Waymo-Robotaxi fÀhrt Kind an - Firma: Schlimmeres verhindert
29.01.2026 - 12:18:51Ein fahrerloses Robotaxi von Waymo hat in Kalifornien ein Kind angefahren und leicht verletzt - die Google-Schwesterfirma schÀtzt aber, dass die Software den Wagen stÀrker abbremste als ein Mensch in der Lage gewesen wÀre.
Nach Darstellung von Waymo war das Kind von einem hohen SUV verdeckt, bevor es auf die StraĂe vor das selbstfahrende Auto lief. Der Wagen habe das Tempo in einer Vollbremsung von rund 17 Meilen pro Stunde auf weniger als 6 Meilen pro Stunde gesenkt - also von gut 27 km/h auf unter 10 km/h. Nach Berechnungen eines Computer-Modells von Waymo wĂ€re auch ein aufmerksamer menschlicher Fahrer mit dem Kind kollidiert - allerdings noch mit einer Geschwindigkeit von etwa 14 Meilen pro Stunde (rund 22,5 km/h). Das zeige die VorzĂŒge des Systems fĂŒr die Verkehrssicherheit, argumentierte die Firma.
Ermittlungen
Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA leitete nach einer Meldung von Waymo eine Untersuchung ein. Das Unternehmen habe mitgeteilt, dass sich der Unfall in der NĂ€he einer Grundschule ereignet und das Kind leichte Verletzungen davongetragen habe. Die Behörde will nun unter anderem prĂŒfen, ob das Fahrzeug mit angemessener Vorsicht angesichts der NĂ€he zu einer Schule und Kindern unterwegs gewesen sei. Waymo hatte bereits die Software anpassen mĂŒssen, nachdem ein Fahrzeug dabei gefilmt wurde, wie es regelwidrig einen parkenden Schulbus umfĂ€hrt.Â
Waymo betont stets, Daten zeigten, dass Robotaxis der Firma sicherer als Menschen im StraĂenverkehr unterwegs seien. Aus den NHTSA-Unterlagen geht hervor, dass Waymo inzwischen schĂ€tzungsweise gut 3.000 Fahrzeuge hat. Sie fuhren bereits Millionen Kilometer auf öffentlichen StraĂen.
Konkurrenz mit Tesla
Waymo gilt als Nummer eins beim autonomen Fahren, doch Elon Musk will den von ihm gefĂŒhrten Elektroauto-Hersteller Tesla als MarktfĂŒhrer bei Robotaxis etablieren. Sein Ansatz ist umstritten: Musk will nur mit Kameras auskommen, ohne die unter anderem von Waymo eingesetzten Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Die meisten Experten und Rivalen beharren darauf, dass Kameras nicht verlĂ€sslich genug sind. Tesla will aber in diesem Jahr selbstfahrende Autos in rund einem halben Dutzend US-StĂ€dte auf die StraĂe bringen.
UnfÀlle bei Rivalen
Bisher wurden zwei folgenschwere UnfĂ€lle mit selbstfahrenden Autos bekannt. In San Francisco wurde eine Frau im Herbst von einem Auto mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor ein Robotaxi der General-Motors-Tochter Cruise geschleudert. Das selbstfahrende Auto konnte einen ZusammenstoĂ nicht mehr verhindern und die Frau blieb unter dem Cruise-Wagen stecken. Das Auto versuchte danach, an den StraĂenrand zu fahren und schleppte die Frau rund sechs Meter mit. Nach VertuschungsvorwĂŒrfen wurde das Cruise-Management ausgetauscht. Am Ende machte GM die Firma dicht.
Beim bisher einzigen tödlichen Unfall mit einem autonomen Auto ĂŒberfuhr ein Wagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber bei einer abendlichen Testfahrt im Bundesstaat Arizona eine Frau, die eine mehrspurige StraĂe ĂŒberquerte. Die Frau schob ein Fahrrad mit Einkaufstaschen am Lenkrad neben sich - und Untersuchungen zeigten, dass die Software nicht schnell genug reagierte, weil sie die Objekte zunĂ€chst nicht einordnen konnte. Uber gab die Entwicklung eigener Technik fĂŒr selbstfahrende Autos schlieĂlich auf.


