UN genehmigt erste globale Regeln für autonomes Fahren
29.06.2026 - 01:48:51 | boerse-global.de
Grundlage sind neue UN-Vorschriften, die Ende Juni verabschiedet wurden.
Historischer Beschluss für autonomes Fahren
Am 24. und 25. Juni 2026 genehmigte das UN-Gremium WP.29 die ersten globalen technischen Vorschriften für automatisierte Fahrsysteme (ADS). Die neuen Regelwerke – darunter die ADS GTR und die DCAS UN-Regelung Nr. 171 Serie 02 – schaffen die rechtliche Grundlage für Automatisierungsstufen 3 bis 5. Sie gelten in der Europäischen Union und weiteren teilnehmenden Märkten. Innerhalb von sechs Monaten sollen die Vorschriften in der EU verbindlich werden. Noch Ende 2026 könnten autonome Fahrfunktionen damit legal auf Europas Straßen unterwegs sein.
VLA 2.0: XPENGs Antwort auf Teslas FSD
XPENG-CEO He Xiaopeng bestätigte, dass das firmeneigene Vision-Language-Action-System (VLA) 2.0 nun für den globalen Einsatz freigegeben ist. Die Technologie übersetzt Kamerabilder direkt in Fahrbefehle – ein grundlegender Wandel in der Automatisierungsstrategie des Herstellers.
Die Rechenleistung liefern XPENGs eigene Turing-Chips mit beeindruckenden 2.250 TOPS. Das System reagiert in weniger als 80 Millisekunden und arbeitet 23 Prozent effizienter als sein Vorgänger. Trainiert wurde das Modell mit rund 100 Millionen Videoclips, um Hindernisse in Echtzeit vorhersagen zu können.
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Ab 2027 sollen XPENG-Modelle im Ausland sowohl VLA- als auch VLM-Funktionen (Vision-Language Model) erhalten. Diese Versionen verstehen gemischte Sprachbefehle – etwa Chinesisch und Englisch oder andere Landessprachen. Testfahrzeuge sammeln bereits Kilometer auf europäischen Straßen, der offizielle Verkauf von VLA-2.0-Fahrzeugen startet Anfang 2027. Ein ehrgeiziges Ziel hat sich XPENG ebenfalls gesetzt: Bis zum 30. August 2026 will man die Leistung von Teslas Full Self-Driving (FSD) erreichen.
MONA L03: Neues Einstiegsmodell für Europa
Parallel zur Software-Offensive erweitert XPENG seine Modellpalette in Europa. Der MONA L03, ein kompakter Crossover des ehemaligen Ferrari-Designers JuanMa López, kommt im Juli 2026 auf den europäischen Markt. Mit einem 183 kW starken Motor, Batterieoptionen von 56 oder 69 kWh und einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,228 soll der Wagen in Deutschland rund 36.000 Euro kosten.
Der X9 MPV bleibt das Zugpferd der Marke: Weltweit wurden bereits über 60.000 Einheiten ausgeliefert. In Deutschland ist der X9 seit Mai 2026 ab 77.600 Euro erhältlich. Der G6 AWD Performance feierte zudem am 27. Juni 2026 in Indonesien Premiere – mit Dual-Motor-Antrieb (358 kW), 800-Volt-Architektur und 5C-Schnellladefunktion.
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Globale Produktion und starke Finanzen
Für die internationale Expansion hat XPENG seine Fertigung breit aufgestellt. Neben den Werken in China läuft die Montage in einem dritten Übersee-Standort im malaysischen Malakka sowie in Kooperation mit Magna Steyr in Österreich. Ein weiteres Werk ist in Indonesien aktiv.
Die Finanzen geben Rückenwind: Im ersten Quartal 2026 lieferte XPENG 62.682 Fahrzeuge aus und erzielte einen Umsatz von 13,03 Milliarden RMB (rund 1,7 Milliarden Euro). Die Bruttomarge lag bei soliden 20,6 Prozent, die Barreserven betragen 42,09 Milliarden RMB (etwa 5,5 Milliarden Euro). Neben Pkw startete XPENG im Mai 2026 die Produktion von Robotaxis. Noch in diesem Jahr sollen humanoide Roboter in Serie gehen. Die bestehende Software-Partnerschaft mit Volkswagen könnte zudem als Kanal dienen, um die VLA-2.0-Technologie breit in der europäischen Autolandschaft zu verankern.
