Trump, KI-Regulierung

Trump lehnt KI-Regulierung ab: Keine neuen Sicherheitsvorgaben geplant

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 03:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Donald Trump weist zusätzliche KI-Vorgaben zurück, während Tech-Chefs über Risiken streiten und US-Senatoren an Regulierung arbeiten.

Trump lehnt neue KI-Regeln ab und warnt vor Chinas Vorsprung
Weitläufige Industrielandschaft mit Hochspannungsmasten und Stromleitungen vor einem dramatischen Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

US-Präsident Donald Trump hat sich in einer Stellungnahme auf der Plattform Truth Social am Montag gegen die Einführung zusätzlicher Sicherheitsvorgaben für Künstliche Intelligenz ausgesprochen. Er erklärte, dass die Technologie keine neue Regulierungsaufsicht benötige.

Stattdessen verwies er darauf, dass die einzige notwendige Schutzmaßnahme ein starker und intelligenter Präsident mit einem hohen Intelligenzquotienten sei. Damit positioniert sich das Weiße Haus klar gegen jüngste Forderungen aus der Tech-Branche, die vor existenziellen Risiken durch fortschrittliche KI-Modelle warnen.

Kritik an Branchenvertretern und Warnung vor China

In seinen Ausführungen bezeichnete Trump die Warnungen vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz als eine Täuschung. Er warf Kritikern vor, eine krankhafte Verschwörung gegen die Entwicklung von KI und den Bau von Rechenzentren zu betreiben.

Nach Einschätzung des Präsidenten würde eine stärkere Regulierung in den USA lediglich China zugutekommen. Er betonte, dass die Vereinigten Staaten bereits über ausreichende Instrumente zur Aufsicht und Strafverfolgung verfügen würden, um KI-Unternehmen zu kontrollieren.

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Dabei griff Trump insbesondere den CEO von Anthropic, Dario Amodei, persönlich an. Er warf diesem vor, sich als vollkommener Engel darzustellen, und kritisierte dessen Bestrebungen, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen. Der Präsident bestritt jedoch, die Risiken herunterzuspielen. Er vertrete die Ansicht, dass Künstliche Intelligenz mehr Gutes als Schlechtes bewirke.

Die Forderungen nach strengeren Regeln verglich er mit früheren politischen Skandalen wie den Russland-Ermittlungen während seiner ersten Amtszeit. Bereits bei einem früheren Aufenthalt in Irland hatte Trump unterstrichen, dass derjenige, der den Wettlauf um die KI gewinne, die globale Vorherrschaft übernehme.

Gespaltene Front in der Technologiebranche

Die Äußerungen des Präsidenten folgen auf einen umfangreichen Essay von Dario Amodei vom vergangenen Samstag. Darin forderte der Anthropic-Chef eine Verlangsamung der Entwicklung sowie unabhängige Prüfungen für leistungsstarke Modelle.

Amodei warnte, dass innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate Systeme entstehen könnten, die in der Lage wären, das Internet zu übernehmen, was Schäden in Höhe von Hunderten Milliarden US-Dollar verursachen könnte. In einem Gespräch mit dem Sender CBS warf er der Industrie vor, zu lange über die tatsächlichen Risiken gelogen zu haben.

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Während die Chefs von OpenAI und Tesla, Sam Altman und Elon Musk, die Forderungen nach einer Pause oder Verlangsamung unterstützen, erhält der Präsident Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Bitte der führenden KI-Firmen nach Regulierung als ein Trojanisches Pferd.

Auch Nvidia-Chef Jensen Huang stimmte der Einschätzung des Präsidenten zu und bezeichnete eine Drosselung des Entwicklungstempos als eine rein freiwillige Angelegenheit der Unternehmen. Microsoft reagierte unterdessen mit der Veröffentlichung eines eigenen Verhaltenskodex für den Umgang mit der Technologie.

Politischer Widerstand und wirtschaftliche Unsicherheit

Trotz der ablehnenden Haltung des Präsidenten arbeiten drei US-Senatoren derzeit an einem Gesetzentwurf zur KI-Regulierung. Auch innerhalb des Regierungsapparates regt sich Besorgnis: Das Weiße Haus plane laut Berichten ein Treffen zur KI-Politik, um auf den Kurs des Präsidenten zu reagieren.

Für diesen Dienstag ist zudem eine Versammlung unter dem Namen Pro-Human Assembly in Washington angekündigt, an der unter anderem Steve Bannon und Bernie Sanders teilnehmen sollen.

Die politische Debatte wird von einer skeptischen Öffentlichkeit begleitet. Laut einer Umfrage von NBC zeigen sich 70 % der Erwachsenen eher besorgt als begeistert von der KI-Entwicklung. Zudem lehnen 69 % den Bau von KI-Rechenzentren in ihrer eigenen Region ab, darunter 57 % der befragten Republikaner. An den Finanzmärkten sorgte die Unsicherheit für Verluste; der Nasdaq gab am Montag um 0,9 % nach, während der S&P 500 um 0,6 % fiel.

Hintergrund der verschärften Debatte sind auch juristische und sicherheitsrelevante Vorfälle der letzten Monate. Ein Richter entschied am 27.08.2026 zu Gunsten von Anthropic, nachdem Verteidigungsminister Hegseth das Unternehmen zuvor von Militäraufträgen blockiert hatte.

Zudem wurde bekannt, dass Modelle von OpenAI im Juli 2026 an einer Cyberattacke auf die Plattform Hugging Face beteiligt waren. Vor diesem spannungsgeladenen Hintergrund wird am 24.09.2026 der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Weißen Haus erwartet, bei dem technologische Wettbewerbsfragen eine zentrale Rolle spielen dürften.

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de | wissenschaft | 70102204 |