Telekom-Auswertung, Daten

Telekom-Auswertung: „schalke04“ taucht 539.093-mal in gestohlenen Daten auf

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 22:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Telekom-Auswertung zeigt häufige Fußball-Passwörter in Datenlecks; Experten empfehlen individuelle Logins und zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Telekom-Auswertung: Schalke-Passwort unter häufigsten geleakten Zugangsdaten
Dunkler Serverraum mit leuchtenden Status-LEDs in einem Rack. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Telekom hat eine Auswertung von gestohlenen Zugangsdaten aus mehr als zehn Jahren vorgelegt. Das Negativ-Ranking zeigt, welche Kombinationen Cyberkriminellen bei Datenlecks besonders häufig in die Hände fielen. Dabei sind Mehrfachfunde pro Nutzer möglich. Auffällig ist vor allem das wiederholte Auftauchen von Fußballvereinen in Kombination mit einfachen Zahlenfolgen.

Fußballbegriffe dominieren das deutsche Ranking

Im bundesweiten Vergleich sticht insbesondere ein Gelsenkirchener Traditionsverein hervor. Die Kombination „schalke04“ verzeichnete 539.093 Funde, während die Schreibweise mit großem Anfangsbuchstaben „Schalke04“ auf 202.887 Nachweise kommt.

Auch Varianten wie „Schalke04!“ mit 28.011 und „fcschalke04“ mit 25.688 Treffern tauchen in der Datensammlung auf. Weltweit wurde „schalke04“ mehr als 600.000-mal registriert und lag damit sogar vor internationalen Begriffen wie „liverpool1“.

Dahinter folgen weitere Vereine: „hannover96“ wurde 89.654-mal gezählt, die Variante „Hannover96“ 56.177-mal. Für „dortmund09“ registrierte die Telekom 54.181 Funde, ergänzt durch „Dortmund09“ mit 38.440 und „dortmund1“ mit 22.481 Nennungen.

Bei „borussia09“ waren es 37.618 sowie bei „Borussia09“ 31.625 Funde. Auch der Norden und Süden sind vertreten: „hamburg1“ erreichte 52.600 Funde, die Großschreibung „Hamburg1“ 35.254. Der SV Werder taucht mit „werder123“ 28.495-mal auf, gefolgt von „fortuna95“ mit 22.567 und „fcbayern1“ mit 21.257 Funden.

Im allgemeinen Gesamtranking führen jedoch weiterhin klassische Standardfolgen. Den Spitzenplatz belegt „abc123“ mit 1,35 Millionen Funden vor „password1“ mit 1,28 Millionen Nachweisen. Die Kombination „schalke04“ sichert sich im globalen Vergleich immerhin Platz 11.

Gefahren durch Wiederverwendung veralteter Zugangsdaten

Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Gen Digital beziehen sich Berichte über Milliarden kompromittierter Daten meist auf ältere Sammlungen, die teilweise Dubletten und Datenreste enthalten. Dennoch stellen diese Funde eine reale Gefahr dar, da viele Nutzer Passwörter über Jahre hinweg unverändert lassen oder für mehrere Dienste gleichzeitig verwenden.

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Genau diese Wiederverwendung ermöglicht Kriminellen automatisierte Kontenübernahmen. Plattformen wie HaveIBeenPwned verzeichnen mittlerweile mehr als 15 Milliarden gesammelte Datensätze, über die Betroffene eigene Leaks prüfen können.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ermittelte in einer Befragung, dass im Vorjahr jeder zehnte Internetnutzer in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität wurde. Gleichzeitig halten 71 Prozent der Haushalte das deutsche Stromnetz für cyberangriffsanfällig, während 46 Prozent der Haushalte einen mehrstündigen Stromausfall am Wohnort befürchten. Nur 26 Prozent schätzen das Land als gut auf längere Ausfälle vorbereitet ein.

Schutzmaßnahmen und rechtliche Konsequenzen

Der Sicherheitschef der Telekom rät Verbrauchern zur Nutzung zusätzlicher Absicherungsfaktoren oder moderner Passkeys. Auch Verbraucherschützer und Rechtsexperten empfehlen pro Online-Dienst individuelle, zufällig generierte Zeichenfolgen aus einem Passwortmanager, Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige System-Updates und Vorsicht bei verdächtigen Nachrichten.

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Dass Nachlässigkeit auch finanzielle Folgen haben kann, verdeutlicht ein Urteil des Amtsgerichts München unter dem Aktenzeichen 271 C 16677/24. Einem Bankkunden wurde dort die Erstattung von knapp 2.000 Euro verwehrt, nachdem das Gericht die Weitergabe einer Transaktionsnummer als grob fahrlässig eingestuft hatte.

Für Organisationen empfiehlt sich bei der Umstellung auf kryptografische Passkeys ein schrittweises Vorgehen. Verbindliche Regeln für zugelassene Geräte, Speicherorte und Wiederherstellungsprozesse seien ebenso erforderlich wie Pilotprojekte mit begrenzten Nutzergruppen, da klassische Zugangsdaten während der Übergangsphase weiter betreut werden müssen.

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