Toyota übernimmt E-Flugtaxi-Produktion: 900 Millionen Euro für Joby
30.06.2026 - 19:18:44 | boerse-global.de
Toyota steigt mit Mehrheitsbeteiligung in die Serienproduktion von E-Flugtaxis ein.
Der japanische Autoriese Toyota Motor Corporation und der US-amerikanische Flugtaxi-Pionier Joby Aviation haben heute eine strategische Fertigungsallianz geschlossen. Gemeinsam gründen sie das Joint Venture Joby Toyota Aero Manufacturing Preparation Co. (JTAMPC) mit Sitz im US-Bundesstaat Delaware. Ziel ist es, die Produktion von eVTOL-Flugzeugen (elektrischer Senkrechtstarter) auf industrielles Niveau zu heben.
Fertigungskompetenz aus der Automobilindustrie
Die neue Gesellschaft wird von Toyota kontrolliert: Der Konzern hält 51 Prozent der Anteile und stellt drei der fünf Mitglieder im Board of Directors. Joby sichert sich die restlichen 49 Prozent. Für bestimmte strategische Entscheidungen ist jedoch das Einverständnis beider Partner nötig.
Toyota hat bereits rund 900 Millionen Euro in Joby investiert. Weitere 230 Millionen Euro stehen bereit, sobald bestimmte kommerzielle und regulatorische Meilensteine erreicht sind.
Im Gegenzug bringt Joby sein geistiges Eigentum ein – inklusive der exklusiven Fertigungsrechte für seine S4-Serie. Toyota steuert seine jahrzehntelange Erfahrung in der Massenproduktion bei: Effizienzsteigerung, Qualitätskontrolle und Kostenmanagement stehen im Fokus.
Markt reagiert positiv – Regulierung bleibt Hürde
Die Ankündigung ließ die Joby-Aktie im vorbörslichen Handel um 7 Prozent steigen. Toyota-Papiere gaben dagegen leicht um 2 Prozent nach. Das Geschäft unterliegt noch der Prüfung durch US-Behörden, darunter der Committee on Foreign Investment (CFIUS) und kartellrechtliche Verfahren nach dem Hart-Scott-Rodino-Gesetz.
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Der Vertrag enthält zudem klare Ausstiegsklauseln: Sollte die FAA-Zulassung ausbleiben, Produktionsziele verfehlt werden oder Finanzierungszusagen platzen, kann das Bündnis aufgelöst werden.
Flugtaxis auf dem Weg in die Praxis
Die Allianz kommt in einer entscheidenden Phase. Erst im April 2026 absolvierte Joby eine einwöchige Demonstrationsserie in New York City – inklusive Flüge zwischen dem John F. Kennedy International Airport und dem Downtown Skyport in Manhattan.
Auch international tut sich etwas: Mitte Juni gründeten Infrastrukturanbieter und Luftfahrtberater in Japan ein Konsortium zur Entwicklung von Vertiports im Großraum Tokio. In den USA hat die FAA in 26 Bundesstaaten Pilotprogramme für eVTOL-Tests genehmigt. Neben Joby sind auch Archer Aviation und Beta Technologies beteiligt.
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In New York laufen zudem Pläne, bestehende Heliports zu elektrifizierten Vertiports umzurüsten. Der Betrieb könnte innerhalb eines Jahres nach der endgültigen FAA-Zulassung starten.
