Telefonbetrug: 90 Prozent der Angriffe zielen inzwischen auf Handys
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle geben sich am Telefon vermehrt als Bankmitarbeiter aus und erbeuten auf diese Weise hohe GeldbetrĂ€ge. Dabei zielen die TĂ€ter besonders auf Smartphones und Handys ab: Rund 90 Prozent der Angriffe erfolgen mittlerweile ĂŒber Mobiltelefone.
Durch geschickte GesprĂ€chsfĂŒhrung und das VortĂ€uschen technischer Notlagen bringen die BetrĂŒger Kontoinhaber dazu, vertrauliche Zugangsdaten herauszugeben oder Transaktionen in ihren Banking-Apps selbst freizugeben.
SchadensfĂ€lle in Deutschland und Ăsterreich hĂ€ufen sich
Die Masche sorgt aktuell in mehreren Regionen fĂŒr hohe finanzielle Verluste. Die Polizei Kusel warnte am 9. Oktober 2026 vor dem Auftreten falscher Bankmitarbeiter im Stadtgebiet. In den registrierten FĂ€llen behaupteten die Anrufer, es liege eine ausstehende Zahlung von mehreren tausend Euro fĂŒr eine angebliche Bestellung vor.
Unter diesem Vorwand verlangten die TĂ€ter die Erneuerung der Bankkarte sowie die telefonische Ăbermittlung von Kartendaten und PIN. Zudem kĂŒndigten sie an, dass ein Mitarbeiter zur ĂberprĂŒfung und Abholung der alten Karte vor Ort vorbeikommen werde. Die Ermittler stellten klar, dass echte Bankangestellte niemals nach der PIN fragen.
Ăhnliche Muster zeigen sich in Ăsterreich. Im Salzburger Pinzgau verlor eine 52-jĂ€hrige Unternehmerin am 7. Oktober 2026 19.800 Euro von ihrem Firmenkonto.
Ein angeblicher Bankmitarbeiter meldete sich telefonisch, gab angebliche UnregelmĂ€Ăigkeiten vor und veranlasste die Frau dazu, mehrere Autorisierungsanfragen in ihrer Banking-App zu bestĂ€tigen. Die Freigaben wurden dabei fĂ€lschlicherweise als Stornierung von Abbuchungen Dritter deklariert.
Da immer mehr Angriffe direkt auf das Mobiltelefon abzielen, ist ein umfassender Schutz des GerĂ€ts heute unerlĂ€sslich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Datenmissbrauch und Hacker absichern. Gratis-PDF: 5 SchutzmaĂnahmen fĂŒr Ihr Smartphone jetzt herunterladen
Im Tiroler Bezirk Landeck erhielt ein 48-JĂ€hriger am 6. Oktober 2026 zunĂ€chst eine SMS mit einem Link zu einer gefĂ€lschten Bankseite. Am Folgetag rief ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an, um eine angebliche RĂŒckabwicklung einzuleiten, woraufhin das Opfer Zahlungsaufforderungen in der App bestĂ€tigte und einen vierstelligen Eurobetrag verlor.
In Salzburg ergaunerten TelefonbetrĂŒger im laufenden Jahr insgesamt 64.300 Euro. Auch im Kreis Soest traten TĂ€ter am 2. September 2026 mit dieser Methode auf: Eine Seniorin ĂŒbergab Bargeld und WertgegenstĂ€nde an falsche Bankmitarbeiter, ehe eine aufmerksame Sparkassen-Mitarbeiterin bei einem weiteren Abhebeversuch eingriff und Schlimmeres verhinderte.
Hohe Schadensbilanzen und offizielle Warnungen
Die aktuellen FĂ€lle spiegeln eine wachsende Schadensdimension wider. Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der erfassten BetrugsfĂ€lle bis zum Ende des dritten Quartals 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 80 Prozent, wĂ€hrend sich die Schadenssumme von Januar bis September 2026 gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelte.
In Ăsterreich registrierten Innenministerium und Polizei von JĂ€nner bis September 2026 rund 5.000 Phishing-FĂ€lle mit einem Schaden von circa 19 Millionen Euro. FĂŒr das Gesamtjahr 2025 hatte das Bundeskriminalamt rund 7.000 FĂ€lle mit einem Gesamtschaden von etwa 22 Millionen Euro erfasst.
Wer sich mit dem Thema Smartphone-Sicherheit befasst, sollte auch die regelmĂ€Ăige Aktualisierung des Betriebssystems nicht vernachlĂ€ssigen. IT-Experten erklĂ€ren in diesem kostenlosen Report, wie automatische Updates Ihr GerĂ€t rund um die Uhr vor SicherheitslĂŒcken schĂŒtzen. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber anfordern
Nach Angaben der Oesterreichischen Nationalbank betraf 2025 zwar nur rund 0,006 Prozent der ĂŒber 5,6 Milliarden abgewickelten Transaktionen einen Betrug, dennoch belief sich der Gesamtschaden laut OeNB-Gouverneur Martin Kocher auf rund 115 Millionen Euro. In 83 Prozent der SchadensfĂ€lle hatten die Betroffenen die Ăberweisungen infolge der TĂ€uschung selbst autorisiert.
Sicherheitsbehörden raten bei verdĂ€chtigen Anrufen dazu, das GesprĂ€ch umgehend zu beenden und das jeweilige Kreditinstitut ĂŒber die offiziellen Kontaktwege selbst zu kontaktieren. Zugangsdaten, Passwörter und TAN-Codes dĂŒrfen unter keinen UmstĂ€nden am Telefon weitergegeben oder auf Anweisung Fremder in Apps freigegeben werden.

