Undichte Herzklappe: TEER-Verfahren in Saarbrücken schont Hochrisikopatienten
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für Patienten mit einer undichten Herzklappe stellt eine klassische Operation am offenen Herzen oft eine erhebliche Belastung dar. Insbesondere bei Personen mit einem erhöhten Operationsrisiko suchen Mediziner daher nach schonenden Alternativen.
Am Klinikum Saarbrücken steht für diese Patientengruppe seit dem Jahr 2025 das sogenannte TEER-Verfahren zur Verfügung, wie aus einem Bericht vom 10. Oktober 2026 hervorgeht. Die Abkürzung steht für eine kathetergestützte Rekonstruktion, die den Klappenschluss gezielt verbessern soll.
Minimalinvasiver Eingriff über die Leiste
Das Verfahren zeichnet sich durch seinen schonenden Zugangsweg aus. Anstelle eines großen chirurgischen Schnitts im Brustbereich erfolgt der Eingriff minimalinvasiv über einen Katheter, der über die Leiste eingeführt wird. Über diese Gefäßverbindung führen die behandelnden Mediziner das Instrumentarium bis zum Herzen vor.
Im Zentrum der Behandlung steht das Einsetzen eines speziellen Clips. Dieser Clip wird direkt an der betroffenen Herzklappe platziert, um die Klappensegel zusammenzuhalten. Auf diese Weise lässt sich die Schlussunfähigkeit der Klappe verringern und der Blutrückfluss reduzieren.
Wer wegen einer undichten Herzklappe nicht am offenen Herzen operiert werden kann, findet in diesem kostenlosen Leitfaden eine klare Schritt-für-Schritt-Übersicht: von der Eignungs-Checkliste über den Ablauf der Voruntersuchung bis zum Fragenkatalog für das Herz-Team. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Da der Eingriff ohne Eröffnung des Brustkorbs auskommt, eignet sich die Methode insbesondere für Patienten, bei denen herkömmliche operative Eingriffe mit unkalkulierbaren Risiken verbunden wären.
Sorgfältige Vorbereitung durch ein interdisziplinäres Team
Nicht jeder Patient mit einer Klappeninsuffizienz kommt für das kathetergestützte Verfahren infrage. Aus diesem Grund geht der Behandlung eine umfassende diagnostische Abklärung voraus. Am Klinikum Saarbrücken bewertet ein interdisziplinäres Herz-Team vorab die Eignung der jeweiligen Patienten. In diesem Gremium beraten Kardiologen und weitere Spezialisten gemeinsam über die optimale Therapiestrategie für den Einzelfall.
Die Vorbereitung entscheidet: Vor einem schonenden Katheter-Eingriff prüft ein interdisziplinäres Herz-Team die Eignung jedes Patienten genau — unter anderem mit einer Ultraschall-Untersuchung über die Speiseröhre. Dieser Leitfaden erklärt, was dabei gemessen wird und welche Fragen Sie vorher stellen sollten. Ablauf der Voruntersuchung als Leitfaden sichern
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Voruntersuchungen ist das sogenannte Schluckecho, eine transösophageale Echokardiographie. Bei dieser Untersuchung wird eine Ultraschallsonde in die Speiseröhre eingeführt, was eine besonders detaillierte und nah am Herzen gelegene Bildgebung ermöglicht.
Auf Basis dieser Aufnahmen kann das Team die Anatomie der Herzklappe exakt vermessen und beurteilen, ob der Einsatz des Clips technisch möglich und medizinisch sinnvoll ist. Die Bündelung verschiedener Fachdisziplinen soll dabei eine fundierte Entscheidung für jeden einzelnen Patienten gewährleisten.

