Treibersignaturen: Microsoft verlangt ab MĂ€rz 2027 SBOM-Dateien
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 09:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat eine Aktualisierung seiner Infrastruktur fĂŒr die Signierung von Windows-Code angekĂŒndigt. Anlass ist der Ablauf des Zertifikats "Microsoft Windows Production PCA 2011" am 19. Oktober 2026. Da die Umstellung auf einen Nachfolger nur noch wenige Wochen entfernt liegt, sind IT-Abteilungen und Softwarehersteller aufgerufen, ihre Systeme entsprechend vorzubereiten.
Wechsel zu stĂ€rkerer VerschlĂŒsselung
Im Zuge der Umstellung wechselt Microsoft auf die kryptografischen Standards RSA-3072 und SHA-384, die bis Ende 2026 eingefĂŒhrt werden sollen. FĂŒr 2027 kĂŒndigte der Konzern zudem eine Migration hin zu post-quantenkryptografischen Verfahren (PQC) an, mit denen Signaturen kĂŒnftig auch gegenĂŒber möglichen Angriffen durch Quantencomputer abgesichert werden sollen.
Microsoft rĂ€t IT-Abteilungen, fĂŒr die Anbindung an die neue Infrastruktur ausschlieĂlich Standard-APIs zu verwenden und keine eigenen, direkten Anpassungen an der Zertifizierungsstelle (CA-Fixes) vorzunehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass Systeme nach der Umstellung reibungslos mit der neuen Zertifikatskette arbeiten und spĂ€tere Aktualisierungen nicht durch improvisierte Workarounds erschwert werden.
Neue Anforderungen an Treibersignaturen ab 2027
Ăber die reine Zertifikatserneuerung hinaus plant Microsoft weitergehende Ănderungen am Signierprozess fĂŒr GerĂ€tetreiber. Ab MĂ€rz 2027 verlangt der Konzern im Rahmen des Windows Hardware Compatibility Program (WHCP) fĂŒr Treibersignaturen unter Windows 11 25H2/26H1 sowie Windows Server 2025 zusĂ€tzliche Nachweise in Form von Software-StĂŒcklisten (SBOM) im Format SPDX 3.0 sowie sogenannte VEX-Dateien, die Auskunft ĂŒber bekannte Schwachstellen geben. Fehlen diese Dateien, wird laut Microsoft keine Signatur mehr erteilt.
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FĂŒr die praktische Umsetzung sollen entsprechende Werkzeuge im Windows Driver Kit (WDK) ab Dezember 2026 zur VerfĂŒgung stehen, damit Hersteller ihre Prozesse rechtzeitig vor Inkrafttreten der Pflicht im MĂ€rz 2027 anpassen können.
ZusĂ€tzlich schreibt Microsoft vor, dass die SBOM-Dateien zehn Jahre lang aufbewahrt werden mĂŒssen. Diese Aufbewahrungspflicht gilt sowohl fĂŒr HLK-Signaturen (Hardware Lab Kit) als auch fĂŒr sogenannte Attestation-Signaturen.
Bedeutung fĂŒr Hersteller und IT-Abteilungen
Mit den angekĂŒndigten Schritten reagiert Microsoft auf wachsende Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit von Software-Lieferketten und die langfristige Absicherung kryptografischer Verfahren. FĂŒr GerĂ€tehersteller und Softwareanbieter bedeutet dies zusĂ€tzlichen Dokumentationsaufwand, da ohne vollstĂ€ndige SBOM- und VEX-Dateien kĂŒnftig keine Treibersignaturen mehr ausgestellt werden.
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IT-Verantwortliche in Unternehmen sind zudem gefordert, den bevorstehenden Zertifikatswechsel im Oktober 2026 rechtzeitig nachzuvollziehen, um Störungen bei signierten Anwendungen und Treibern zu vermeiden.
