Treppensteigen, Stufen

Treppensteigen: 60 bis 70 Stufen tÀglich senken das Sterberisiko deutlich

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung von neun Studien verbindet regelmĂ€ĂŸiges Stufensteigen mit weniger Herz-Kreislauf-TodesfĂ€llen und geringerer Gesamtsterblichkeit.
Eine minimalistische Betontreppe in einem hellen, sonnendurchfluteten Architekturraum. Illustration mit AI erstellt.

Kleine Anpassungen der tĂ€glichen Bewegungsgewohnheiten können erhebliche Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit haben. Eine im August im Fachjournal American Journal of Cardiovascular Drugs veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse der University of East Anglia und des Norfolk and Norwich University Hospital liefert umfassende Daten zum gesundheitlichen Nutzen des Treppensteigens.

Auf Basis von neun Studien mit mehr als 480.000 Teilnehmenden zeigt die Untersuchung, dass regelmĂ€ĂŸiges Treppensteigen mit einem um 39 Prozent geringeren Risiko fĂŒr einen Herz-Kreislauf-Tod und einem um 24 Prozent niedrigeren Risiko fĂŒr das Versterben an jeglicher Ursache einhergeht. Zudem traten Herzinfarkte, SchlaganfĂ€lle und Herzinsuffizienz bei den aktiven Personen seltener auf.

Geringe Dosis mit messbarem Effekt

Die spezifische Analyse der Sterblichkeit stĂŒtzt sich auf fĂŒnf der berĂŒcksichtigten Studien mit insgesamt rund 455.000 Menschen im Alter von 35 bis 84 Jahren. Ein ursĂ€chlicher Kausalzusammenhang lĂ€sst sich durch das Studiendesign zwar nicht belegen, die relativen Unterschiede sind jedoch deutlich: Bei einem hypothetischen Ausgangsrisiko von 10 Prozent entspricht eine relative Abnahme um 39 Prozent einem verbleibenden Risiko von gut 6 Prozent.

Nach Angaben der Forschungsgruppe sind weder ein festes Tempo noch ein starres Pensum erforderlich. Die Forscherin Sophie Paddock erklÀrte im Rahmen der Veröffentlichung, dass jede kleine Anstrengung zÀhle.

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Bereits rund 60 bis 70 Stufen pro Tag – was etwa vier bis five TreppenlĂ€ufen entspricht – können spĂŒrbare Effekte erzielen. Diese Belastung lĂ€sst sich ĂŒber den Tag verteilen, beispielsweise auf zwei Abschnitte am Vormittag und zwei am Nachmittag.

Wie die Kardiologin Juliana Soares vom Hospital Israelita Albert Einstein betonte, kommt es vor allem auf das kumulierte Gesamtvolumen an. FĂŒr Menschen mit vorwiegend sitzender Lebensweise stelle das Nutzen von Treppen einen einfachen Einstieg dar, bei dem die IntensitĂ€t schrittweise gesteigert werden könne.

Fachquellen verweisen zudem darauf, dass das Steigen von Stufen die Herz- und Lungenfitness stĂ€rkt, Oberschenkel-, Waden- und GesĂ€ĂŸmuskulatur trainiert, Koordination und Gleichgewicht fordert und den Energieverbrauch unterstĂŒtzt.

Risiken und individuelle Voraussetzungen

Trotz der Vorteile ist die Belastung nicht fĂŒr jeden uneingeschrĂ€nkt geeignet. Das Einstein Hospital Israelita und weitere Fachquellen weisen darauf hin, dass Treppensteigen fĂŒr Ă€ltere Personen mit hohem Sturzrisiko, Gleichgewichtsstörungen oder Gelenkbeschwerden ohne vorherige Ă€rztliche RĂŒcksprache vermieden werden sollte.

Gleiches gilt bei dekompensierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Herzinsuffizienz, unkontrollierten Arrhythmien oder bestehenden Brustschmerzen. Treten Schwindel oder ungewöhnliche Atemnot auf, sollte die Belastung sofort unterbrochen werden.

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Die niederlĂ€ndische Organisation VeiligheidNL rĂ€t im Alltag zu grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen: Treppenstufen sollten stets freigehalten werden, eine Hand sollte fĂŒr den Handlauf frei bleiben, und es sollte auf rutschfestes Schuhwerk sowie ausreichende Beleuchtung geachtet werden.

Gesamtvolumen entscheidend: Parallelen zum Wochenend-Training

Die Relevanz des Gesamtbewegungsvolumens spiegelt sich auch in weiteren sportmedizinischen Veröffentlichungen wider. Die European Association of Preventive Cardiology (EAPC) stellte in einer Stellungnahme im European Journal of Preventive Cardiology fest, dass die gesundheitlichen Effekte von AktivitÀt einer L-förmigen Kurve folgen.

Der grĂ¶ĂŸte relative Zugewinn an gesunden Lebensjahren entstehe demnach bereits beim Wechsel von vollstĂ€ndiger InaktivitĂ€t zu geringer Bewegung. Dabei seien Vorgaben wie 10.000 Schritte am Tag keine zwingende Richtlinie; bereits das frĂŒhere Aussteigen aus öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Nutzung von Treppen verbessere Herz- und Stoffwechselwerte spĂŒrbar.

Zugleich zeigt die EAPC, dass Personen, die ihr Pensum auf ein bis zwei Einheiten am Wochenende konzentrieren, einen nahezu identischen kardiovaskulÀren Nutzen erzielen wie Menschen mit tÀglich verteiltem Training. Dies deckt sich mit einer sensorbasierten Studie, die im JAMA erschien.

Wer die von Organisationen wie dem niederlĂ€ndischen Gezondheidsraad empfohlenen 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche beispielsweise samstags und sonntags zu je 75 Minuten absolviert – etwa durch Wandern oder Radfahren –, senkt das Risiko fĂŒr Infarkte, Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen Ă€hnlich effektiv wie bei einer Verteilung ĂŒber die gesamte Woche. Zur Vermeidung von Überlastungen an Sehnen und Gelenken sollte die BelastungsintensitĂ€t jedoch schrittweise aufgebaut werden.

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