Tim, Cook

Tim Cook warnt vor Jahrhundertereignis: iPhone 19 Pro wird 200 Euro teurer

21.06.2026 - 12:03:15 | boerse-global.de

Die Verlagerung der NAND-Produktion auf KI-Infrastruktur führt zu drastischen Preissprüngen und Lieferengpässen bei SSDs und RAM für Endverbraucher.

SSD-Markt im freien Fall: KI-Boom verdrängt Konsumentenproduktion
Tim - Server racks with glowing blue lights and visible solid-state drives (SSDs) in a high-tech data center. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund ist die massive Verlagerung der Produktion hin zu KI-Infrastruktur, die Konsumentenprodukte verdrängt. Die Folgen spüren Verbraucher weltweit – auch in Deutschland.

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Computex 2026: Alarmzeichen für die Branche

Auf der Computex in Taipeh Anfang Juni zog Nelson Duann, Vizepräsident von Silicon Motion, eine alarmierende Bilanz: Der Retail-Markt für SSDs sei im ersten Halbjahr praktisch verschwunden. Große PC-Hersteller wie Acer, Asus, Dell und HP müssten NAND-Flash-Speicher inzwischen direkt bei Modul-Assemblierern beschaffen, weil die Primärhersteller nicht mehr liefern können.

Die fünf größten NAND-Produzenten haben ihre Kapazitäten radikal umgeschichtet. Laut Marktforschungsdaten von TrendForce stiegen ihre Umsätze im ersten Quartal 2026 um 83,7 Prozent auf über 38,9 Milliarden Euro. Marktführer Samsung erzielte 13,51 Milliarden Euro, gefolgt von SK Hynix mit 7,53 Milliarden Euro und Kioxia mit 5,96 Milliarden Euro.

KI-Durststrecke: 80 Prozent der Produktion für Rechenzentren

Der Engpass hat System: KI-Modelle verschlingen Unmengen an Speicher. Branchenanalysten rechnen damit, dass KI-Infrastruktur bis 2027 zwischen 70 und 80 Prozent der globalen NAND-Produktion absorbieren wird. Parallel dazu haben Samsung und SK Hynix über 30 Prozent ihrer DRAM-Kapazität auf High Bandwidth Memory (HBM) umgestellt – ein Speichertyp, der etwa dreimal so viel Wafer-Kapazität benötigt wie standardmäßiger DDR5-RAM.

Die Folge: Auch Arbeitsspeicher für Verbraucher wird knapp und teuer. Wer in Deutschland einen neuen PC zusammenstellen möchte, muss mit deutlich höheren Preisen rechnen als noch vor einem Jahr.

Apple-Chef spricht von „Jahrhundertereignis“

Die Lage ist so ernst, dass sich selbst Apple-Chef Tim Cook öffentlich äußerte. In einem Interview vom 17. Juni 2026 bezeichnete er die Speicherknappheit als ein „einmaliges Ereignis in einem Jahrhundert“ und kündigte unvermeidliche Preisanpassungen an. TechInsights-Schätzungen zufolge könnte das kommende iPhone 19 Pro um über 200 Euro teurer werden – ein Einstiegspreis von rund 1.300 Euro wäre möglich.

Die Marktforscher von IDC und Gartner haben ihre Prognosen für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Gartner erwartet einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 10,4 Prozent – nicht wegen mangelnder Nachfrage, sondern wegen explodierender Speicherkosten. IDC rechnet in einem pessimistischen Szenario mit Smartphone-Preissteigerungen von sechs bis acht Prozent.

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Dramatische Preissprünge im Handel

Die Lage im Einzelhandel spricht Bände: SSD-Preise haben sich verdoppelt, RAM-Kosten vervierfacht. Ein seltenes Schnäppchen gab es am 20. Juni 2026, als die Samsung 990 Pro mit 2 Terabyte im Rahmen eines Prime-Day-Angebots auf 369 Euro fiel. Zuvor hatte der Preis zeitweise doppelt so hoch gelegen.

Manche Hersteller ziehen sich sogar komplett aus dem Konsumentenmarkt zurück. Micron stellte seine Verbrauchermarke Crucial ein – ein deutliches Signal, wohin die Reise geht.

Samsung vor Arbeitskampf – Produktion gefährdet

Auch die Produktionsstabilität wackelt. Ende Mai 2026 drohten über 43.000 Arbeiter in Samsungs Halbleiterwerken in Korea mit einem 18-tägigen Streik. Analysten warnten, dass ein solcher Ausstand die globale Speicherproduktion um drei bis vier Prozent reduzieren könnte – in einem Markt, der bereits am Limit arbeitet.

Die Hersteller selbst fahren indes Rekordgewinne ein. Sandisk-Aktien schlossen am 18. Juni 2026 bei einem historischen Höchststand von 2.184,75 Euro – nach einem Umsatzplus von 97 Prozent im Quartalsvergleich. Auch Micron wird für seinen am 24. Juni erwarteten Quartalsbericht mit deutlichem Wachstum gerechnet.

Chinesische Hersteller: Keine Entlastung in Sicht

Hoffnungen auf eine Entspannung durch chinesische Produzenten wie CXMT oder YMTC haben sich zerschlagen. Diese Firmen stehen unter staatlichem Druck, den heimischen Markt zu priorisieren. Sie können ihre Produktion nicht an die globalen Höchstbietenden im Rechenzentrumsbereich verkaufen.

Die Prognosen der Branche sind eindeutig: Eine spürbare Entspannung bei Speicherpreisen und Verfügbarkeit von Consumer-Hardware ist frühestens 2027 oder 2028 zu erwarten. Bis dahin müssen Verbraucher mit knappen Ressourcen und steigenden Preisen leben.

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