Textilien, Alltag

Textilien im Alltag: Belastbare Studien zur Krankheitsübertragung fehlen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Belastbare Studien zur Übertragung über Textilien fehlen; im Alltag zählt Händewaschen mehr als häufiges Wechseln der Kleidung.

Krankheitserreger auf Kleidung: Wie groß ist das Infektionsrisiko?
Ein sauberer Holzboden in einem Flur mit einfallendem Tageslicht und Schattenwurf. Illustration mit AI erstellt.

Kleidung, Handtücher und Bettwäsche gelten vielen als potenzielle Keimschleudern im Alltag. Tatsächlich können Textilien Bakterien und Pilzen einen Lebensraum bieten. Viren dagegen vermehren sich auf Stoffen nicht, manche bleiben laut aktuellen Einordnungen jedoch tagelang infektiös, wie die NZZ berichtete.

Belastbare Studien fehlen

Trotz der verbreiteten Sorge vor Ansteckung über Straßenkleidung gibt es bislang keine seriösen Studien, die klären, ob und wie oft Krankheiten tatsächlich auf diesem Weg übertragen werden. Die Datenlage zu diesem Thema bleibt damit dünn, obwohl die Frage im Alltag häufig aufkommt – etwa wenn es um das Tragen von Straßenkleidung in der Wohnung oder um den Umgang mit Handtüchern geht.

Theoretisch möglich, praktisch meist harmlos

Der Mikrobiologe Markus Egert ordnet das Risiko ein: Eine Übertragung von Krankheitserregern über Textilien sei theoretisch möglich. Für Menschen mit intaktem Immunsystem gehe von den meisten Keimen auf Kleidung jedoch keine ernsthafte Gefahr aus.

Entscheidend ist laut dieser Einschätzung, dass Erreger überhaupt einen Weg in den Körper finden müssen – etwa über den Mund oder über offene Wunden. Ohne einen solchen Übertragungsweg bleibt das bloße Vorhandensein von Bakterien oder Pilzen auf Stoffoberflächen weitgehend folgenlos.

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Risikogruppen und besondere Situationen

Nicht jede Situation ist gleich zu bewerten. Besondere Vorsicht ist laut der Einordnung bei Arbeitskleidung von Ärzten und Landwirten geboten, da diese Berufsgruppen im Arbeitsalltag mit einem erhöhten Aufkommen an Erregern in Kontakt kommen können.

Auch bei Kleinkindern rät der Hygieniker Walter Zingg zu einer konkreten Vorsichtsmaßnahme: Straßenschuhe sollten nicht innerhalb der Wohnung getragen werden, da Kinder häufiger engen Bodenkontakt haben und Gegenstände in den Mund nehmen.

Händewaschen wichtiger als Kleiderwechsel

Für den Alltag der meisten Menschen liefert die Einordnung eine klare Priorität: Nicht der häufige Wechsel von Kleidung ist die wirksamste Hygienemaßnahme, sondern regelmäßiges Händewaschen. Während die Sorge um kontaminierte Textilien in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Vordergrund steht, gilt die Handhygiene weiterhin als der zentrale Hebel, um die Übertragung von Krankheitserregern im Alltag zu verringern.

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Für Verbraucher bedeutet das: Wer sich vor Infektionen schützen möchte, sollte den Fokus weniger auf ständigen Kleiderwechsel legen als auf konsequentes Händewaschen – ergänzt durch gezielte Vorsicht in Risikosituationen, etwa bei Arbeitskleidung in medizinischen oder landwirtschaftlichen Berufen sowie im Umgang mit kleinen Kindern.

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von NZZ.

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