Toxische, Beziehungen

Toxische Beziehungen: 41 Prozent der Frauen sind betroffen

22.06.2026 - 03:01:44 | boerse-global.de

Studien belegen hohe Belastung durch toxische Muster. Experten nennen acht Warnsignale und raten zu bewusster Reflexion nach Trennungen.

Toxische Beziehungen: Warnsignale und psychische Folgen fĂŒr Frauen
Toxische - Eine einzelne, stilisierte Figur steht an einem Scheideweg, der einen Weg hell erleuchtet, den anderen im Schatten. 22.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Zahlen zeigen: Besonders Frauen sind betroffen, und die Forschung warnt vor den psychischen Folgen.

Jede dritte Frau hat toxische Erfahrungen gemacht

Eine Erhebung von Parship aus dem Jahr 2021 ergab: 36 Prozent der Befragten haben bereits eine toxische Beziehung erlebt. Bei Frauen liegt der Anteil mit 41 Prozent deutlich höher als bei MÀnnern mit 31 Prozent.

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Der Jahresbericht 2025 der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB) der Vogelsberger LebensrĂ€ume bestĂ€tigt den Trend. Rund 1.500 Beratungskontakte verzeichnete die Stelle – mit einem deutlichen Anstieg bei fĂ€llen toxischer Partnerschaften. Besonders betroffen: Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Beraterinnen beobachten zudem eine Zunahme von Unterordnungstendenzen, die teilweise mit dem sogenannten „Tradwife“-PhĂ€nomen zusammenhĂ€ngen.

Co-AbhĂ€ngigkeit: Ein oft ĂŒbersehenes Problem

Ein weiteres Thema in der Fachpraxis ist die Co-AbhĂ€ngigkeit. SchĂ€tzungen zufolge sind in etwa 90 Prozent der FĂ€lle Frauen betroffen – hĂ€ufig im Kontext von Partnerschaften mit suchtkranken Personen.

Der autofiktionale Roman „Co“ von Rina Schmeller, der im Juni 2026 erschien, beleuchtet genau diese Dynamik und den Weg aus solchen Strukturen.

Acht Warnsignale fĂŒr toxische Freundschaften

Der Paarberater Jonathan Makkonen und die Psychotherapeutin Felicitas Ambauen haben klare Warnsignale definiert. In toxischen Freundschaften lassen sich acht zentrale Merkmale identifizieren:

  • Massives Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen
  • GesprĂ€che drehen sich fast ausschließlich um eine Person
  • AusgeprĂ€gter Neid und Eifersucht
  • Einseitige Entschuldigungsforderungen
  • RĂŒcksichtslosigkeit und soziale Exklusion
  • Beleidigungen, Abwertungen und manipulatives Verhalten

Psychologische HintergrĂŒnde fĂŒr gesprĂ€chsdominantes oder narzisstisches Verhalten: Ein geringes SelbstwertgefĂŒhl oder die Angst vor Stille. Eine Studie der UniversitĂ€t MĂŒnster mit rund 270.000 Befragten zeigt zudem: MĂ€nner weisen tendenziell stĂ€rkere narzisstische ZĂŒge auf als Frauen.

Die Fachwelt empfiehlt nach toxischen Beziehungen eine bewusste Reflexionsphase. Ziel: eigene Muster erkennen und kĂŒnftig auf positive Beziehungszeichen achten – sogenannte „Green Flags“ wie KonfliktfĂ€higkeit und das Akzeptieren von Grenzen.

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Wenn das Smartphone zur Beziehungsfalle wird

Die Forschung untersucht zunehmend, wie elterliches Verhalten die Bindungsmuster der nĂ€chsten Generation prĂ€gt. Eine Studie in „Frontiers in Psychology“ mit 600 US-amerikanischen Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) zeigt: Wahrgenommene Ablenkung der Eltern durch Smartphones korreliert mit unsicheren Bindungsmustern – etwa Ängstlichkeit oder emotionalem RĂŒckzug.

Dr. Don Grant von Newport Healthcare und weitere Experten raten zu bewussten Interaktionen und gerÀtefreien Zeiten.

Kritik gibt es an Produkten wie dem „Peek A Book“ – einer Buch-Attrappe zum Verstecken von Smartphones. Kinder- und Jugendcoach Melania Montanari betont: „Echte Anwesenheit kann man nicht durch technische Tarnung ersetzen.“

Parallel dazu rĂŒsten Technologieanbieter auf: Apple bringt mit iOS 27 und macOS 27 verschĂ€rfte Jugendschutzfunktionen, auch WhatsApp erweitert seine elternverwalteten Konten.

KI als Erziehungsberater: Mehr als die HĂ€lfte der Eltern fragt Chatbots

Ein aktueller Trend: Immer mehr Eltern nutzen kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr Erziehungsfragen. Laut der Studie „KI im Alltag 2026“ der Pronova BKK haben bereits mehr als 50 Prozent der Eltern in Deutschland Chatbots um Rat gefragt.

41 Prozent gaben an, die KI als empathischer wahrzunehmen als menschliche Ansprechpartner. Kritisch: 64 Prozent der Eltern prĂŒfen die generierten RatschlĂ€ge selten oder nie auf ihre Richtigkeit.

Erziehungsexpertin Nicola Schmidt warnt vor einer Überforderungsspirale. Ihre Sorge: KI fungiert lediglich als „Kummerkasten“ ohne fundierte fachliche Basis.

Thorsten Schmiege, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), spricht sich gegen pauschale Verbote aus. Stattdessen plĂ€diert er fĂŒr effektive Schutzkonzepte und mehr Verantwortung der Plattformbetreiber.

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