Tesla Optimus: Warum der Roboter für die Massenproduktion auf China angewiesen bleibt
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz der strategischen Schwerpunktverlagerung auf humanoide Roboter bleibt der US-Konzern Tesla bei der Skalierung seines Projekts Optimus absehbar auf Zulieferer aus China angewiesen. Branchenanalysten betonen, dass die Produktions- und Fertigungsstrategie für den Roboter weiterhin maßgeblich von den dortigen Fertigungskapazitäten und Komponentenherstellern abhängt.
Intensive Auditierung chinesischer Komponentenhersteller
Bereits seit drei Jahren steht Tesla im Austausch mit hunderten chinesischen Zulieferern, von denen einige bereits Kleinserien lieferten, darunter Prototypen für die gewölbte Glasabdeckung.
Wie chinesische Medien Anfang Oktober berichteten, landete ein Tesla-Team am 16. September in Ningbo und leitete am 17. September eine neue Prüfrunde bei chinesischen Zulieferern für die Optimus-Massenproduktion ein, wobei bereits Bestellungen platziert worden seien.
Eine ähnliche Prüfrunde hatte bereits im September des Vorjahres stattgefunden und Partner wie Topgroup, Sanhua Intelligent Controls, Zhejiang Rongtai, Xinquan und Junsheng Electronics umfasst.
Auf Anfragen am 18. September reagierte Tesla nicht. Topgroup erklärte damals, keine Benachrichtigung erhalten zu haben, Sanhua gab an, keine Kenntnis zu besitzen, und Junsheng Electronics verwies auf geltende Vertraulichkeitsvereinbarungen.
Zu den potenziellen Zulieferern zählen neben Sanhua für den Gelenkantrieb und Topgroup für Aktuatoren, Handmotoren sowie elektronische Haut auch Leaderdrive für Harmonic-Reduktoren, Hangzhou Xinjian beziehungsweise Better für Rollen-Gewindespindeln, Shuanghuan für Präzisionszahnräder, Changsheng für Lager und Xusheng für Gelenkgehäuse.
Kostenvorteile und industrielle dominance
Die starke Bindung an den asiatischen Markt ist industriell begründet. Nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Bain hält China 50 bis 70 Prozent der Fertigungs- und Kernkomponenten-Technologie und deckt mindestens 55 Prozent der weltweiten Materialkosten ab. Morgan Stanley geht davon aus, dass die chinesischen Materialkosten für das Projekt im Jahr 2026 um 16 Prozent sinken könnten.
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Tesla peilt für die Skalierung langfristig einen Stückpreis von etwa 20.000 US-Dollar an. Konzernchef Elon Musk erklärte im September in einem Interview, der globale Markt könne in zehn Jahren auf mindestens eine Milliarde humanoide Roboter anwachsen. Zugleich verhindert der starke Wettbewerb und Preisdruck innerhalb der chinesischen Lieferkette nach Einschätzung von Marktbeobachtern das Entstehen westlicher Zuliefermonopole.
Herausforderungen bei der Skalierung
Die Hochskalierung der Fertigung verläuft dennoch schleppend. Ein ursprünglich anvisiertes Produktionsziel von 20.000 Robotern pro Woche gilt als schwer erreichbar; im vergangenen Monat lag der Ausstoß laut Medienberichten bei mehreren hundert Einheiten pro Woche.
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Für die Optimus-Fertigung wurden in diesem Jahr Linien der Modelle S und X umgerüstet, wobei die Handhabung kleinerer Bauteile und die präzise Ausrichtung der Teile Herausforderungen darstellen. Die dritte Generation des Roboters, deren Hände und Unterarme über 100 Kleinteile umfassen und teils manuell montiert werden, zielt auf ein wöchentliches Volumen von 1.000 Einheiten ab.
Parallel treibt Tesla den Ausbau eigener Infrastrukturen voran. Bei der Gigafactory in Texas entsteht auf dem North Campus eine dedizierte Produktionsstätte mit über 5,2 Millionen Quadratfuß Industriefläche, die auf langfristig bis zu 10 Millionen Einheiten ausgelegt werden soll.
Um Engpässe beim Arbeitsspeicher für die verbauten AI5-Chips abzufedern, passte Tesla Anfang Oktober die Speicherausstattung auf 96 Gigabyte LPDDR5 an, um die benötigten DRAM-Mengen für die geplante Massenfertigung sicherzustellen.
