Uber-Robotaxis: 10-Milliarden-Investition für 120.000 fahrerlose Autos
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Fahrdienstvermittler Uber hat eine umfangreiche Investitionsstrategie angekündigt, um seine Präsenz im Bereich des autonomen Fahrens massiv auszuweiten. Mit einem Volumen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar plant das Unternehmen, sowohl die notwendige Infrastruktur als auch den Betrieb fahrerloser Robotaxis auszubauen. Das Vorhaben ist auf mehrere Jahre angelegt und umfasst sowohl direkte Beteiligungen an Technologieunternehmen als auch den großflächigen Erwerb von Fahrzeugen.
Milliarden-Investitionen in Beteiligungen und Fahrzeugflotten
Der Investitionsplan gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Rund 2,5 Milliarden US-Dollar sollen in Eigenkapitalbeteiligungen an spezialisierte Partner fließen. Zu den Zielunternehmen gehören namhafte Akteure wie Lucid, Rivian, Nuro, Wayve, WeRide und Waabi. Den weitaus größeren Teil der Mittel, etwa 7,5 Milliarden US-Dollar, reserviert Uber für den Aufbau einer eigenen Flotte. Das erklärte Ziel ist die Inbetriebnahme von insgesamt 120.000 fahrerlosen Fahrzeugen im Rahmen dieses Investitionsprogramms.
Besonders hervorzuheben sind dabei spezifische Vereinbarungen mit Automobilherstellern. Ein Vertrag mit Rivian sieht Investitionen von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2031 vor. In das Unternehmen Lucid investiert Uber über 500 Millionen US-Dollar, was einem Anteil von 11 Prozent entspricht und die Lieferung von 35.000 Fahrzeugen umfasst. Weitere namhafte Beträge fließen an Nuro mit zirka 500 Millionen US-Dollar, Wayve mit 300 Millionen US-Dollar sowie Waabi mit 250 Millionen US-Dollar und WeRide mit 100 Millionen US-Dollar.
Expansionsziele und globale Partnerschaften
Uber verfolgt einen ehrgeizigen Zeitplan für den Roll-out seiner autonomen Dienste. Bis Ende 2026 soll der Robotaxi-Betrieb in 15 Städten etabliert sein. Bis zum Jahr 2028 plant das Unternehmen, den Betrieb auf insgesamt 28 Städte auszuweiten. Um diese Ziele zu erreichen, stützt sich der Konzern auf ein Netzwerk aus über 30 Partnerschaften mit Unternehmen aus der Branche für autonomes Fahren, darunter Nvidia, Baidu und Aurora.
In London haben Uber und der Partner Wayve bereits Lizenzen von der Verkehrsbehörde Transport for London für den Betrieb beaufsichtigter Robotaxis erhalten. Bei diesen Fahrten muss zunächst noch eine Aufsichtsperson an Bord sein. Das Interesse an diesem Dienst scheint groß zu sein; über 100.000 Einwohner Londons haben bereits ihr Interesse an ersten Fahrten bekundet, die laut Unternehmen später im Sommer starten sollen.
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Im US-Markt zeichnen sich hingegen Veränderungen ab. Die Kooperation mit Waymo in Phoenix wurde im Juni 2026 beendet. In Austin und Atlanta soll die Zusammenarbeit jedoch vorerst bis 2028 fortgesetzt werden, wobei Waymo für die Zeit danach einen vollständigen Ausstieg und den Betrieb einer eigenen App erwägt.
Quartalszahlen und Marktreaktion
Parallel zur Bekanntgabe der Strategie legte Uber die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 14,19 Milliarden US-Dollar, blieb damit jedoch leicht hinter den Erwartungen der Analysten von 14,24 Milliarden US-Dollar zurück. Die Bruttobuchungen hingegen übertrafen mit 58,02 Milliarden US-Dollar (plus 24 Prozent) die Prognosen.
Das operative Einkommen belief sich auf 1,9 Milliarden US-Dollar, während der freie Cashflow mit 2,8 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert erreichte. In den letzten zwölf Monaten summierte sich der Cashflow damit auf rund 10,1 Milliarden US-Dollar. CEO Dara Khosrowshahi bezeichnete das zweite Quartal als herausragend und verwies auf eine Rekordreichweite sowie ein hohes Engagement der Nutzer. Insgesamt wurden 3,9 Milliarden Fahrten verzeichnet, was einem Zuwachs von 18 Prozent entspricht.
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Trotz dieser operativen Erfolge reagierte der Aktienmarkt negativ. Nach der Veröffentlichung einer Prognose für das dritte Quartal, die einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,84 und 0,88 US-Dollar vorsieht und damit unter dem Marktkonsens liegt, fiel die Aktie um 4,8 Prozent. Experten von Morningstar senkten zudem den fairen Wert der Aktie von 85 auf 76 US-Dollar. Aktuell notiert das Papier bei 67,14 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 146,56 Milliarden US-Dollar.
