TRANSFORM-II-Studie, Sirolimus-Ballon

TRANSFORM-II-Studie: Sirolimus-Ballon ist Stents bei KoronarlÀsionen nicht unterlegen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwölf Monaten war der Sirolimus-Ballon beim LÀsionsversagen nicht unterlegen; erneute Eingriffe an der ZiellÀsion waren hÀufiger.
Ein steriler, modern ausgestatteter kardiologischer Untersuchungsraum mit medizinischen GerÀten in einer Klinik. Illustration mit AI erstellt.

In der interventionellen Kardiologie gewinnen medikamentenbeschichtete Ballonkatheter als Alternative zu permanenten GefĂ€ĂŸstĂŒtzen zunehmend an Bedeutung. Eine zentrale Fragestellung betrifft deren Wirksamkeit und Sicherheit bei noch unbehandelten Verengungen der HerzkranzgefĂ€ĂŸe.

Auf dem Fachkongress TCT 2026 in San Diego wurden am 1. November 2026 die Ergebnisse der TRANSFORM-II-Studie als sogenannte Late-Breaking-Untersuchung vorgestellt. Die PrÀsentation durch Bernardo Cortese lieferte neue Vergleichsdaten zwischen einem Sirolimus-beschichteten Ballon und modernen medikamentenfreisetzenden Stents.

Randomisierter Vergleich bei de-novo-LĂ€sionen

Die offene, randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie untersuchte den Sirolimus-beschichteten Ballon MagicTouch im direkten Vergleich zu Everolimus-freisetzenden Stents bei Patienten mit de-novo-KoronarlĂ€sionen. Das Protokoll sah einen GefĂ€ĂŸdurchmesser von 2,0 bis 3,5 Millimetern sowie eine maximale LĂ€sionslĂ€nge von 50 Millimetern vor. Eine 1:1-Randomisierung erfolgte ausschließlich nach einer erfolgreichen Vorbereitung der ZielĂ€sion.

Zwischen Dezember 2021 und Juni 2025 wurden an 53 Zentren in elf LĂ€ndern in Europa, SĂŒdostasien und SĂŒdamerika insgesamt 1.842 Patienten randomisiert, nachdem 2.600 Betroffene vorab gescreent worden waren. Auf die Gruppe mit dem Sirolimus-beschichteten Ballon entfielen 922 Teilnehmende, auf den Stent-Arm 920. Die Untersuchung lief unter der Registrierungsnummer NCT04893291 auf ClinicalTrials.gov.

Finanziert wurde das Projekt von der Fondazione Ricerca e Innovazione Cardiovascolare mithilfe eines uneingeschrÀnkten Grants von Concept Medical. Zeitgleich zur Vorstellung auf dem Kongress wurde die Studie im Fachjournal The Lancet zur Veröffentlichung angenommen.

PrimÀrer Endpunkt und vaskulÀre Ereignisse nach einem Jahr

Beim primĂ€ren Endpunkt, dem LĂ€sionsversagen nach zwölf Monaten, zeigte sich der Ballonkatheter dem Stent nicht unterlegen. Die Rate lag bei 2,1 Prozent im Ballon-Arm gegenĂŒber 2,4 Prozent im Stent-Arm. Dies entsprach einer Hazard Ratio von 0,86 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,47 bis 1,59. Die Risikodifferenz betrug minus 0,40 Prozentpunkte mit einer einseitigen Obergrenze von 0,78 Prozentpunkten, womit die vorgegebene Nichtunterlegenheitsmarge von 1,5 Prozentpunkten bei einem Signifikanzwert von p=0,004 eingehalten wurde.

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Bei den kombinierten klinischen Nettoereignissen nach zwölf Monaten verzeichnete die Ballongruppe 4,1 Prozent gegenĂŒber 5,3 Prozent unter dem Stent (Hazard Ratio 0,77; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,50 bis 1,17).

Die allgemeine Quote wiederholter Revaskularisierungen der ZiellÀsion fiel im Ballon-Arm mit 2,5 Prozent höher aus als im Stent-Arm mit 1,1 Prozent (Hazard Ratio 2,31; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,1 bis 4,85). Bei der rein ischÀmiebedingten Revaskularisierung der ZiellÀsion lagen die Werte mit 0,9 Prozent zu 0,8 Prozent eng beieinander.

Sicherheitsprofil und langfristige Einordnung

Im Arm des Sirolimus-Ballons war bei 7,6 Prozent der Behandelten ein nachtrĂ€gliches Einsetzen eines Stents als Bailout-Maßnahme erforderlich. Eine sichere oder wahrscheinliche Thrombose der LĂ€sion trat im Ballon-Arm bei 0 Prozent der Patienten auf, wĂ€hrend die Vergleichsgruppe mit dem Stent eine Rate von 0,2 Prozent aufwies.

Die Autoren hielten fest, dass die beobachteten Ergebnisse ĂŒber die Per-Protocol- und Device-Received-Analysen sowie alle Subgruppen hinweg konsistent blieben. Gleichzeitig lag die Gesamtrate an unerwĂŒnschten Ereignissen niedriger als im ursprĂŒnglichen Design kalkuliert.

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Aus Sicht der Studienautoren belegen die Daten die Nichtunterlegenheit des Sirolimus-freisetzenden Ballons gegenĂŒber dem medikamentenfreisetzenden Metallstent bei ausgewĂ€hlten, nicht komplexen de-novo-LĂ€sionen.

Das Verfahren biete den Vorteil einer lokalen antiproliferativen Wirkstoffabgabe, ohne dass dauerhaft ein metallenes Fremdimplantat im HerzkranzgefĂ€ĂŸ zurĂŒckbleibe. Die weitere klinische Nachbeobachtung der Kohorte ist auf einen Gesamtzeitraum von bis zu fĂŒnf Jahren angelegt.

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