Vera, Rubin

Vera Rubin: NVIDIA stellt lüfterlose Supercomputer-Plattform vor

23.06.2026 - 00:29:27 | boerse-global.de

NVIDIA präsentiert mit Vera Rubin eine lüfterlose Kühltechnologie, die Stromkosten in Rechenzentren massiv reduzieren und den Wasserverbrauch senken soll.

NVIDIA Vera Rubin: Lüfterlose Flüssigkeitskühlung senkt Rechenzentrumskosten
Vera - A futuristic server room featuring glowing blue liquid cooling tubes intertwined with sleek, dark server racks, emphasizing green AI supercomputing. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-Chipkonzern setzt mit seiner neuen Plattform auf komplett lüfterlose Flüssigkeitskühlung und will den Energieverbrauch von Rechenzentren drastisch senken.

Die Ankündigung auf der ISC 2026 in Hamburg markiert einen Wendepunkt für die Branche: NVIDIAs neue Vera Rubin-Generation kommt ohne herkömmliche Lüfter aus und setzt stattdessen auf einen geschlossenen Flüssigkeitskreislauf. Das Ziel: die massive Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks großer Rechenzentren.

Kühlung als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Anzeige: Wer die Vera-Rubin-Ankündigung für sein Rechenzentrum bewerten will, findet in diesem Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von der Checkliste für den Umstieg bis zum Kostenrechner für Ihr Einsparpotenzial. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern

Das Herzstück der neuen Plattform ist ein Kühlsystem, das zu 75 Prozent aus Wasser und zu 25 Prozent aus Propylenglykol besteht. Entscheidend ist die hohe Eingangstemperatur von 45 Grad Celsius – ein Wert, der den Einsatz energieintensiver mechanischer Kühlsysteme überflüssig macht.

Der Hintergrund: Aktuell verschlingt die Kühlung bis zu 40 Prozent des Stroms in Rechenzentren. Jedes Grad mehr bei der Betriebstemperatur spart rund vier Prozent der Kühlkosten. In einer 50-Megawatt-Anlage summiert sich das auf Einsparungen von über vier Millionen Euro pro Jahr.

NVIDIAs Nachhaltigkeitschef Josh Parker betont einen weiteren Vorteil: „Das geschlossene System reduziert den Frischwasserverbrauch nahezu vollständig." Die Effizienz hängt zwar vom lokalen Klima ab, doch Microsoft-Vertreter sehen in der Technologie das Potenzial, mechanische Kühlung in den meisten Regionen überflüssig zu machen.

Leistungssprung für Wissenschaft und KI

Die technischen Daten der Vera Rubin-Plattform können sich sehen lassen: Jeder Rack unterstützt bis zu 144 GPUs und liefert über sieben Exaflops KI-Leistung sowie fünf Petaflops native FP64-Leistung. Damit ist die Plattform speziell für wissenschaftliche Forschung und anspruchsvolle KI-Workloads ausgelegt.

Dell Technologies hat zeitgleich den PowerEdge XE8812-Server vorgestellt – ein lüfterloses, flüssigkeitsgekühltes System, das auf der Vera Rubin NVL4-Architektur basiert. Mit 50 Prozent mehr Speicher pro Socket und GPU-Speicher im Vergleich zu Vorgängergenerationen soll der Server ab Anfang 2027 verfügbar sein. Auch Bull, Gigabyte, HPE und Supermicro arbeiten an Rubin-basierten Systemen, die bereits im vierten Quartal 2026 erwartet werden.

Internationale Forschungsprojekte im Fokus

Die neue Architektur findet bereits ihren Weg in bedeutende Wissenschaftsprojekte. Das Los Alamos National Laboratory setzt die Vera-CPU für seine neuen Supercomputer Mission, Vision und Veritas ein. Das für 2027 geplante Mission-System ist für nationale Sicherheitsanwendungen vorgesehen. Laut Labor liefert die Vera-CPU bei KI-Agent-Workloads die siebenfache Leistung und bei Simulationen die dreifache Leistung im Vergleich zu x86-basierten Systemen.

Anzeige: Kühlung verschlingt bis zu 40% Ihres Rechenzentrum-Stroms. Mit NVIDIAs neuer lüfterloser Plattform und 45°C-Eingangstemperatur können Sie mechanische Kühlung überflüssig machen – und über 4 Mio. Euro pro Jahr sparen. Dieser Leitfaden zeigt den konkreten Fahrplan. Einsparpotenzial jetzt berechnen

In Europa entstehen derzeit 35 neue KI-Supercomputer in 23 Ländern, darunter der Blue Swan in Bayern, IT4LIA in Italien und HammerHAI in Stuttgart. Der Exascale-Rechner JUPITER am Forschungszentrum Jülich erzielte kürzlich Durchbrüche in der Hirnforschung, Klimamodellierung und 6G-Forschung – mit bestehender NVIDIA Grace Hopper-Hardware.

Markt reagiert positiv

Die Ankündigung der Vera Rubin-Plattform und ihrer Hardware-Partner ließ die Aktienkurse steigen: Super Micro Computer legte um elf Prozent zu, Dell Technologies um fünf Prozent. Die Zahlen untermauern den Trend: Dell verzeichnete einen deutlichen Jahresanstieg der KI-Server-Umsätze, Super Micro meldete ein robustes Auftragsbuch und ein starkes Quartalswachstum.

de | wissenschaft | 69606535 |