THC-GummibÀrchen in Berlin: Behörden warnen nach drei VergiftungsfÀllen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berliner Behörden warnen vor dem Verzehr bestimmter GummibĂ€rchen, die mit einer unbekannten Substanz versetzt sind. Die Produkte fĂŒhrten bereits zu schweren Vergiftungen und stehen im Zusammenhang mit einem Todesfall. Fachstellen und die Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit sehen dringenden Handlungsbedarf, da die SĂŒĂwaren offenbar hochgefĂ€hrliche Wirkstoffe enthalten.
VorfÀlle in Friedrichshain und Neukölln
Die Serie der Vergiftungen begann am 18. September 2026. An diesem Tag erlitt eine 30-jĂ€hrige Frau in der MĂŒhlenstraĂe in Berlin-Friedrichshain nach dem Konsum von THC-GummibĂ€rchen schwere Bewusstseinsstörungen und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Etwa eine Stunde spÀter zeigte ein 40-jÀhriger Mann an derselben Adresse in Friedrichshain-Kreuzberg vergleichbare Symptome und wurde ebenfalls stationÀr aufgenommen. Bei beiden Betroffenen stellten Mediziner eine Vergiftung mit einem noch nicht nÀher bestimmten Opioid fest. Das verabreichte Notfallmedikament Naloxon schlug bei beiden Personen an.
Am 22. September 2026 kam es zu einem weiteren Zwischenfall: In der Kienitzer StraĂe in Berlin-Neukölln erlitt ein 42-jĂ€hriger Mann nach dem Konsum eines Gummitiers einen Kreislaufstillstand. RettungskrĂ€fte wurden um 10:26 Uhr alarmiert, WiederbelebungsmaĂnahmen blieben jedoch erfolglos. Ob das konsumierte Produkt letztlich ursĂ€chlich fĂŒr den Todesfall war, ist behördlich noch nicht bestĂ€tigt.
Warnung vor grĂŒnem Fruchtgummi und Symptomen
Die Initiative Drugchecking Berlin veröffentlichte am 23. September 2026 eine Substanzwarnung. Diese bezog sich auf grĂŒne Gummis in Hanfblattform, die als THC-Produkte verkauft werden, nachdem es seit der Vorwoche zu mehreren VergiftungsfĂ€llen gekommen war.
Zu den beobachteten Symptomen zĂ€hlen laut der Organisation starke MĂŒdigkeit, Bewusstseinsstörungen, eine verlangsamte oder aussetzende Atmung, blĂ€uliche Lippen, verengte Pupillen sowie Bewusstlosigkeit. Dieses Krankheitsbild passt zu einem opioiden Toxidrom.
Erst Bewusstseinsstörungen in Friedrichshain, dann ein Kreislaufstillstand in Neukölln â Berliner Behörden warnen vor grĂŒnen Gummis in Hanfblattform, die als THC-Produkte verkauft werden, aber offenbar ein Opioid enthalten. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie gefĂ€lschte Produkte erkennen und welche Symptome keinen Aufschub dulden. Kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern
Die Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit geht von drei mutmaĂlich zusammenhĂ€ngenden FĂ€llen aus. Eine Sprecherin der Verwaltung erklĂ€rte, es habe sich um unterschiedlich starke Formen von Intoxikationen mit einem opioiden Toxidrom gehandelt. Die Behörde sprach eine dringende Warnung vor dem Konsum THC-haltiger GummibĂ€rchen aus und informierte Berliner Kliniken sowie Beratungsstellen ĂŒber die Gefahrenlage.
Laufende Laboranalysen und Ermittlungen
Die genauen Inhaltsstoffe der sichergestellten GummibÀrchen werden derzeit von Behörden untersucht. Eine Laboranalyse steht noch aus, weshalb ein konkretes Opioid bislang nicht namentlich bestÀtigt werden konnte.
Parallel dazu fĂŒhrt die Polizei Ermittlungen zur Herkunft und Bezugsquelle der gefĂ€hrlichen Produkte. Nach bisherigen Erkenntnissen waren die SĂŒĂwaren teilweise in gefĂ€lschten Markenverpackungen im Umlauf.
Rechtlicher Rahmen und europÀische Warnungen
Nach den gesetzlichen Vorgaben darf ein Fruchtgummi von 10 Gramm höchstens 30 mg THC enthalten. Trotz der im FrĂŒhjahr 2024 beschlossenen Teil-Legalisierung von Cannabis bleibt der freie Verkauf von THC-Edibles weiterhin verboten. Ausgenommen von dieser Regelung sind ausschlieĂlich Ă€rztlich verordnete medizinische THC-Fruchtgummis, die ĂŒber Apotheken bezogen werden.
Starke MĂŒdigkeit, verengte Pupillen, blĂ€uliche Lippen, aussetzende Atmung: Diese Zeichen passen zu einem opioiden Toxidrom â und zĂ€hlen zu den Symptomen, die die Berliner Substanzwarnung nach mehreren VergiftungsfĂ€llen beschreibt. Unser Leitfaden fasst zusammen, wann Sie sofort den Notruf wĂ€hlen und was Angehörige in den ersten Minuten tun können. Notfall-Symptome jetzt nachlesen
Gleichzeitig weist die europÀische Drogenbeobachtungsstelle EUDA in ihrem EuropÀischen Drogenbericht 2026 auf ein wachsendes Risiko durch hochpotente synthetische Opioide hin. Nach Angaben der Behörde haben seit dem Jahr 2019 mindestens 21 EU-Mitgliedstaaten das Auftauchen von Nitazenen gemeldet.
