Tesla-Auslieferungen fallen - Musk sieht Zukunft woanders
02.01.2026 - 16:18:07 | dpa.de
FĂŒr Tesla brachte das Jahresende eine bittere Erkenntnis: Ohne Subventionen verkaufen sich auch die Autos des Elektro-Vorreiters nicht so gut. Ende September lieĂ PrĂ€sident Donald Trump die US-SteuervergĂŒnstigung von 7.500 Dollar auslaufen. In den drei Monaten danach fielen die weltweiten Auslieferungen von Tesla krĂ€ftig um 15,6 Prozent auf 418.227 Fahrzeuge.
Damit verbuchte Tesla im gesamten Jahr 2025 den zweiten RĂŒckgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas ĂŒber 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.
Dem jĂŒngsten RĂŒckschlag ging ein Schub dank Torschlusspanik voraus. Im dritten Quartal waren die Tesla-Auslieferungen noch um 7,4 Prozent auf 497.099 Wagen hochgeschnellt, weil viele Interessenten in den USA noch die PrĂ€mie mitnehmen wollten.
Der amerikanische Investor und Analyst Gene Munster verwies nach Veröffentlichung der Zahlen darauf, dass allein im Oktober die VerkĂ€ufe von Elektroautos in den USA branchenweit um rund 30 Prozent gefallen seien. FĂŒr das laufende Jahr prognostiziert er eine Erholung der Tesla-Auslieferungen um etwa fĂŒnf Prozent.
Musk: Robotaxis und Roboter sind ohnehin die Zukunft
Firmenchef Elon Musk spielt allerdings die Bedeutung des Autoverkaufs fĂŒr Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenĂ€hnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.
So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-StÀdten und ist auf Expansionskurs.
ZusĂ€tzlich spannend macht die RivalitĂ€t, dass Musk bei selbstfahrenden Autos auf Kollisionskurs zum ĂŒberwiegenden GroĂteil der Branche ist. Er behauptet felsenfest, dass Teslas allein mit Kameras autonom fahren können. Waymo und andere Hersteller setzen dagegen zusĂ€tzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hĂ€tte Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte wie von ihm verkĂŒndet den Robotaxi-Markt aufrollen. Aber Konkurrenten und Experten haben Zweifel an VerlĂ€sslichkeit und Sicherheit einer solchen Lösung.Â
An humanoiden Robotern unterdessen forschen viele chinesische Unternehmen und US-Firmen wie Agility Robotics und Figure AI. Sie arbeiten bereits daran, die Maschinen in der Industrie einzusetzen. Solange der Tesla-Absatz einigermaĂen stabil bleibt, werde die Börse Musk Freiraum fĂŒr die Zukunftsprojekte geben, glaubt Munster. Die Tesla-Aktie lag nach den Auslieferungs-Zahlen leicht im Plus.
Musks Politik und Modellwechsel
Das Jahr 2025 lief fĂŒr Tesla holperig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Dabei ging er eher rabiat vor und brĂŒstete sich unter anderem damit, die Entwicklungshilfe-Behörde «in den HolzhĂ€cksler» geworfen zu haben.
Musk und Trump gingen im FrĂŒhsommer im Streit auseinander, was der PrĂ€sident mit der Abschaffung der Elektroauto-PrĂ€mie erklĂ€rte. Musk bestritt das. Inzwischen vertragen sich die beiden wieder.
Wegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-KĂ€ufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck wirkt wie ein Flop.
In den USA griffen AutokÀufer im vergangenen Jahr unterdessen verstÀrkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben - und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch.
Hart bleibt die Konkurrenz durch chinesische Autobauer. So erreichte der Wettbewerber BYD 2025 das eigene Absatzziel und liegt damit nun als weltweit gröĂter E-Autobauer vor Tesla liegen. BYD lieferte im vergangenen Jahr mit rund 4,6 Millionen Fahrzeugen aus knapp acht Prozent mehr aus als im Vorjahr, darunter 2,3 Millionen reine E-Autos. Die Zahl der verkauften E-Autos zog damit dem Unternehmen zufolge um 28 Prozent an.
Tesla-Rivale Rivian mit starkem RĂŒckgang
Beim Tesla-Herausforderer Rivian, der bisher nur in Nordamerika aktiv ist, fielen die Auslieferungen im vierten Quartal im Jahresvergleich um gut 31 Prozent auf 9,745 Fahrzeuge. Im gesamten Jahr gab es ein Minus von 18 Prozent auf 42.247 Wagen. Rivian, ein Partner von VW bei der Entwicklung der Elektronik-Architektur kĂŒnftiger Elektroautos des deutschen Konzerns, will im kommenden Jahr mit einem deutlich gĂŒnstigeren Modell die VerkĂ€ufe steigern.
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