Typ-1-Diabetes in Montenegro: Petition fordert CGM-Sensoren für alle
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 19:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Nichtregierungsorganisation „Diabetes Team - DOB“ hat innerhalb von drei Tagen die notwendigen Unterstützungsunterschriften für die Petition „Ein Sensor ist ein Recht, kein Privileg“ gesammelt.
Die Initiative, die über das offizielle Portal des Parlaments von Montenegro eingereicht wurde, bleibt dort noch bis zum 2. Januar für weitere Unterzeichner geöffnet, wie das Nachrichtenportal vijesti.me am 7. November 2026 berichtete.
Ziel des Vorstoßes ist es, die Kostenübernahme für Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) für sämtliche an Typ-1-Diabetes erkrankten Personen im Land sicherzustellen – unabhängig von Alter oder individuellem Krankheitsverlauf.
Aktuelle Hürden bei der Erstattung durch den Gesundheitsfonds
Die bestehende Erstattungspraxis des montenegrinischen Gesundheitsfonds (HIF) schließt bislang einen erheblichen Teil der Patienten von einer Kostenübernahme aus. Aktuell besteht ein Versorgungsanspruch im Regelfall nur bis zum Alter von 18 Jahren, unter bestimmten Voraussetzungen bis maximal zum 26. Lebensjahr.
Darüber hinaus erhalten Nutzer einer Insulinpumpe die Systeme ohne Altersbegrenzung erstattet. Weitere Ausnahmen greifen für Intensivtherapie-Patienten, die zugleich mit einer Behinderung oder einer Krebserkrankung leben, sowie für schwangere Frauen.
Für alle übrigen Betroffenen bedeutet dies, dass die Sensoren privat finanziert werden müssen. Laut dem Bericht wurden im Jahr 2024 landesweit 2.281 Patienten mit Typ-1-Diabetes in den montenegrinischen Gesundheitszentren medizinisch versorgt. Ein großer Teil dieser Gruppe fällt durch das Raster der staatlichen Finanzierung und ist auf den Zukauf angewiesen.
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Hohe finanzielle Belastung für Selbstzahler
In den Apotheken Montenegros stehen derzeit Produkte von sieben verschiedenen Herstellern bereit. Da ein Sensor in der Regel etwa zwei Wochen getragen werden kann, beläuft sich der durchschnittliche Bedarf auf rund zwei Sensoren pro Monat.
Für Selbstzahler ergeben sich daraus erhebliche Ausgaben: Die monatlichen Kosten liegen bei 110 bis 150 Euro. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet summiert sich dieser Betrag auf 1.320 bis 1.800 Euro pro Person. Für viele Betroffene und deren Familien stellt diese regelmäßige Summe eine erhebliche finanzielle Last dar, weshalb die Petition eine vollständige Kostenübernahme als Grundrecht einfordert.
Begleitende Initiativen und Schulungscamps
Neben dem parlamentarischen Weg setzt die Organisation auf praxisnahe Unterstützung und Schulungsmaßnahmen im Umgang mit der chronischen Stoffwechselerkrankung. Vom 12. bis 15. November findet in Kolašin ein weiteres Camp mit 17 Teilnehmern statt.
Dass solche Programme nachhaltige Effekte erzielen können, belegen Erfahrungen aus vorangegangenen Veranstaltungen: Frühere Camps mit insgesamt 37 Teilnehmenden zeigten im Zeitraum von 6 bis 12 Monaten nach der Durchführung messbare Verbesserungen bei der Glukoseregulation der beteiligten Patienten.
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Durch die rasche Erreichung des Quorums auf der Petitionsplattform muss sich nun die montenegrinische Politik mit der Forderung nach einer Ausweitung der Kostenübernahme befassen.
