft Store beziehen. Wer häufig öffentliche oder Hotel-Netzwerke nutzt, sollte auf Full-Tunnel-VPNs setzen. Nur so lassen sich die DNS-Umleitungen verhindern, die bei den aktuellen Account-Übernahmen zum Einsatz kommen.
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