Vera, Rubin

Vera Rubin: NVIDIA startet Massenproduktion für OpenAI

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NVIDIA startet Massenfertigung der KI-Plattform Vera Rubin. OpenAI plant den Großeinsatz der NVL72-Systeme ab dem dritten Quartal 2026.

NVIDIA Vera Rubin: Massenproduktion gestartet, OpenAI als Kunde
Nahaufnahme von KI-Serverhardware in einem Rechenzentrum mit fortschrittlicher Kühltechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Chip-Riese schaltet in den Produktionsmodus – und OpenAI gehört zu den ersten Kunden.

NVIDIA hat seine neue KI-Plattform Vera Rubin in die Massenproduktion überführt. Schon im dritten Quartal 2026 will OpenAI die leistungsstarke NVL72-Systemarchitektur im großen Maßstab einsetzen. Erste Testeinheiten gingen bereits im Mai an Kunden wie Anthropic, SpaceXAI und Oracle Cloud Infrastructure.

Globale Produktion auf Hochtouren

Die Fertigung der neuen Architektur läuft seit Juni 2026. Dahinter steht ein Netzwerk aus über 350 Fabrikstandorten in 30 Ländern. NVIDIA hat dafür mehr als 300 globale Partner gewonnen. Das Unternehmen gibt an, dass die Kapazität bei bis zu 1.000 Vera-Rubin-Racks pro Tag liegt. Sollte dieses Tempo halten, könnte es die Quartalsumsätze massiv nach oben treiben.

Allerdings warnen Branchenbeobachter vor möglichen Engpässen – insbesondere bei der HBM4-Speicherversorgung und den Fertigungskapazitäten. Die Schätzungen für die Rubin-Auslieferungen 2026 schwanken daher zwischen 250.000 und 1,3 Millionen Einheiten, abhängig vom Komponententyp. Der prognostizierte Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr liegt bei rund 393 Milliarden Euro – ein Plus von 82 Prozent.

Leistungssprung bei KI-Workloads

Das Vera Rubin NVL72-System kombiniert 72 Rubin-GPUs mit 36 Vera-CPUs. Die Leistungssteigerung gegenüber der Vorgängergeneration Grace Blackwell ist enorm. CoreWeave ermittelte bei Benchmarks mit dem DeepSeek-R1-Modell eine Verzehnfachung des Token-Durchsatzes pro Megawatt. Die Kosten pro Million Token sanken um 90 Prozent.

Die Vera-CPU selbst ist ein Spezialist: Mit 88 eigenen Olympus-Kernen wurde sie gezielt für agentische KI-Workloads entwickelt – nicht für allgemeine Rechenaufgaben. Benchmarks von DeepInfra zeigen, dass sie bei der Orchestrierung doppelt so schnell arbeitet und 60 Prozent mehr gleichzeitige KI-Agenten unterstützt. Die Speicherbandbreite liegt bei 1,2 TB/s, die Speicherlatenz ist 40 Prozent niedriger als bei konkurrierenden Chiplet-Designs. Der NVLink-6-Interconnect liefert mit 260 TB/s mehr als die doppelte Durchsatzrate früherer Standards.

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Europäische Infrastruktur und strategische Partnerschaften

Die Cloud-Anbieter rüsten auf. Google Cloud hat bereits A5X-Instanzen auf Vera-Rubin-Basis eingeführt. Noch bedeutender für den deutschen Markt: Microsoft und Mistral haben ein milliardenschweres Abkommen geschlossen. Gemeinsam wollen sie eine europäische KI-Infrastruktur aufbauen, die auf zehntausenden Vera-Rubin-GPUs basiert. Mistral-Modelle werden zudem in der Microsoft-Foundry-Umgebung verfügbar sein.

Ein Wermutstropfen bleibt: Aufgrund der US-Exportkontrollen ist NVIDIA vom chinesischen Rechenzentrumsmarkt weitgehend ausgeschlossen. Weltweit liefert das Unternehmen dagegen an Partner wie Meta, Dell und Tesla.

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Flüssigkühlung und effiziente Fertigung

Die hohe Leistungsdichte der KI-Cluster erfordert ausgeklügelte Kühlung. Die Vera-Rubin-Racks setzen auf 45°C-Flüssigkühlung. Das spart rund 15 Millionen Liter Wasser pro Megawatt und Jahr. Die Stromversorgung erfolgt über eine 800-Volt-Gleichstrom-Seitenkonfiguration, die Rack-Leistungen zwischen 190 und 230 kW abdeckt.

Auch die Montage wurde optimiert: Dank einer kabellosen Tray-Architektur können einzelne Recheneinheiten nun robotergestützt in etwa einer Minute zusammengebaut werden. Ein Fortschritt, der die Produktion deutlich reibungsloser macht als bei der Vorgängergeneration Blackwell.

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