Trinken, Essen

Trinken beim Essen: 100 ml Wasser fĂŒhrt zu +39 g mehr Nahrung

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse der Cornell University zeigt: ZusĂ€tzliche 100 ml Wasser wĂ€hrend einer Mahlzeit fĂŒhren zu etwa 49 kcal mehr Nahrungsaufnahme. Die Ergebnisse stellen gĂ€ngige SĂ€ttigungsannahmen infrage.

Studie: Mehr Wasser beim Essen erhöht die aufgenommene Nahrungsmenge
Eine Person sitzt an einem Esstisch und hÀlt gleichzeitig ein Glas Wasser und eine Gabel mit Essen in der Hand. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Anhaltspunkte dafĂŒr, wie das Trinkverhalten wĂ€hrend einer Mahlzeit die Menge der konsumierten Nahrung beeinflussen kann. Forscher der Cornell University und der Pennsylvania State University haben in einer im August 2026 thematisierten Analyse den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Wasser und der damit einhergehenden Kalorienzufuhr untersucht.

Entgegen der verbreiteten Annahme, dass vermehrtes Trinken das SĂ€ttigungsgefĂŒhl fördere und somit die Nahrungsaufnahme reduziere, deuten die Ergebnisse der Studie auf einen gegenteiligen Effekt hin.

Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Kalorienzufuhr

Die Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Appetite Journal veröffentlicht wurde, basierte auf den Daten von 86 Teilnehmern. Die Auswertung ergab, dass eine höhere FlĂŒssigkeitszufuhr wĂ€hrend des Essens mit einer gesteigerten Nahrungsaufnahme korreliert. Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge fĂŒhren zusĂ€tzliche 100 ml Wasser, die wĂ€hrend einer Mahlzeit getrunken werden, zu einem Anstieg der verzehrten Lebensmittelmenge um etwa 39 g.

Diese zusĂ€tzliche Nahrungsmenge entspricht einem Energiewert von circa 49 kcal. Die Forscher beobachteten zudem, dass nicht nur die Gesamtmenge der FlĂŒssigkeit eine Rolle spielt, sondern auch die Art und Weise des Konsums.

Ein hĂ€ufiges Wechseln zwischen dem Essen und dem Trinken wurde als ein Faktor identifiziert, der die Nahrungsaufnahme weiter begĂŒnstigt. Pro Wechsel zwischen festen und flĂŒssigen Bestandteilen erhöhte sich die Menge der aufgenommenen Nahrung im Durchschnitt um 4,4 g.

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Methodische Einordnung der Ergebnisse

Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um eine SekundĂ€ranalyse, die unter kontrollierten Laborbedingungen durchgefĂŒhrt wurde. Die Autoren der Studie betonten in diesem Zusammenhang, dass die Ergebnisse zwar eine statistische Assoziation aufzeigen, jedoch keinen direkten kausalen Nachweis liefern. Es bleibt somit offen, ob das Trinken ursĂ€chlich fĂŒr den Mehrverzehr verantwortlich ist oder ob andere verhaltensbiologische Faktoren das Ergebnis beeinflussen.

Die Laborumgebung ermöglicht zwar prĂ€zise Messungen der aufgenommenen Mengen, bildet jedoch nur bedingt das alltĂ€gliche Essverhalten in einer natĂŒrlichen Umgebung ab. Dennoch liefert die Analyse wichtige Daten fĂŒr die ErnĂ€hrungsforschung, da sie die KomplexitĂ€t der Mechanismen verdeutlicht, die Hunger und SĂ€ttigung steuern.

Bewertung der Relevanz fĂŒr Gewicht und Gesundheit

Trotz der festgestellten statistischen ZusammenhÀnge zwischen Wasserzufuhr und Nahrungsmenge mahnen Fachleute zur Einordnung der Praxisrelevanz. Ein ErnÀhrungsexperte wies darauf hin, dass aus den vorliegenden Daten kein direkter Einfluss auf das Körpergewicht oder die allgemeine Gesundheit abgeleitet werden könne.

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Die beobachteten Effekte bei der Kalorienzufuhr seien zwar messbar, mĂŒssten aber im Kontext der gesamten Tagesenergiebilanz und individueller Stoffwechselprozesse betrachtet werden.

Zudem liegen keine Belege dafĂŒr vor, dass das Trinken wĂ€hrend der Mahlzeiten langfristig negative Auswirkungen auf gesundheitliche Parameter hat. Die Studie leistet jedoch einen Beitrag zum VerstĂ€ndnis des Essverhaltens und stellt bisherige Annahmen ĂŒber die sĂ€ttigende Wirkung von Wasser unmittelbar beim Verzehr von Mahlzeiten infrage. Weitere Forschungen könnten kĂŒnftig klĂ€ren, inwieweit diese Beobachtungen auch außerhalb des Labors Bestand haben.

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