Typ-2-Diabetes, Minuten

Typ-2-Diabetes: 150 Minuten Bewegung pro Woche senken Risiko um 39 Prozent

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine UK-Biobank-Auswertung verbindet weniger ultrahochverarbeitete Nahrung und regelmäßige Aktivität mit geringerem Diabetesrisiko.

Typ-2-Diabetes: Ernährung und Bewegung senken Risiko unabhängig von Genen
Frisches Gemüse auf einem hölzernen Schneidebrett in einer hellen Küche als Symbol für eine gesunde Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Eine Reduktion von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln und regelmäßige körperliche Aktivität können das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich verringern – und das unabhängig von der individuellen genetischen Veranlagung. Dies zeigt eine wissenschaftliche Auswertung der City University Hong Kong auf Basis von Daten der UK Biobank.

Die Ergebnisse werden auf dem Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vorgestellt, der vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 in Mailand stattfindet.

Große Datenbasis der UK Biobank

Die Untersuchung der City University Hong Kong stützt sich auf die Datensätze von 56.964 Erwachsenen. Die teilnehmenden Personen wiesen ein Durchschnittsalter von 69,5 Jahren auf, der Männeranteil lag bei 42,3 Prozent. Über einen durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 7,8 Jahren wurden in der Kohorte insgesamt 926 Diabetes-Fälle dokumentiert.

Die Auswertung verdeutlicht den Einfluss hochverarbeiteter Produkte auf die Stoffwechselgesundheit: Jeder Anstieg des Anteils ultrahochverarbeiteter Lebensmittel an der täglichen Nahrungsaufnahme um 10 Prozent des Gewichts war mit einem um 7 Prozent höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.

Schützende Effekte von Bewegung und Ernährungsumstellung

Im Gegenzug erwies sich körperliche Betätigung als effektiver Schutzfaktor. Das Erreichen der Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von mindestens 150 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität (MVPA) pro Woche reduzierte das Diabetes-Risiko um 39 Prozent.

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Besonders bedeutsam sind die Effekte für Personen mit einer erblichen Vorbelastung. Bei Probanden mit einem hohen genetischen Risiko war eine niedrige Aufnahme ultrahochverarbeiteter Lebensmittel (maximal 11 Prozent des Nahrungsgewichts) mit einer Risikosenkung von 35 Prozent verbunden. Das Einhalten der WHO-Bewegungsempfehlung senkte das Erkrankungsrisiko in dieser Hochrisikogruppe um 33 Prozent.

Selbst bei einer ungünstigen Ernährungsweise mit einem hohen Anteil ultrahochverarbeiteter Produkte (mindestens 33 Prozent des Gewichts) konnte ausreichende Bewegung das Risiko mindern. Die Einhaltung der Bewegungsempfehlung war bei hohem Verzehr solcher Lebensmittel mit einer Reduktion des Risikos um 31 Prozent bei hohem genetischem Risiko, um 57 Prozent bei mittlerem und um 58 Prozent bei niedrigem genetischem Risiko verbunden.

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Deutliche Effekte durch Kombination beider Lebensstilfaktoren

Den größten präventiven Nutzen erzielten Teilnehmende, die einen geringen Konsum verarbeiteter Nahrung mit ausreichender Aktivität verbanden. Die Kombination aus niedriger Aufnahme ultrahochverarbeiteter Produkte und der Erfüllung der WHO-Vorgaben für moderate bis intensive Bewegung senkte das Erkrankungsrisiko bei hohem genetischem Risiko um 49 Prozent. Bei einem mittleren genetischen Risiko betrug die Reduktion 70 Prozent, bei niedrigem genetischem Risiko lag sie bei 59 Prozent.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass es sich bei der Analyse um eine Beobachtungsstudie handelt. Die ausgewerteten Beobachtungsdaten liefern damit Hinweise auf Zusammenhänge, stellen jedoch keinen formalen Nachweis einer direkten Kausalität dar. Dennoch unterstreichen die Zahlen das Potenzial von gezielten Lebensstilmaßnahmen in der Diabetes-Prävention.

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