Ukraine-Krieg, Angst

Ukraine-Krieg: 80% leiden unter Angst und Erschöpfung

27.06.2026 - 22:34:08 | boerse-global.de

Psychische Belastung und fehlende Rechte prĂ€gen den Alltag queerer Soldaten in der Ukraine. Die Gesellschaft zeigt sich zunehmend offen fĂŒr Gleichstellung.

Ukraine-Krieg: LGBTQ-KĂ€mpfer fordern rechtliche Anerkennung
Ukraine-Krieg - Eine Gruppe ukrainischer LGBTQIA+-Aktivisten und Soldaten, einige in Uniform, zeigt SolidaritĂ€t und StĂ€rke in Kiew. 27.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

FĂŒr die LGBTQ-Gemeinschaft kommt eine zusĂ€tzliche Belastung hinzu: der Kampf um rechtliche Anerkennung.

80 Prozent der Ukrainer leiden hÀufig oder stÀndig unter AngstzustÀnden, Reizbarkeit oder Erschöpfung. Das zeigt eine Erhebung der psychologischen Helpline #?????????. Besonders alarmierend: 51 Prozent der Betroffenen wissen nicht, wo sie Hilfe finden.

Soldaten kÀmpfen an zwei Fronten

Hunderte LGBTQ-Angehörige dienen in den ukrainischen StreitkrĂ€ften. Sie kĂ€mpfen gegen die russische Invasion – und fĂŒr ihre Rechte. Gleichgeschlechtliche Ehen oder eingetragene Partnerschaften sind in der Ukraine weiterhin illegal.

Im April 2026 reformierten Gesetzgeber zwar das Zivilgesetzbuch, hielten an den Verboten aber fest. PrĂ€sident Selenskyj signalisierte Anfang Juni Offenheit fĂŒr eine Debatte. FĂŒr Betroffene ist die Diskrepanz zwischen militĂ€rischem Einsatz und fehlender rechtlicher Absicherung eine enorme psychische Belastung – etwa bei Besuchsrechten im Krankenhaus oder im Erbfall.

Gesellschaftlicher Wandel trotz rechtlicher Stagnation

Anzeige

Die psychische Belastung ist enorm: 80% der Ukrainer leiden unter Angst und Erschöpfung, ĂŒber die HĂ€lfte weiß nicht, wo Hilfe wartet. Der kostenlose Leitfaden zeigt konkrete Schritte – von psychologischen Anlaufstellen bis zu Übungen fĂŒr den Alltag. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Die öffentliche Meinung wandelt sich: 78 Prozent der Ukrainer unterstĂŒtzen die Gleichberechtigung (2022: 64 Prozent). Beim Kyiv Pride im Juni 2026 demonstrierten tausende Menschen. Rechtsextreme Gruppen protestierten dagegen.

Internationale Hilfe kommt auch von der Initiative „Rainbow Wool“. Das 2023 gegrĂŒndete Projekt rettet Schafböcke vor der Schlachtung und finanziert mit WollverkĂ€ufen psychosoziale Hilfe fĂŒr LGBTQ-GeflĂŒchtete. Im November 2025 prĂ€sentierte die Initiative eine Kollektion in New York. Nach dem Tod des MitbegrĂŒnders Johan StĂŒcke im Januar 2026 lĂ€uft die Arbeit weiter.

EU plant VerschĂ€rfung fĂŒr wehrfĂ€hige MĂ€nner

Die EU-Kommission will den temporĂ€ren Schutzstatus fĂŒr Ukrainer bis MĂ€rz 2028 verlĂ€ngern. Eine Ausnahme: Neu ankommende MĂ€nner zwischen 23 und 60 Jahren sollen ausgeschlossen werden. Der Menschenrechtskommissar des Europarates beobachtet die Entwicklung kritisch.

In Deutschland sind rund 1,28 Millionen ukrainische Schutzsuchende registriert. Die unsichere rechtliche Perspektive im Ausland belastet viele GeflĂŒchtete zusĂ€tzlich – auch Angehörige der LGBTQ-Gemeinschaft, die eine stabile Zukunft kaum planen können.

de | wissenschaft | 69642350 |