Nvidia steigert Umsatz um mehr als 70 Prozent
25.02.2026 - 23:15:13 | dpa.deDer KI-Boom lĂ€sst das GeschĂ€ft des Chipkonzerns Nvidia allen Zweiflern zum Trotz weiter explosiv wachsen. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 73 Prozent auf gut 68,1 Milliarden Dollar (57,7 Mrd Euro). Nvidia ĂŒbertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 20 Prozent. FĂŒr das laufende Vierteljahr stellte Nvidia den nĂ€chsten Sprung in Aussicht. Anleger lieĂ die Rekordjagd kalt.Â
Motor der KI-IndustrieÂ
Chipsysteme von Nvidia wurden zu einer SchlĂŒsseltechnologie fĂŒr die Entwicklung von Software mit KĂŒnstlicher Intelligenz. Sie werden sowohl fĂŒr das aufwendige Training von KI-Modellen fĂŒr Chatbots wie etwa ChatGPT eingesetzt - als auch beim Betrieb solcher Software. Die Nvidia-Ergebnisse sind damit zu einem Gradmesser fĂŒr den Zustand der KI-Industrie geworden.Â
Angst vor KI-Blase an der BörseÂ
Tech-Riesen wie Google und der Facebook-Konzern Meta sowie KI-Start-ups wie der ChatGPT-Erfinder OpenAI stecken gerade hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau ihrer Infrastruktur fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz. Es gibt Zweifel, ob diese gewaltigen Investitionen zurĂŒckverdient werden können. Nvidia profitiert jedoch unabhĂ€ngig davon schon heute von der Ausgabefreudigkeit: Ein groĂer Teil des Geldes flieĂt in Chips des Konzerns.Â
Ausblick ĂŒber ErwartungenÂ
Nvidia widerlegte die Zweifler nun erneut mit einer Prognose fĂŒr das laufende Vierteljahr, die ĂŒber den Erwartungen der Analysten liegt. Der Chipkonzern rechnet mit 78 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer möglichen Abweichung von zwei Prozent nach oben oder unten. Experten hatten im Schnitt mit einer Prognose von rund 73 Milliarden Dollar gerechnet.Â
Unterm Strich sprang der Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 94 Prozent auf knapp 43 Milliarden Dollar. Beim Ergebnis pro Aktie lag der Konzern ĂŒber den SchĂ€tzungen der Analysten. Einen Teil der hohen Gewinne investiert Nvidia in KI-Entwickler. In der Branche spricht man dabei von Kreislauf-Deals: Mit den Finanzspritzen kaufen die Entwicklerfirmen dann Halbleiter-Technik bei dem KI-Chip-Spezialisten.Â
Skeptische BörsenÂ
Nvidia-Chef Jensen Huang bekrĂ€ftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Computerwelt habe sich durch KĂŒnstliche Intelligenz verĂ€ndert und in Zukunft werde es nur noch mehr Nachfrage nach Rechenleistung geben - womit sich auch schon jetzt Geld verdienen lasse. Computer-KapazitĂ€ten fĂŒhrten zu Wachstum und dies wiederum bringe UmsĂ€tze. Finanzchefin Colette Kress sagte, Nvidia habe weiterhin Probleme, genug Chipsysteme produzieren zu lassen.Â
Anleger zeigten sich allerdings unbeeindruckt. Der Kurs der Nvidia-Aktie drehte im nachbörslichen Handel wĂ€hrend der Analystenkonferenz in Minus. Danach erholte sie sich und notierte kaum verĂ€ndert.Â
Weiter Unklarheit in ChinaÂ
Nach wie vor offen ist, wie es fĂŒr Nvidia in China weitergeht. Die US-Regierung erlaubt zwar wieder den Verkauf abgespeckter Chipsysteme mit der Bezeichnung H200 in das Land - fĂŒr eine saftige GebĂŒhr von 25 Prozent. Allerdings ist weiterhin unklar, ob die Regierung in Peking die dortigen Unternehmen diese Chips kaufen lĂ€sst. In den Prognosen von Nvidia wird deshalb immer noch kein potenzielles GeschĂ€ft in China berĂŒcksichtigt.Â
Speicher-Knappheit bremst Gaming-GeschĂ€ftÂ
Der rapide Ausbau der Rechenzentren sorgt gerade fĂŒr eine akute Knappheit bei Speicherchips - und das bremst wiederum das GeschĂ€ft von Nvidia mit Grafikkarten fĂŒr Gamer, mit denen der Konzern einst groĂ wurde. Im vergangenen Quartal verpasste die Sparte mit Erlösen von 3,73 Milliarden Dollar die Erwartungen von Analysten, die eher mit rund vier Milliarden Dollar gerechnet hatten.
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