Urheberrecht, Zeitungen

Urheberrecht: 400 Zeitungen klagen gegen Microsoft und OpenAI

28.06.2026 - 22:20:27 | boerse-global.de

Fast 400 US-Zeitungen reichen Sammelklage gegen Microsoft und OpenAI wegen Urheberrechtsverletzungen beim KI-Training ein.

Medien vs. KI: Fast 400 US-Zeitungen verklagen Microsoft und OpenAI
Urheberrecht - Stilisierter Hammer trifft Block, digitale Netzlinien verbinden Zeitungssymbole und Code, symbolisiert KI-Urheberrechtsklagen. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fast 400 US-Zeitungen ziehen vor Gericht – der Vorwurf: Systematischer Diebstahl urheberrechtlich geschützter Inhalte für KI-Training.

Verleger schließen sich zusammen

Die Klagewelle gegen die KI-Industrie erreicht eine neue Dimension. WEHCO Newspapers und die Arkansas Democrat-Gazette haben sich im Juni 2026 einer Sammelklage vor dem Southern District of New York angeschlossen. Insgesamt klagen nun knapp 400 Zeitungen gegen Microsoft und OpenAI. Der Vorwurf: Die Unternehmen hätten urheberrechtlich geschützte Artikel ohne Erlaubnis genutzt, um ihre KI-Modelle ChatGPT und Microsoft Copilot zu trainieren.

Die Kläger fordern eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Nutzung ihrer Inhalte, Schadensersatz sowie die Herausgabe der Gewinne, die durch die angeblichen Rechtsverstöße erzielt wurden. Der Fall reiht sich ein in eine Serie juristischer Auseinandersetzungen zwischen Medienhäusern und KI-Entwicklern weltweit.

New York Times verschärft Gangart

Parallel dazu hat die New York Times am 28. Juni 2026 ihre Klage gegen OpenAI und Microsoft verschärft. In einer ergänzten Beschwerde wirft das Blatt Microsoft vor, einen maßgeschneiderten Supercomputer gebaut zu haben – mit dem alleinigen Ziel, OpenAIs Urheberrechtsverletzungen zu ermöglichen. Die Trainingsinfrastruktur sei speziell darauf ausgelegt, große Sprachmodelle mit geschützten Werken zu füttern.

Die Times argumentiert, diese Praktiken hätten maßgeblich zum Anstieg des Microsoft-Aktienkurses beigetragen – die Klageschrift beziffert den Wertzuwachs auf rund eine Billion Euro. Die neue Klage folgt auf ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Mittäterschaft bei Urheberrechtsverletzungen. OpenAI hatte bisher stets auf die Fair-Use-Doktrin verwiesen. Die New York Times verlangt ebenfalls eine dauerhafte Unterlassungsverfügung und finanzielle Entschädigung.

KI erobert die Klassenzimmer

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Während vor Gericht gestritten wird, baut OpenAI seine Präsenz im Bildungssektor aus. Der Kern High School District im US-Bundesstaat Kalifornien hat Ende Juni 2026 einen Vertrag genehmigt: Bis zu 5.000 Mitarbeiter erhalten kostenlosen Zugang zu ChatGPT Edu.

Die Vereinbarung läuft vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2027. Lehrkräfte und Verwaltungspersonal dürfen die Plattform für Unterrichtsplanung, Recherche und Kommunikation nutzen – und das vollständig kostenfrei für den Bezirk. Der Deal markiert einen bedeutenden Schritt in den Bildungsmarkt, während Schulen zunehmend nach offiziellen Lösungen für den KI-Einsatz suchen.

Milliarden-Investitionen mit Fragezeichen

Microsoft treibt parallel den Ausbau der physischen Infrastruktur voran. Am 23. Juni 2026 ging der Fairwater-Campus in Mount Pleasant, Wisconsin, in den Vollbetrieb. Die Anlage kostete umgerechnet rund 6,8 Milliarden Euro und nutzt über 100.000 spezialisierte Grafikprozessoren sowie moderne Wasserkühlungssysteme. Die Trainingsleistung übertrifft ältere Systeme demnach um ein Vielfaches.

Doch Analysten mahnen zur Vorsicht. In einem Bericht vom 28. Juni 2026 warnten Experten von Jefferies vor einem möglichen Markteinbruch, falls die großen Technologiekonzerne und KI-Entwickler die erwarteten Renditen auf ihre Milliardeninvestitionen nicht liefern können.

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Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht Risiken. In einer aktuellen Analyse heißt es, die Finanzierung der KI-Infrastruktur über Unternehmensanleihen und sogenannte „Schattenkredite" berge Gefahren – insbesondere dann, wenn die erhofften wirtschaftlichen Gewinne ausbleiben.

Neue Regeln für die KI-Branche

Auch die Politik reagiert. Am 26. Juni 2026 wurde der parteiübergreifende Cloud Security Act eingebracht. Das Gesetz würde KI-Unternehmen verpflichten, möglichen Missbrauch ihrer Systeme zu überwachen und zu melden. Es folgt auf eine Reihe von Exekutivanordnungen der aktuellen US-Regierung, die den Export und die Markteinführung bestimmter leistungsstarker KI-Modelle einschränken.

Im kommerziellen Bereich stellt Microsoft derweil Copilot für Windows 11 auf eine neue Basis. Das Tool wird zur eigenständigen Anwendung, die über Microsoft-365-Updates ausgerollt wird. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 28 Euro pro Nutzer und Monat für Großkunden, kleinere und mittlere Unternehmen zahlen etwa 19,50 Euro. Aktuelle Updates integrieren zudem spezialisierte Finanzdaten von Anbietern wie Moody's und PitchBook in Excel Copilot – ein klarer Schritt, um professionelle Anwender gezielt anzusprechen.

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