Tesla Optimus: Massenproduktion startet 2027 in Giga Texas
30.06.2026 - 18:43:20 | boerse-global.de
Der US-Elektroautobauer treibt die Massenproduktion seines humanoiden Roboters voran. Am Standort Texas entsteht eine spezialisierte Fertigungsanlage.
Tesla hat mit dem Bau einer eigenen Produktionsstätte für den humanoiden Roboter Optimus am Standort Giga Texas begonnen. Die neue Anlage erstreckt sich als Stahlkonstruktion fast über die gesamte Länge der bestehenden Hauptfabrik und ist Teil einer gigantischen Erweiterung des Nordcampus um rund 483.000 Quadratmeter. Der Start der Serienproduktion ist für 2027 geplant – langfristig peilt Tesla eine Stückzahl von bis zu zehn Millionen Einheiten pro Jahr an.
Juli-Termin für Neuigkeiten
Tesla-Vizepräsident Lars Moravy kündigte für den 7. Juli eine Ankündigung mit Updates zu den Aktivitäten in Giga Texas an. Dies folgt auf jüngste Fortschritte im Optimus-Programm, darunter die Umstellung von Produktionslinien im Werk Fremont. Für den Sommer 2026 ist der Hochlauf der dritten Generation anvisiert.
Derzeit kommen Prototypen der zweiten Generation für Pilotanwendungen in den Werken Fremont und Austin zum Einsatz. Diese Einheiten verfügen über Hände mit zwölf Freiheitsgraden und eine rein kamerabasierte Wahrnehmung – sie arbeiten jedoch nur unter Aufsicht. Die internen Massenproduktionsziele für 2025 wurden verfehlt, doch Tesla arbeitet weiter an der Verfeinerung der Hardware mit eigenen elektrischen Antrieben. Analysten schätzen die Herstellungskosten pro Einheit auf 20.000 bis 30.000 Euro, ein kommerzieller Verkauf hat noch nicht begonnen.
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BMW und Mercedes setzen auf Roboter-Partner
Während Tesla auf eigene Infrastruktur setzt, treiben andere Autobauer die Integration humanoider Roboter über Partnerschaften voran. BMW hat den Figure 03 im Werk Spartanburg für Logistikaufgaben eingesetzt. Dem vorausgegangen war eine elfjährige Testphase mit dem Vorgängermodell Figure 02, das die Produktion von über 30.000 BMW X3-Fahrzeugen unterstützte. Der neue Figure 03 verfügt über Hände mit Tastsensoren, Kameras in den Handflächen und Sprachsteuerung.
BMW testet zudem weitere Robotertypen: den rollenden Humanoiden AEON von Hexagon im Leipziger Werk und den vierbeinigen Roboter Spot von Boston Dynamics in Hams Hall. Auch Mercedes hat den von Apptronik entwickelten Humanoiden Apollo in seine Fertigung integriert. Apptronik eröffnete kürzlich einen 8.400 Quadratmeter großen „Robot Park“ in Austin zur Datensammlung. Der Apollo 2 kann 25 Kilogramm heben und vier Stunden arbeiten, eine dritte Generation ist in Entwicklung.
Rekordwerte und Milliarden-Markt
Feldtests belegen die zunehmende Zuverlässigkeit humanoider Systeme. In China absolvierten Agibot-Roboter einen 64-Stunden-Schichtdienst in einem Werk in Nanchang mit einer Erfolgsquote von 99,99 Prozent bei über 60.000 Aufgaben. Figure AI meldete, dass drei seiner Roboter innerhalb von 24 Stunden eigenständig über 28.000 Pakete sortierten.
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Die Zulieferkette für diese komplexen Maschinen wächst ebenfalls. Das von einem ehemaligen Tesla-Entwicklungsleiter gegründete Unternehmen Proception sammelte elf Millionen Euro Startkapital ein und liefert eine hochpräzise Roboterhand mit 22 Freiheitsgraden und Tastsensoren aus.
Branchenanalysten erwarten langfristig enormes Wachstum. RBC Capital prognostiziert, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2050 auf neun Billionen Euro anwachsen könnte. Barclays rechnet damit, dass China bis 2035 bis zu elf Millionen humanoide Roboter einsetzen wird – unterstützt durch den aktuellen Fünfjahresplan, der die Technologie priorisiert.
