Telemedizin ab Juli: Apotheken dürfen assistierte Beratung anbieten
26.06.2026 - 00:01:24 | boerse-global.de
com den Spitzenplatz im deutschen Gesundheitssektor erobert. Das gab das Unternehmen am gestrigen Mittwoch bekannt.
Marktführerschaft mit klaren Zahlen
Laut Daten des Analyseunternehmens Similarweb ist shop-apotheke.com derzeit die meistbesuchte Gesundheitswebsite in Deutschland. Die Markenbekanntheit liegt bei beachtlichen 83 Prozent. Eine aktuelle OTC-Studie von Sempora bescheinigt der Plattform zudem die Spitzenposition in den Kategorien Kaufpräferenz und Gesundheitskompetenz.
Die Shop Apotheke App wurde von WirtschaftsWoche und Innofact als beste Online-Apotheke ausgezeichnet. Auch technisch überzeugt das Angebot: COMPUTER BILD und Statista vergaben in ihrer aktuellen Top-Shops-Bewertung ein „exzellent" für die Website-Qualität.
Optimistische Prognosen für 2026
Der Erfolg zeigt sich auch in den Geschäftszahlen. Redcare Pharmacy hob im Juni die Umsatzprognose für das laufende Jahr von ursprünglich 13 bis 15 Prozent auf nun 15 bis 17 Prozent Wachstum an. Das Unternehmen, das 2025 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro erzielte, wechselte zeitgleich vom MDAX in den SDAX.
Rund 14 Millionen aktive Kunden in sieben Ländern und ein Sortiment von 500.000 Produkten untermauern die Marktstellung. CEO Olaf Heinrich sieht darin einen grundlegenden Strukturwandel im Gesundheitsmarkt.
Digitaler Wandel: Die Telematik-Infrastruktur wird erneuert
Parallel zum privaten Wachstum treibt der Staat die Digitalisierung voran. Die Gematik, nationale Agentur für digitale Gesundheit, treibt die Modernisierung der Telematik-Infrastruktur voran. Das Projekt „TI 2.0" ersetzt physische Hardware-Anschlüsse durch cloudbasierte, virtuelle Lösungen.
Das Ziel: mobiler Zugriff auf das E-Rezept und digitale Identitäten. Seit Anfang 2026 setzen Anbieter wie Opta Data ausschließlich auf TI-2.0-fähige Systeme. Die Gematik hat sich zudem für den Umzug in die Public Cloud entschieden, um die Skalierbarkeit zu verbessern.
Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen bringt neue Regeln für den Einsatz moderner Technologien mit sich – dieser kostenlose Report klärt auf, was Unternehmen jetzt wissen müssen. Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele noch nicht kennen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Janosch Dahmen (Grüne) betont die Dringlichkeit: Die elektronische Patientenakte (ePA) stehe in einem Wettlauf mit proprietären digitalen Systemen. Seit Einführung der „ePA für alle" vor rund einem Jahr wurden 130 Millionen Dokumente hochgeladen – im Vergleich zu 1,4 Milliarden verarbeiteten E-Rezepten im selben Zeitraum.
Digitale Identität und Telemedizin ab Juli
Ein weiterer Meilenstein: Die Bundesdruckerei hat einen Prototyp für das EUDI-Wallet entwickelt – ein digitales Identitätstool für den Gesundheitsbereich. Das Projekt unter Beteiligung des Bundesgesundheitsministeriums, der Gematik und Redcare Pharmacy soll 2027 breit ausgerollt werden. Das Wallet ermöglicht sichere Patientenidentifikation und grenzüberschreitende Nutzung digitaler Gesundheitsdienste.
Ab dem 1. Juli 2026 dürfen Apotheken in Deutschland zudem assistierte Telemedizin anbieten. Gedisa und der Anbieter arztkonsultation haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die gemeinsame Lösung soll bereits im Juli verfügbar sein und deckt alles von der Ersteinschätzung bis zur Abrechnung ab.
Während die Digitalisierung voranschreitet, müssen Unternehmen gleichzeitig die komplexen Anforderungen der neuen EU-Gesetzgebung im Blick behalten. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
KI hält Einzug in die Apotheken
Der Markt konsolidiert sich weiter. Das Unternehmen true+ hat Frag die Apotheke übernommen und will Künstliche Intelligenz zum Standard in deutschen und europäischen Apotheken machen. Unterstützt wird das Vorhaben durch eine Investition von Triple A Capital.
Die Prognosen für den digitalen Therapiemarkt sind ambitioniert: Branchenanalysten erwarten ein Wachstum von 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 45 Milliarden Euro bis 2033 – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 21,5 Prozent. Treiber sind die steigende Zahl chronischer Erkrankungen und die Integration von KI. Bremsend wirken hingegen regulatorische Hürden und strenge Datenschutzauflagen.
