Meereis, Klimawandel

PhÀnomen: Arktisches Eis im Sommer von Schnee bedeckt

29.09.2023 - 13:38:06 | dpa.de

Trotz Rekordsommer ist das Meereis in der zentralen Arktis weniger abgeschmolzen als befĂŒrchtet. Grund ist eine fĂŒr die warmen Monate ungewöhnliche Schneedecke - die habe das Eis gerettet, so Forscher.

Das Meereis hatte in diesem Sommer eine Dicke von rund 1,2 Meter - mehr als in den besonders schlechten Jahren 2020 und 2012. - Foto: Ulf Mauder/dpa
Das Meereis hatte in diesem Sommer eine Dicke von rund 1,2 Meter - mehr als in den besonders schlechten Jahren 2020 und 2012. - Foto: Ulf Mauder/dpa

Das Meereis in der zentralen Arktis ist in diesem Sommer nicht ganz so stark abgeschmolzen wie erwartet. Stattdessen habe im August und September ungewöhnlich viel Schnee auf dem Meereis gelegen, sagte Marcel Nicolaus, Meereisphysiker am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut.

Nicolaus war zusammen mit einem Forschungsteam unter Leitung von AWI-Direktorin Antje Boetius zwei Monate mit dem Eisbrecher «Polarstern» bis zum Nordpol gefahren, um die Eigenschaften des Meereises zu vermessen. Am Samstag wird das Schiff zurĂŒck in Bremerhaven erwartet. 

«Das arktische Meereis zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass im Sommer kein Schnee mehr drauf ist und es mit TĂŒmpeln ĂŒberzogen ist», sagte Nicolaus auf einer Online-Pressekonferenz, die von Bord aus ĂŒbertragen wurde. Eine ErklĂ€rung fĂŒr das PhĂ€nomen sei das ungewöhnlich stabile Tiefdruckgebiet im Sommer, das fĂŒr kalte Polarluft in der Arktis gesorgt habe. 

Kaum Eisalgen auf der Unterseite des Meereises

Eigentlich hatten die Forschenden angesichts des weltweiten Rekordsommers 2023 und der schnellen Schmelze im Mai und Juni besonders wenig Meereis in der Zentralarktis erwartet. Stattdessen betrug die Eisdicke rund 1,2 Meter - und damit mehr als in den besonders schlechten Jahren 2020 und 2012.

«Das war außergewöhnlich», sagte Nicolaus. «Der Schnee hat das Eis gerettet.» Der Schnee habe dafĂŒr gesorgt, dass das Eis von der OberflĂ€chenschmelze geschĂŒtzt gewesen sei. 

Gleichzeitig hĂ€tten sich anders als ĂŒblich kaum Eisalgen auf der Unterseite des Meereises gebildet. «Das Eis hat völlig anders ausgesehen als die Jahre zuvor, es war sozusagen tot», sagte Antje Boetius. FrĂŒher hĂ€tten ganze AlgenwĂ€lder unter dem Eis gehangen, die als NĂ€hrstofflieferant fĂŒr das Ökosystem unter Wasser dienten.  

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