Tesla-Robotaxis in Texas: 126 Cybercabs und neue Ausweichfunktion
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Automobilhersteller Tesla baut seine Flotte an autonomen Fahrzeugen im Bundesstaat Texas weiter aus. Wie aus Registrierungsdaten des Texas Department of Motor Vehicles (TxDMV) und Auswertungen des Texas AV Tracker hervorgeht, stieg die Zahl der registrierten Cybercabs auf 126 Fahrzeuge.
Insgesamt umfasst die dokumentierte Robotaxi-Flotte des Unternehmens in Texas 546 zugelassene Einheiten, darunter 420 Fahrzeuge des Typs Model Y. Damit stellen die zweisitzigen Cybercabs mittlerweile einen Anteil von 23,1 Prozent an den registrierten Robotaxis des Herstellers in dem Bundesstaat.
Deutlicher Anstieg der Registrierungszahlen im September
Die Daten belegen eine schrittweise Ausweitung der Bestände in den vergangenen Wochen. Nach den ersten 45 erfassten Cybercabs am 31. August 2026 stieg die Zahl laut dem Tracker am 8. September auf 49, am 18. September auf 58 und am 23. September auf 69 Einheiten, bevor der Stand von 126 Fahrzeugen erreicht wurde.
Zum Vergleich: Am 28. Mai 2026 verzeichnete die gesamte Flotte lediglich 42 Fahrzeuge, womit sich der Bestand bis zum 28. September 2026 um 504 Einheiten erhöhte.
Öffentliche Fahrten mit dem Cybercab starteten in Austin am 4. September 2026, wobei Tesla zu diesem Zeitpunkt mehr als eine Million kumulierte Meilen ohne menschliche Überwachung meldete. Am 26. September 2026 gab das Unternehmen in seiner Robotaxi-App an, dass sich die Cybercab-Flotte verdoppelt habe. Parallel dazu verzeichnete der Prognosemarkt Kalshi für Austin einen Anstieg auf 127 Fahrzeuge.
Daten des Community-Dienstes Robotaxi Tracker verdeutlichen jedoch, dass registrierte Fahrzeuge nicht durchgehend im Einsatz sind: In den sieben Tagen bis zum 22. September 2026 wurden in Austin lediglich acht Tesla-Robotaxis mit Fahrgästen registriert, nachdem Anfang September zeitweise über 100 Fahrzeuge unterwegs gewesen waren.
Behördliche Prüfungen und Sicherheitsanforderungen
Parallel zum Ausbau steht das Cybercab unter genauer Beobachtung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Die Behörde leitete am 4. September 2026 ein Audit mit dem Aktenzeichen AQ26002 ein, um die Selbstzertifizierung des Fahrzeugs nach den Federal Motor Vehicle Safety Standards (FMVSS) zu überprüfen.
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Tesla erhielt eine Frist bis zum 30. September 2026, um darzulegen, welche Sicherheitsstandards angewendet oder als nicht zutreffend eingestuft wurden und auf welcher technischen Grundlage dies geschah. Das Verfahren stellt keine Feststellung eines Sicherheitsmangels dar und führt nicht zur Aussetzung des Betriebs.
In behördlichen Berichten der NHTSA für Juli und August 2026 wurden vier Vorfälle mit Tesla-Robotaxis verzeichnet, darunter zwei Kollisionen durch Fremdfahrzeuge sowie zwei Kontakte mit einer Kette bei 2 mph beziehungsweise einem Poller bei unter 1 mph, jeweils ohne schwere Verletzungen.
Um den Betrieb abzusichern, veröffentlichte Tesla am 18. September 2026 Schulungsmaterialien für Ersthelfer und kooperiert hierfür unter anderem mit der Polizei in Austin.
Software-Updates und weitere Expansionsschritte
Auf technischer Ebene treibt Tesla die Weiterentwicklung seiner Fahrassistenzsysteme voran. Über das Software-Update 2026.27.11, das am 23. September 2026 an eine sechste Fahrzeuggruppe ausgerollt wurde, führte das Unternehmen für Fahrzeuge mit der Hardware AI4 beziehungsweise HW4 die Funktion Automatic Collision Evasion ein. Das System kombiniert bei drohenden Frontalkollisionen unterhalb von 85 mph automatisches Lenken, Bremsen und Beschleunigen.
Das NHTSA-Audit AQ26002 verlangt von Tesla bis zum 30. September 2026 Auskunft zur FMVSS-Selbstzertifizierung des Cybercab — eine Prüfung, keine Feststellung eines Mangels, aber ein regulatorischer Risikofaktor. Unser kostenloser Leitfaden fasst den Verfahrensstand und die Investoren-Implikationen zusammen. Regulatorik-Leitfaden jetzt sichern
Über Texas hinaus bereitet der Konzern weitere Schritte vor. In Nevada erhielt Tesla eine Genehmigung für den Einsatz von bis zu 5.000 fahrerlosen Taxis in Clark County über einen Zeitraum von zwölf Monaten.
In Europa hingegen verlaufen die Zulassungsprozesse langsamer: Für eine Sitzung des EU-Ausschusses für Kraftfahrzeuge am 6. Oktober 2026 ist laut vorläufiger Tagesordnung lediglich eine 25-minütige Fortsetzung der Diskussion über eine niederländische Ausnahmegenehmigung für FSD Supervised vorgesehen, während eine finale EU-weite Entscheidung frühestens im Dezember ansteht.
