Thromboserisiko im Herbst: Warum Kälte und Infektionen die Gefäße belasten
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anlässlich des Welt-Thrombosetags thematisiert die Ludwig Boltzmann Gesellschaft das steigende Thromboserisiko in der kalten Jahreszeit. Zwar lagen im konkreten Berichtskontext keine spezifischen Zahlen oder Studien zu diesem saisonalen Anstieg vor, doch die Anfälligkeit des Gefäßsystems gegenüber Kälte und begleitenden Infektionskrankheiten beschäftigt die medizinische Praxis und Versorgungsforschung fortlaufend. Tiefe Venenthrombosen und entzündliche Reaktionen der Blutgefäße rücken mit sinkenden Temperaturen verstärkt in das Blickfeld der Prävention.
Klinische Vorsorge und gefäßschädigende Prozesse
Im stationären Sektor erfordert die Vorbeugung von Gefäßverschlüssen konkrete apparative Maßnahmen. So beschafft das Berliner Helios Klinikum Emil von Behring Kompressionstherapiegeräte zur Prophylaxe tiefer Venenthrombosen, die in den betroffenen Klinikbereichen angeliefert und eingesetzt werden sollen; die Angebotsfrist für das Vorhaben endet am 23. Oktober 2026.
Gefäßrisiken entstehen jedoch nicht nur mechanisch, sondern werden auch durch systemische Infektionen getrieben. Studien zeigen, dass Erkrankungen wie Grippe, Covid-19 und Gürtelrose mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Demenz und Lungenkrebs einhergehen. Akute Entzündungsprozesse können bestehende Plaques in den Blutgefäßen destabilisieren und langfristig die Arteriosklerose beschleunigen.
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Entzündungsmarker und rheumatische Risikofaktoren
Die Rolle systemischer Entzündungen betont am 12. Oktober 2026 auch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie anlässlich des Welt-Rheuma-Tags. Sie rät Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zu einer frühzeitigen ärztlichen Untersuchung des kardiovaskulären Risikos gemäß den S3-Leitlinien.
Entzündungsreaktionen lassen sich über spezifische Biomarker nachweisen: Das C-reaktive Protein steigt nach einer Gewebeschädigung oder Infektion als Akutphase-Protein innerhalb von 4 bis 6 Stunden an. Bei Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder dem systemischen Lupus erythematodes spiegelt dieser Wert die jeweilige Krankheitsaktivität wider und liefert damit Hinweise auf gefäßbelastende Entzündungsschübe.
Infektionsgeschehen und präventive Strategien
Mit dem Beginn des Herbstes nimmt die Zahl akuter Atemwegserkrankungen zu, die als Treiber von Gefäßentzündungen gelten. Das Robert Koch-Institut erfasste für die Woche vom 28. September bis zum 4. Oktober 2026 rund 5,6 Millionen neue akute Atemwegserkrankungen in Deutschland. Dies entspricht etwa 6.600 Fällen je 100.000 Einwohner und lag unter dem Vorwochenwert, bei schätzungsweise 1,1 Millionen Praxisbesuchen. Während aktuell Rhino-, Entero- und Parainfluenzaviren dominieren, steigt die Aktivität von Corona- und Influenzaviren seit Wochen an.
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Studien verdeutlichen, dass Impfungen gegen Grippe und Covid-19 das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich senken können, während sich zusätzliche Inflammationsmodulatoren in der Entwicklung befinden.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen gegen SARS-CoV-2 und das Respiratorische Synzytial-Virus für Personen ab 75 Jahren sowie für Menschen in Einrichtungen und Vorerkrankte. Dennoch bestehen Impflücken: Die Influenza-Impfquote liegt bei Erwachsenen mit Grunderkrankungen nur bei 30 bis 40 Prozent und stagniert bei betroffenen Kindern bei 10 Prozent.
STIKO-Chef Berner verwies darauf, dass damit rund 90 Prozent der gefährdeten Kinder und zwei Drittel der Risiko-Erwachsenen ungeschützt seien. Virologin Protzer von der TU München betonte, dass aktuelle Impfstoffe guten Schutz böten, das Immunsystem jedoch rund zwei Wochen für den vollen Schutz benötige und die Immunität nach 1 bis 2 Jahren nachlasse.

