Venmo-Sammelklage, PayPal-Plattform

Venmo-Sammelklage: PayPal-Plattform gab Nutzerdaten an Tracker weiter

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Klage gegen Venmo, ein Datenleck bei Weverse und strengere Regeln zeigen die wachsenden Datenschutzrisiken digitaler Finanzdienste.

Venmo wegen Datenweitergabe verklagt – digitale Finanzwelt unter Druck
Ein leerer, modern gestalteter Büroflur mit polierten Betonböden und minimalistischer Architektur in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die zum Finanzdienstleister PayPal gehörende Bezahlplattform Venmo steht im Zentrum einer aktuellen Sammelklage. Den Berichten zufolge wird dem Unternehmen vorgeworfen, private Transaktionsdaten seiner Nutzer unbefugt an Drittanbieter-Tracker weitergegeben zu haben.

Dieser Vorfall unterstreicht die wachsende Sensibilität und die rechtlichen Risiken im Bereich des digitalen Datenschutzes, während weltweit Finanzinstitute und Plattformbetreiber mit Sicherheitsvorfällen und verschärften Regulierungen kämpfen.

Sicherheitslücken und Datenlecks bei digitalen Plattformen

Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen bei Venmo wurden in den vergangenen Tagen weitere schwerwiegende Sicherheitsvorfälle bekannt. Die Plattform Weverse, die zum südkoreanischen Unterhaltungskonzern HYBE gehört, bestätigte ein Datenleck, von dem nach aktuellem Stand 422.584 Konten betroffen sind. Die koreanische Internet- und Sicherheitsbehörde KISA hatte das Unternehmen Anfang September über eine Sicherheitslücke informiert.

Die abgeflossenen Daten umfassen interne Identifikationsnummern, Zahlungsarten, Informationen zu Zahlungs-Gateways sowie Kauf- und Erstattungsdetails. Laut Unternehmensangaben seien jedoch keine Namen oder Kreditkartennummern entwendet worden. Weverse reagierte mit einer Verschärfung der Zugriffskontrollen und kündigte rechtliche Schritte an. Es handelt sich bereits um den zweiten Vorfall dieser Art für das Unternehmen im Jahr 2026.

Verbraucherstudien belegen tiefes Misstrauen bei der Datensicherheit

Die Skepsis der Nutzer gegenüber digitalen Bezahlsystemen wird durch aktuelle Marktstudien untermauert. Eine Untersuchung von Ant International und S&P Global unter 6.000 Verbrauchern in neun Märkten zeigt, dass Sicherheitsaspekte die größte Hürde für die Akzeptanz darstellen. Demnach äußerten 62 Prozent der Befragten Bedenken hinsichtlich der Transaktionssicherheit, während 43 Prozent explizit den Datenschutz als Problem anführten.

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Obwohl digitale Wallets, insbesondere in Märkten wie Singapur, eine hohe Verbreitung finden und 63 Prozent der Reisenden mobile Zahlungen nutzen, bleibt die Integration moderner Technologien zögerlich. Während 81 Prozent der Befragten KI-Tools für die Reiseplanung einsetzen, nutzen lediglich 26 Prozent diese Technologie für Zahlungsabwicklungen.

Regulatorischer Druck und neue Zertifizierungsstandards

Angesichts der Bedrohungslage investieren Finanzinstitute verstärkt in verifizierbare Sicherheitsstandards. Die Bank of the Philippine Islands (BPI) erhielt als erste Universalbank des Landes eine duale ISO-Zertifizierung der BSI Group. Diese umfasst sowohl die Informationssicherheit nach ISO/IEC 27001:2022 als auch den Datenschutz nach ISO/IEC 27701:2019. Die Zertifizierung deckt Kernbereiche wie Online- und Mobile-Banking sowie das Transaktionsbanking ab.

In Europa verschärfen Aufsichtsbehörden unterdessen die Durchsetzung bestehender Regeln. Die polnische Behörde UOKiK erließ Verpflichtungsentscheidungen gegen mehrere Institute, darunter die Alior Bank, mBank, BNP Paribas Bank Polska und die Bank Millennium. Hintergrund ist die mangelhafte Umsetzung der EU-weiten D+1-Erstattungsregel bei Betrugsfällen.

Die Behörde stellte klar, dass eine technische Authentifizierung nicht mit einer rechtlichen Autorisierung gleichzusetzen sei und Banken zur Erstattung innerhalb eines Geschäftstages verpflichtet sind, sofern kein grob fahrlässiges Verhalten des Kunden vorliegt.

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Strengere Überwachung von Krypto-Dienstleistern

Auch im Bereich der Kryptowerte und Remittance-Dienste ziehen Regulierungsbehörden die Zügel an. Die australische Behörde AUSTRAC entfernte im vergangenen Jahr 45 Unternehmen aus ihren Registern für Anti-Geldwäsche-Compliance.

Gründe hierfür waren Inaktivität, Insolvenzen oder erhöhte Geldwäscherisiken. Ein prominentes Beispiel ist der Anbieter GetCoins, dessen Registrierung bereits im Juni annulliert wurde, obwohl das Unternehmen weiterhin mit seiner Einschreibung warb.

Die philippinische Zentralbank (BSP) plant unterdessen ein 12-monatiges Moratorium für neue Registrierungen von Zahlungsdienstleistern (OPS). Ein Entwurf sieht zudem strengere Regeln für Kryptozahlungen vor, die direkte Verträge mit regulierten Anbietern und eine erweiterte Sorgfaltspflicht vorschreiben. Diese Maßnahmen sollen die Stabilität des digitalen Finanzsystems gewährleisten und Betrugsprävention innerhalb von 24 Stunden ermöglichen.

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