Vegane, Ernährung

Vegane Ernährung: Freiburger Studie belegt keinen Anti-Aging-Effekt

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vier Wochen pflanzliche Kost veränderten Blut- und DNA-Marker, doch ein verjüngender Effekt ließ sich nicht nachweisen.
Nahaufnahme von frischem, rohem Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide auf einem steinernen Untergrund bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die molekularen Auswirkungen pflanzlicher Ernährung auf den menschlichen Körper stehen im Mittelpunkt einer Untersuchung des Universitätsklinikums Freiburg. Im Rahmen der Forschungsarbeit analysierten Wissenschaftler Blutproben von 48 gesunden Erwachsenen, um Veränderungen an rund 800.000 DNA-Methylierungsstellen zu erfassen.

Nach einer einwöchigen Phase mit einheitlicher Kost wurden die Probanden für vier Wochen randomisiert aufgeteilt: 24 Teilnehmer ernährten sich rein vegan, während die anderen 24 eine besonders fleischreiche Kost erhielten.

In der veganen Gruppe zeigten sich nach der vierwöchigen Intervention Veränderungen in Signalwegen, die für das Zellwachstum, den Stoffwechsel und die Zellreparatur relevant sind. Zudem dokumentierte die Blutanalyse immunologische Verschiebungen: Bei den vegan ernährten Teilnehmern traten weniger neutrophile Granulozyten und mehr CD4-T-Zellen auf.

Uneinheitliche Resultate bei epigenetischen Alterungsmarkern

Hinsichtlich der biologischen Alterung lieferte die Freiburger Untersuchung jedoch kein eindeutiges Bild. Zwar wiesen zwei epigenetische Alterungsuhren in Richtung eines niedrigeren biologischen Alters, eine dritte zeigte jedoch den entgegengesetzten Trend. Die beiden erstgenannten Effekte erwiesen sich zudem als statistisch nicht signifikant.

Nach einer statistischen Korrektur für die Vielzahl der durchgeführten Tests blieben bei den einzelnen DNA-Methylierungsunterschieden keine signifikanten Ergebnisse bestehen. Ein tatsächlicher Anti-Aging-Effekt ließ sich somit nicht belegen.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf den Körper befasst, sollte seine inneren Werte genau im Blick behalten. Dieser kostenlose Report erklärt verständlich, was Blutwerte wirklich über Ihre Gesundheit verraten und welche oft falsch interpretiert werden. Laborwerte-Selbstcheck: Jetzt kostenlos herunterladen

Fachleute verweisen in diesem Zusammenhang auf die begrenzte Aussagekraft der Daten: Neben der geringen Teilnehmerzahl von 48 Personen erfolgte der Vergleich lediglich mit einer explizit fleischreichen Kost. Auch Ernährungsexperte Uwe Knop merkte an, dass die Ergebnisse keinen Beweis für einen Verjüngungseffekt durch rein pflanzliche Kost liefern.

Bereits im August 2026 berichtete die Fachzeitschrift MedComm über eine Untersuchung mit 48 gesunden Erwachsenen, die über vier Wochen eine vegane mit einer fleischreichen, isokalorischen Ernährung verglich. Nach einem Monat zeigten sich dort ebenfalls Veränderungen der DNA-Methylierung sowie ein niedrigeres Verhältnis von Neutrophilen zu CD4+-T-Lymphozyten.

Anzeige

Blutanalysen liefern wichtige Erkenntnisse über Stoffwechsel und Zellreparatur, doch viele Patienten kennen die Bedeutung ihrer Daten nicht selbst. Vitalstoffexperte Dr. Fricke zeigt in seinem Gratis-PDF, wie Sie 10 entscheidende Werte richtig nutzen, um Ihre Vorsorge aktiv zu gestalten. Hier den kostenlosen 25-Seiten-Report sichern

Während die Alterungsmarker PhenoAge und GrimAge eine Verlangsamung der biologischen Alterung andeuteten, wies der Marker Blood&Skin in die entgegengesetzte Richtung. Eine stärkere Stilllegung von Genen in zellwachstums- und krebsbezogenen Signalwegen wurde beobachtet, ein Nachweis für ein sinkendes Krebsrisiko ergab sich daraus jedoch nicht.

Kontext weiterer Vergleichsstudien

Ergänzende Befunde lieferte eine im Journal BMC Medicine veröffentlichte Untersuchung der Stanford University mit 21 gleichgeschlechtlichen Zwillingspaaren im Alter von 39 Jahren.

Über einen Zeitraum von acht Wochen verglich die Studie eine vegane Ernährungsweise mit gesunder Mischkost. Bei den vegan lebenden Probanden sank das biologische Alter in den Bereichen Herz, Leber, Hormon-, Entzündungs- und Stoffwechselsystem signifikant.

Allerdings verlor die vegane Gruppe im Schnitt rund 2 kg mehr Gewicht – möglicherweise begünstigt durch eine um rund 200 kcal geringere tägliche Energiezufuhr in den ersten vier Wochen. Dieser Gewichtsverlust könnte die beobachteten Unterschiede zumindest teilweise erklären.

Forschende stufen die Resultate solcher Kurzzeitinterventionen übereinstimmend als vorläufig ein. Bei einer rein veganen Ernährung weisen Ernährungsexperten zudem regelmäßig auf potenzielle Risiken hin: Insbesondere die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitamin B12, Eisen und Zink erfordert eine sorgfältige Überwachung.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70404633 |