Tesla-Hardware, Millionen

Tesla-Hardware: Vier Millionen ältere Fahrzeuge überhitzen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tesla kämpft mit überhitzter HW3-Hardware bei Millionen Fahrzeugen, während die nächste Chip-Generation AI5 für 2027 geplant ist.

Tesla autonomes Fahren: Hardware-Lücke und neue KI-Strategie
Nahaufnahme eines Hochleistungs-Computerschips auf einem Mainboard, der Fortschritte in der Hardware für autonomes Fahren darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Teslas Weg zum autonomen Fahren wird zum Balanceakt: Während die nächste Hardware-Generation enorme Leistungssprünge verspricht, kämpfen Millionen ältere Fahrzeuge mit Überhitzung und Systemausfällen. Für deutsche Tesla-Besitzer könnte das teuer werden.

Die nächste Generation: AI4+ und AI5

Die technischen Daten für Teslas kommende Hardware-iterationen lesen sich beeindruckend. Der AI4+-Computer (auch HW4.1 genannt) verdoppelt den Arbeitsspeicher auf 32GB RAM pro System-on-a-Chip gegenüber dem aktuellen HW4-Standard. Dazu kommen zehn Prozent mehr Rechenleistung und Speicherbandbreite. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß: Ab Produktionsstart Mitte 2027 wird es keinen Nachrüstsatz für bestehende HW4-Fahrzeuge geben.

Noch ambitionierter sind die Pläne für den AI5-Chip. Berichten zufolge soll er die 40-fache Inferenzleistung des HW4 bieten, unterstützt von 144GB Speicher und einer Bandbreite von 1,9 Terabyte pro Sekunde. Tesla hat dafür offenbar Verträge mit Samsung und TSMC über die Fertigung in 3-Nanometer-Technologie abgeschlossen. Die Massenproduktion ist für 2027 geplant – rechtzeitig für Robotaxi und den humanoider Roboter Optimus.

Alte Hardware am Limit

Die jüngsten Software-Updates bringen ältere Systeme an ihre Grenzen. Nach dem breiten Rollout von FSD v14 Lite am 21. Juli 2026 häuften sich Berichte über kritische Ausfälle bei Hardware-3-Computern (HW3). Das Problem: Mit nur 8GB RAM und gerade einmal 15 Prozent der Speicherbandbreite des Nachfolgers kommt die alte Plattform bei den neuesten neuronalen Netzen ins Schwitzen.

Besitzer dokumentieren interne Temperaturen zwischen 96 und 102 Grad Celsius – weit außerhalb des normalen Betriebsbereichs. Die Folgen: Fehlermeldungen vom Typ APP_w141, erzwungene Abschaltungen des Assistenzsystems und in einigen Faktoren Totalschäden der Hardware. Ein Austausch kostet bis zu 3.500 Euro.

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Für Tesla wird das zum finanziellen Risiko. Rund vier Millionen Fahrzeuge mit HW3 sind betroffen. Interne Bewertungen aus dem Jahr 2025 deuteten bereits an, dass diese Hardware für vollständig autonomes Fahren nicht ausreichen dürfte – ein heikler Punkt, schließlich haben Kunden die Hardware einst mit genau dieser Erwartung gekauft.

Einheitliche Software, verschobene Pläne

Tesla arbeitet derweil an der Vereinheitlichung seiner Software-Zweige. Mit FSD v14.3.2 vom 4. August 2026 führt der Hersteller ein einheitliches Modell ein, das die Funktion „Actually Smart Summon" mit den FSD- und Robotaxi-Codebasen zusammenführt. Zudem unterscheidet das System nun genauer zwischen manuellen Eingriffen – etwa kritischen, Komfort- oder Präferenz-basierten – um das Training zu verbessern.

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Doch der Zeitplan für den kommerziellen Start des autonomen Fahrens wackelt. Der Cybercab, Teslas Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale, startet erst Ende 2026 oder Anfang 2027. Grund sind die laufenden Validierungsarbeiten für FSD v15 – die erste Version, die mit der Hochleistungs-Hardware AI4+ und AI5 kompatibel sein soll.

Neuer Ansatz bei Geschwindigkeitseinstellungen

Teslas KI-Chef Ashok Elluswamy kündigte am 3. August 2026 einen Strategiewechsel an: Manuelle Geschwindigkeitsvorgaben gelten künftig als überholt. Stattdessen setzt das System auf „Speed Profiles" – von „Sloth" (Faultier) bis „Mad Max". Die KI soll implizite Fahrerpräferenzen lernen, statt strikten Nutzervorgaben zu folgen.

Das dürfte auch ein Zugeständnis an europäische Regulierer sein. Diese hatten Teslas Umgang mit Geschwindigkeitsüberschreitungen und die Erkennung lokaler Verkehrsschilder wiederholt kritisiert. Ob der neue Ansatz die Aufsichtsbehörden überzeugt, bleibt abzuwarten – die kommenden Monate werden zeigen, ob Tesla die Kurve bekommt.

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