US-Kongress, Pentagon

US-Kongress verbietet Pentagon chinesische Roboter ab sofort

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der US-Kongress untersagt dem Pentagon die Nutzung humanoider Roboter aus China, Russland und dem Iran. Hintergrund sind Spionageängste und die chinesische Marktdominanz.

US-Kongress verbietet Pentagon humanoide Roboter aus China
Hochmoderner humanoider Roboter in einem Labor, der industrielle Robotik und Sicherheitsbedenken repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Kongress verbietet dem Pentagon den Einsatz humanoider Roboter aus China, Russland und dem Iran. Das Gesetz ist Teil des neuen Verteidigungshaushalts.

Sicherheitsrisiko durch ferngesteuerte Maschinen

Der Streit um chinesische Robotertechnik erreicht eine neue Eskalationsstufe. Am 24. Juli 2026 verabschiedete das US-Repräsentantenhaus den National Defense Authorization Act (NDAA) – und darin steckt eine handfeste Kampfansage an Peking. Abschnitt 163 des Gesetzes verbietet dem Verteidigungsministerium künftig, humanoide Roboter aus China, Russland oder dem Iran zu beschaffen, zu leasen oder zu betreiben.

Die Regelung geht auf den umfassenderen GUARD Act zurück, der breitere Handelsbeschränkungen vorsieht. Zunächst aber konzentriert sich Washington auf die militärische Lieferkette. Der Grund: wachsende Angst vor Spionage und Datenmissbrauch.

Bereits am 22. Juli hatten Branchenvertreter vor einem Unterausschuss des Kongresses ausgesagt. Michael Robbins, CEO der Vereinigung für unbemannte Fahrzeugsysteme (AUVSI), warnte vor versteckten Hintertüren in chinesischen Plattformen. Seine Botschaft: „Diese Systeme könnten unbemerkt Daten abgreifen und übertragen."

Chinesische Übermacht – 80 Prozent Marktanteil

Die Gesetzesinitiative kommt nicht von ungefähr. Chinesische Hersteller dominieren den globalen Markt für humanoide Roboter mit erdrückender Mehrheit. Branchendaten zufolge lag ihr Anteil an den weltweiten Auslieferungen 2025 zwischen 80 und 90 Prozent.

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Ein Beispiel: Der chinesische Hersteller Unitree produzierte 2025 rund 5.500 humanoide Einheiten. Für 2026 peilt das Unternehmen bereits 20.000 Stück an. Zum Vergleich: Tesla brachte es im selben Zeitraum auf etwa 1.000 Optimus-Roboter, andere US-Entwickler auf durchschnittlich 150 Einheiten.

Der Grund für dieses Ungleichgewicht? Massive staatliche Subventionen. Zwischen 2024 und 2025 flossen umgerechnet über 20 Milliarden Euro an Fördermitteln in die chinesische Roboterbranche. Ein nationaler KI- und Robotikfonds, der mit umgerechnet rund 137 Milliarden Euro ausgestattet ist, treibt die Entwicklung zusätzlich an. Die Folge: Chinesische Modelle sind bereits ab umgerechnet rund 13.500 Euro zu haben. Ein Preis, den US-Hersteller ohne eigene Subventionen oder Schutzzölle kaum unterbieten können.

Forschung warnt vor pauschalen Verboten

Doch die geplanten Beschränkungen stoßen nicht überall auf Zustimmung. Der Maschinenlernforscher Eric Jang warnte am 23. Juli: Ein pauschales Verbot könnte die US-Forschung ausbremsen. Viele heimische Labore seien auf die günstige chinesische Hardware angewiesen. Seine Forderung: strengere Gesetze gegen Datenabfluss – aber keine Hardware-Verbote.

Das Pentagon hat bereits Konsequenzen gezogen: Unitree und andere Hersteller wurden offiziell als „chinesische Militärunternehmen" eingestuft. Der Grund: In bestimmten Roboterhunden soll eine versteckte Hintertür entdeckt worden sein, die Fernzugriff ermöglicht. Kameras und Sensoren könnten sensible Daten sammeln und an mit Peking verbundene Stellen weiterleiten.

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Weitere Handelsbeschränkungen in Planung

Doch der Militär-Bereich ist nur der Anfang. In Washington laufen bereits Gespräche zwischen dem Handelsministerium und Geheimdiensten über umfassendere Importkontrollen. Neue Lizenzpflichten oder erweiterte Handelsverbote durch das Bureau of Industry and Security (BIS) stehen im Raum.

Zwar machte China 2024 nur etwa vier Prozent der US-Importe von Industrierobotern aus – umgerechnet rund 30 Millionen Euro. Doch das rasante Wachstum des humanoiden Sektors hat Washington alarmiert. Unternehmen wie Agility Robotics unterstützen den GUARD Act und fordern: Die USA müssen in der Robotik die Führung behaupten.

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