Typ-1-Diabetes, Immuntherapie

Typ-1-Diabetes: Neue Immuntherapie verzögert Ausbruch um drei Jahre

30.06.2026 - 05:11:52 | boerse-global.de

Neue Behandlung kann Diabetes-Ausbruch um Jahre verzögern, erfordert aber frĂŒhe Diagnose.

NHS gibt Immuntherapie fĂŒr Typ-1-Diabetes frei
Typ-1-Diabetes - Nahaufnahme eines MedikamentenflĂ€schchens in einer sterilen Laborumgebung, umgeben von verschwommenen medizinischen GerĂ€ten. 30.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das Medikament Teplizumab kann den Ausbruch der Krankheit um bis zu drei Jahre hinauszögern. Voraussetzung: Die Behandlung muss vor den ersten Symptomen starten.

FrĂŒherkennung wird zum SchlĂŒsselfaktor

Teplizumab programmiert das Immunsystem um. Es bremst den Angriff auf die insulinproduzierenden Betazellen in der BauchspeicheldrĂŒse. Ein Behandlungszyklus kostet regulĂ€r rund 150.000 Britische Pfund – fĂŒr den NHS gilt ein vertraulicher Rabatt.

Die Organisation Breakthrough T1D spricht von einem wegweisenden Schritt. Allerdings steht die Therapie vor einem Problem: Sie wirkt nur, bevor erste klinische Symptome auftreten. Das erfordert flÀchendeckende Bluttests auf spezifische Autoantikörper.

WĂ€hrend Italien bereits nationale Screening-Programme eingefĂŒhrt hat, fehlt im Vereinigten Königreich ein vergleichbares Routine-Screening. Experten warnen: Der Nutzen der neuen Medikamente hĂ€ngt direkt davon ab, Risikopatienten frĂŒh genug zu identifizieren.

Digitale Helfer im Schulalltag

Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. Seit Montag gilt in England ein Handyverbot an Schulen – der „Children's Wellbeing and Schools Act 2026“ macht eine wichtige Ausnahme: SchĂŒler mit Diabetes dĂŒrfen ihre GerĂ€te weiter nutzen, um Blutzucker zu messen oder Insulinpumpen zu steuern.

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Das unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Hilfsmittel im Krankheitsmanagement. Parallel dazu hat der EMA-Ausschuss fĂŒr Humanarzneimittel am Sonntag weitere Diabetes-Medikamente empfohlen. Dazu gehört Onswik (Insulin Efsitora alfa) – ein wöchentliches InsulinprĂ€parat, primĂ€r fĂŒr Typ-2-Diabetes. Die EU-Kommission entscheidet nun ĂŒber die Zulassung.

Markt in Bewegung – FĂ€lschungen als Gefahr

Der globale Diabetes-Markt bleibt dynamisch. Novo Nordisk senkte bereits Ende MĂ€rz die Listenpreise fĂŒr Ozempic und Wegovy in Indien um bis zu 36 Prozent. Grund: zunehmender Wettbewerb durch lokale Generika-Hersteller.

Doch es gibt auch alarmierende Nachrichten. In den Niederlanden fielen Patienten nach Injektionen von gefÀlschtem Ozempic ins Koma. Die FÀlschungen enthielten Insulin statt des Wirkstoffs Semaglutid. Die Folge: lebensbedrohliche Unterzuckerungen mit Blutzuckerwerten von 1,7 mmol/l und einem Abfall der Körpertemperatur auf 32,2 Grad Celsius.

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