Krebsfälle, Adipositas

Übergewicht: 11,5% aller Krebsfälle gehen auf Adipositas zurück

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Gesundheitsdaten zeigen: Städte im Westen und Süden haben die höchsten Adipositas-Raten. Arzneiverordnungen erreichen Rekordniveau, Krebsrisiko durch Übergewicht doppelt so hoch wie angenommen.

Gesundheitsatlas: Duisburg und Nürnberg führen bei Adipositas, Rekord bei Arzneimitteln
Digitale Landkarte von Deutschland mit grafischen Datenpunkten zur Gesundheitsstatistik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Auswertungen von Versichertendaten zeigen deutliche regionale Unterschiede bei krankhaftem Übergewicht und Arzneiverordnungen. Besonders eine Stadt sticht hervor.

Nürnberg auf Platz zwei im Städtevergleich

Der AOK-Gesundheitsatlas offenbart: Duisburg führt mit 11,52 % die bundesweite Rangliste der 20 größten Städte an. Knapp dahinter folgt Nürnberg mit 11,51 % – die höchste Rate in Bayern. Essen (11,36 %) und Hannover (11,33 %) liegen ebenfalls weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,5 %.

In Bayern zeigt der Mikrozensus 2025 ein noch deutlicheres Bild: 16 % der Bevölkerung gelten als adipös, ein Drittel als übergewichtig. Rund 751.200 Frauen und 582.100 Männer sind im Freistaat betroffen. Thüringen folgt auf Rang drei – dort ist statistisch jeder achte Einwohner betroffen.

Kinder: Früh erkennen, früh handeln

Schuleingangsuntersuchungen von 2022 bis 2025 zeigen, dass die Probleme früh beginnen. Wuppertal meldet mit 7,9 % die höchste Adipositas-Rate bei Schulanfängern, Gelsenkirchen folgt mit 7,6 %. Beim allgemeinen Übergewicht führt Essen mit 21 %, während Dresden mit unter 8 % das Schlusslicht bildet.

Frankfurt liegt mit 11,2 % für Übergewicht und Adipositas auf Rang 9 im Städtevergleich, die reine Adipositas-Rate beträgt 4,6 %. Die KiGGS-Studie bestätigt den Trend bundesweit: 15,4 % der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, 6 % adipös.

Rekord bei Arzneiverordnungen

Der TK-Gesundheitsbericht 2025 verzeichnet einen neuen Höchststand: 6,2 Millionen Erwerbspersonen lösten 34,3 Millionen Rezepte ein – rund 2 Milliarden Tagesdosen, ein Plus von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Herz-Kreislauf-Medikamente führen die Liste an, Männer erhalten mit 142 Tagesdosen pro Jahr fast doppelt so viel wie Frauen (76).

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Die regionalen Unterschiede sind enorm: Sachsen-Anhalt liegt mit 329 Tagesdosen pro Erwerbsperson an der Spitze, dicht gefolgt vom Saarland (328). Bayern bleibt mit 264 unter dem Durchschnitt, Baden-Württemberg verzeichnet mit 257 den niedrigsten Wert. Seit dem Jahr 2000 stiegen die Verordnungen für Herz-Kreislauf-Systeme um 129 %, für das Nervensystem um 137 %.

Übergewicht: Krebsrisiko doppelt so hoch wie gedacht

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) liefert alarmierende Zahlen: Eine Studie mit über 450.000 Personen aus der UK Biobank zeigt, dass 11,5 % der Krebsfälle auf Übergewicht zurückzuführen sind – doppelt so viel wie bislang angenommen. Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren. Entscheidend ist offenbar das Bauchfett.

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Könnte sich das bald auf die Behandlung auswirken? Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) signalisiert jedenfalls Offenheit für eine Kostenübernahme von Abnehmmitteln durch die Krankenkassen. In der Schweiz hat sich der Verbrauch von GLP-1-Agonisten im Jahr 2024 bereits auf 16,5 Millionen Tagesdosen verdoppelt. Die NAKO-Gesundheitsstudie mit über 200.000 Teilnehmenden liefert dazu kontinuierlich neue Daten.

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