Telemedizin in Apotheken: Ab Juli dürfen Vor-Ort-Apotheken Videosprechstunden anbieten
25.06.2026 - 20:13:34 | boerse-global.de
Seit der verpflichtenden Einführung Anfang 2024 wurden rund 1,4 Milliarden E-Rezepte verarbeitet. Bei der ePA zählen die Kassen dagegen nur 130 Millionen hochgeladene Dokumente – bei rund 70 Millionen angelegten Akten. Experten fordern nun Tempo, um den klinischen Nutzen digitaler Daten zu steigern.
Drei Wege zum Medikament
Seit dem 1. Januar 2024 ist das E-Rezept für gesetzlich Versicherte Pflicht. Patienten haben drei Optionen zur Einlösung: die elektronische Gesundheitskarte (eGK) direkt in der Apotheke, eine spezielle App (erfordert NFC-fähiges Smartphone) oder der klassische Papierausdruck mit QR-Code. Kassenrezepte sind 28 Tage gültig, Selbstzahler-Rezepte bis zu drei Monate.
Die Gematik treibt derweil die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur (TI) voran. Mit der Strategie „TI 2.0“ sollen physische Konnektoren durch virtuelle Lösungen ersetzt und Dienste in einer Public-Cloud gebündelt werden. Das soll mobile Anwendungen für Pflegekräfte vereinfachen.
Kritiker wie der Grünen-Politiker Janosch Dahmen bemängeln jedoch, dass der ePA-Zugriff im Rettungsdienst noch zu langsam sei. Auch der Wettbewerb mit proprietären Systemen nehme zu.
KI revolutioniert den Apothekenmarkt
Die Digitalisierung verändert den Markt rasant. Der Versandapotheken-Konzern DocMorris baut rund 100 Vollzeitstellen ab und setzt stattdessen auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz. Ab Ende 2027 sollen jährlich mindestens 15 Millionen Schweizer Franken eingespart werden. Parallel übernimmt das Unternehmen true+ die strategische Führung von „Frag die Apotheke“ – mit dem Ziel, KI als Standard für Beratungsprozesse zu etablieren.
Ab Juli 2026 dürfen Vor-Ort-Apotheken assistierte Telemedizin anbieten. Wer jetzt die Weichen stellt, sichert sich Wettbewerbsvorteile – besonders in ländlichen Regionen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Videosprechstunden integrieren, die TI-2.0-Migration meistern und mit KI-Tools Ihre Beratung effizienter gestalten. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Auch Vor-Ort-Apotheken rüsten digital auf. Ab dem 1. Juli 2026 dürfen sie assistierte Telemedizin anbieten. Dienstleister wie Gedisa und arztkonsultation entwickeln dafür integrierte Lösungen, die von der Ersteinschätzung bis zur Abrechnung reichen. Gerade in ländlichen Regionen sollen Videosprechstunden die Versorgung ergänzen.
Europäische Identität für Patienten
Ein Schlüsselprojekt für die Zukunft ist die europäische digitale Identität (EUDI-Wallet). Ab 2027 soll sie europaweit einheitliche Nachweise ermöglichen. Erste Prototypen zeigen: Damit könnten sich Patienten in Arztpraxen anmelden oder E-Rezepte per NFC-Schnittstelle einlösen. Die bestehenden Verfahren würden ergänzt, die Datensicherheit durch Verschlüsselung erhöht.
Politik plant Reformen und Sparpaket
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Parallel bereitet die Politik weitere Reformen vor. Für 2027 ist ein Sparpaket zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Gespräch. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen und mögliche höhere Zuzahlungen. Für 2026 stehen die angepassten Freibeträge bereits fest: 7.119 Euro für Partner und 9.756 Euro pro Kind. Die Belastungsgrenze bleibt bei zwei Prozent der Bruttoeinnahmen, für chronisch Kranke bei einem Prozent.
Der Bundesrat befasst sich zudem mit Neuregelungen zu Skonti im Großhandel. Eine Deckelung ist im Gespräch, die den Zinsvorteil aus vorfälligen Zahlungen nicht überschreiten darf.
