Ăberlastung im Job: Gustav Wirtz rĂ€t zu klaren PrioritĂ€ten und Pausen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deMethoden zur BewĂ€ltigung von Alltagsstress und zur gezielten Vereinfachung tĂ€glicher AblĂ€ufe rĂŒcken verstĂ€rkt in den Fokus von Ratgebern und Fachleuten. Anstelle kurzfristiger MaĂnahmen gewinnen strukturierte Routinen, bewusste Organisation und klare Rahmenbedingungen an Bedeutung, um psychische Belastungen im privaten und beruflichen Umfeld nachhaltig zu verringern.
VorsÀtze und der Einfluss von Alltagsbelastungen
Der Wunsch nach VerÀnderungen und neuen Routinen ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Laut Erhebungen der Krankenkasse DAK fassen 41% der Menschen in Deutschland gute VorsÀtze. In der Altersgruppe der 14- bis 29-JÀhrigen liegt dieser Anteil sogar bei 63%.
Gleichzeitig belasten saisonale und alltĂ€gliche Faktoren das Wohlbefinden vieler BĂŒrger. In Umfragen gibt mehr als die HĂ€lfte der Menschen in Deutschland an, gelegentlich unter einem sogenannten Winterblues zu leiden.
HĂ€lt eine solche Antriebslosigkeit ĂŒber mehr als zwei Wochen an, kommen gezielte GegenmaĂnahmen infrage. Dazu zĂ€hlen regelmĂ€Ăige Bewegung im Hellen oder nach entsprechender RĂŒcksprache eine Lichttherapie mit 10.000 Lux ĂŒber einen Zeitraum von 30 bis 40 Minuten.
Feste Auszeiten und Erholung im Alltag
Zur aktiven Regeneration und Stressreduktion empfehlen Gesundheitsexperten leicht umsetzbare Gewohnheiten. Die Krankenkasse KKH rÀt hierbei zu tÀglichen SpaziergÀngen von 20 bis 30 Minuten sowie zu kreativen Einheiten von 15 bis 30 Minuten.
Dass Hobbys und handwerkliche TĂ€tigkeiten bereits feste Bestandteile des Alltags vieler Menschen sind, verdeutlicht der Freizeit Monitor 2026, fĂŒr den 3.026 Erwachsene befragt wurden:
- 68% der Befragten kochen oder backen wöchentlich.
- 54% lesen mindestens einmal im Monat Zeitung oder Zeitschriften.
- 52% greifen mindestens monatlich zu einem Buch.
- 33% nennen Handarbeiten als eine AktivitÀt, der sie im Jahresverlauf nachgehen.
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Berufliche Bedingungen als wesentlicher Stressfaktor
Die Ursachen fĂŒr anhaltenden Druck liegen hĂ€ufig nicht allein im individuellen Zeitmanagement. Gustav Wirtz, Facharzt fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie sowie Bereichsleiter an der SRH Rehabilitationseinrichtung fĂŒr psychisch Kranke in Karlsbad-Langensteinbach, betont, dass Stress selten ein reines Einstellungs- oder Resilienzproblem des Einzelnen darstelle. HĂ€ufig seien vielmehr die konkreten Arbeitsbedingungen entscheidend.
Wirtz weist darauf hin, dass echte Entlastung nur dann entstehe, wenn sich Anforderungen, Ressourcen oder beides verĂ€ndern. Regeneration dĂŒrfe nicht als bloĂe Belohnung nach getaner Arbeit verstanden werden, sondern bilde die zwingende Voraussetzung fĂŒr Gesundheit und LeistungsfĂ€higkeit.
Zu den typischen Warnsignalen einer Ăberlastung zĂ€hlen nach Angaben des Facharztes Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie hĂ€ufige Infektionen ohne sonstige Ursache. Hinzu kommen stĂ€ndige Erschöpfung, Gereiztheit, innere Unruhe, emotionale Leere, Konzentrationsprobleme, eine sinkende Motivation, hĂ€ufigere Fehler sowie Konflikte und sozialer RĂŒckzug.
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Strategien bei Ăberlastung am Arbeitsplatz
Um beruflicher Ăberlastung wirksam zu begegnen, rĂ€t Wirtz zu einer systematischen Analyse der eigenen Arbeitssituation. Dabei sollten Faktoren wie Arbeitsmenge, bestehende Konflikte und das MaĂ an Verantwortung strukturiert erfasst werden. AnschlieĂend empfiehlt sich ein GesprĂ€ch mit der FĂŒhrungskraft, um PrioritĂ€ten neu festzulegen und Vertretungsregelungen abzustimmen.
Zudem seien geregelte Pausen und eine klare Abgrenzung der Erreichbarkeit unverzichtbar. Auch ein frĂŒhzeitiges, vertrauliches GesprĂ€ch mit Verantwortlichen oder dem Betriebsrat könne helfen, Rahmenbedingungen anzupassen. Sollten die Beschwerden ĂŒber mehrere Wochen anhalten, wird die Konsultation einer Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Sprechstunde empfohlen.
