Trickbetrug: Betrüger erbeuten Hunderttausende Euro bundesweit
21.06.2026 - 16:37:07 | boerse-global.de
Die Täter erbeuteten Bargeld, Gold und Schmuck im Gesamtwert von mehreren Hunderttausend Euro. Ihre Masche: falsche Polizeibeamte, angebliche Bankmitarbeiter und sogenannte Schockanrufe.
Goldmünzen und Schmuck in Pirna gestohlen
Besonders dreist gingen die Betrüger in Pirna vor. Eine 87-jährige Frau übergab Goldmünzen und Schmuck im Wert von rund 65.000 Euro. Die Täter gaben sich am Telefon als Sparkassenmitarbeiter und Polizist aus. Nur wenige Kilometer entfernt, in Wilsdruff-Mohorn, schlugen sie erneut zu. Dort erbeuteten sie bei einer 86-Jährigen Geldkarten und Goldschmuck. Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar.
Während Betrüger oft am Telefon zuschlagen, warnen Experten auch vor den Gefahren beim mobilen Bezahlen und Online-Banking. Wer diese fünf einfachen Maßnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle Schäden durch Cyberkriminelle. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt entdecken
Auch Sachsen-Anhalt ist betroffen. In Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) wurde eine 75-jährige Frau Opfer eines angeblichen Polizeibeamten. Er warnte sie vor einem Einbruch. Um ihre Wertsachen zu sichern, übergab die Seniorin Vermögenswerte von mindestens 50.000 Euro an einen Komplizen.
Hessen besonders stark getroffen
Die Betrugswelle erfasste am vergangenen Wochenende auch Hessen mit enormen Schäden. In Korbach entstand durch einen Schockanruf ein Schaden von rund 100.000 Euro. In Wiesbaden-Kostheim übergab ein 92-jähriger Mann sein gesamtes Vermögen. Die Täter hatten ihm vorgegaukelt, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht und müsse Kaution hinterlegen. In Alzey erbeuteten die Betrüger einen fünfstelligen Betrag.
Bereits Mitte Juni schlugen Täter in Wabern-Hebel zu. Ein angeblicher Bankmitarbeiter entwendete einer Seniorin die EC-Karte samt PIN und verursachte einen Schaden von 6.000 Euro.
Neue Masche: Der falsche Nachbar
In Oberbayern zeigt sich eine neue Variante. In Germering gab sich ein Täter als neuer Nachbar aus. Unter dem Vorwand einer Einweihungsfeier verschaffte er sich Zutritt zur Wohnung eines 81-Jährigen. Der Schaden: Schmuck im Wert von rund 3.500 Euro.
Betrug verlagert sich ins Digitale
Die Täter erweitern ihre Methoden. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor Anrufern, die sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale ausgeben. Ihr Ziel: Opfer auf gefälschte Webseiten locken und persönliche Daten abgreifen. Parallel dazu läuft eine Phishing-Welle gegen Kunden von Sparkassen und PayPal.
Da sich Betrugsmaschen wie Phishing-Wellen zunehmend gegen Nutzer von Bezahldiensten richten, ist ein sicherer Umgang mit dem eigenen Account unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Konto absichern und den Käuferschutz richtig nutzen. PayPal-Startpaket für sicheres Bezahlen kostenlos anfordern
So schützen Sie sich
Die Polizei reagiert mit dringenden Warnungen. „Echte Polizeibeamte holen niemals Bargeld oder Wertsachen zur Sicherung ab“, betont ein Sprecher. Auch Kautionen am Telefon fordere die Polizei nicht. Übergaben von Beweismitteln erfolgten nur gegen offizielle Quittung.
Die Sparkassen stellen klar: Ihre Mitarbeiter holen keine Zahlungskarten oder PIN-Nummern bei Kunden ab. Bei verdächtigen Anrufen gilt: sofort auflegen und unter 110 die Polizei kontaktieren. Wichtig: Nicht die Rückruffunktion des Telefons nutzen.
