TI-Gateway-Ausfall, Arvato-Kunden

TI-Gateway-Ausfall: Arvato-Kunden verlieren Zugang zu E-Rezept und ePA

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 11:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Ausfall des TI-Gateways unterbrach Arvato-Kunden den Zugang zu E-Rezept, Patientenakte und weiteren digitalen Anwendungen.
Architektonisches Detail einer modernen Gebäudefassade in der Dämmerung mit klaren Linien und geometrischen Strukturen. Illustration mit AI erstellt.

Die Stabilität digitaler Netze im Gesundheitswesen steht zunehmend im Fokus von Sicherheits- und Branchenanalysen. Wie aus einem Fachbericht vom 2. November 2026 hervorgeht, verzeichnete die Arvato Systems Digital GmbH an einem Montagmorgen eine Störung ihres TI-Gateways.

Infolgedessen verfügten Kundinnen und Kunden des IT-Dienstleisters über keinen Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI). Sämtliche Anwendungen und Prozesse, die über diesen spezifischen TI-Zugang abgewickelt werden, waren von dem Ausfall betroffen. Seitens der Gematik hieß es dazu, dass die Ursachenanalyse eingeleitet worden sei.

Betroffene Dienste im medizinischen Regelbetrieb

Die Funktionsfähigkeit des Zugangs zur Telematikinfrastruktur bildet das informationstechnische Rückgrat für zahlreiche zentrale Abläufe in Praxen und Apotheken.

Laut dem Bericht vom 2. November 2026 galten bei der Störung der Arvato Systems Digital GmbH mehrere Kernanwendungen als potenziell eingeschränkt. Zu den betroffenen Funktionen zählten das elektronische Rezept (E-Rezept), die elektronische Patientenakte (ePA) sowie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).

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Ebenso beeinträchtigt waren das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) und der elektronische Arztbrief. Derartige Ausfälle verdeutlichen die operativen Abhängigkeiten, die mit der zentralisierten Digitalisierung des Versorgungssektors einhergehen.

Wachsende Bedrohungslage für sensible Sektoren

Die Verwundbarkeit digitaler Kommunikationswege beschränkt sich nicht allein auf das Gesundheitswesen, sondern betrifft die gesamte kritische Infrastruktur. Deutsche Sicherheitsbehörden informierten Parlamentsausschüsse laut einem Bericht vom 1. November 2026 über eine Zunahme komplexer Cyberangriffe.

Zielscheibe dieser Aktivitäten seien insbesondere Energienetze, Verkehrssysteme sowie Einrichtungen der Spitzenfertigungsforschung. Den Behörden zufolge streben vor allem staatlich gestützte Akteure gezielte Industriespionage sowie Störungen der betroffenen Systeme an.

Vor diesem Hintergrund reagiert auch die Politik auf administrativer Ebene: Das Bundeskabinett prüft laut einem Bericht vom 2. November 2026 strengere gesetzliche Sicherheitsanforderungen, die Betreiber von Infrastrukturen in den Bereichen Telekommunikation, Energie und Verkehr künftig erfüllen müssen.

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Verschärfter Rechtsrahmen und technologische Schutzansätze

Die Anforderungen an die IT-Sicherheit werden durch bestehende und neue Regulierungen kontinuierlich angehoben. Auf gesetzlicher Ebene verpflichtet bereits § 31 Abs. 2 des BSI-Gesetzes (BSIG) die Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) zum Einsatz von Systemen zur Angriffserkennung. Zudem gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz seit Dezember 2025, während die Meldepflichten im Rahmen des Cyber Resilience Acts (CRA) ab dem 11. September 2026 greifen.

Um diesen regulatorischen Vorgaben in industriellen und kritischen Umgebungen gerecht zu werden, kommen spezialisierte Sicherheitslösungen zum Einsatz. So betreiben die Unternehmen consistec und ads-tec die Erkennungssoftware caplon als Docker-Container direkt auf der Industrial Router Firewall (IRF-Serie) von ads-tec.

Das Konzept sieht eine Segmentierung in bis zu acht Segmente sowie eine Anbindung über LTE oder VPN vor, wodurch der Einsatz eines separaten Monitoring-Geräts entfällt. Als Referenz für diese Sicherheitsarchitektur dient eine Müllverbrennungsanlage. Das beteiligte Technologieunternehmen ads-tec beschäftigt rund 70 Mitarbeitende am Standort Nürtingen und weitere 40 in Dresden.

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