Vera-Rubin-Plattform, NVIDIA

Vera-Rubin-Plattform: NVIDIA verzehnfacht KI-Durchsatz pro Energieeinheit

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 04:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NVIDIA präsentiert die Vera-Rubin-Plattform mit massiven Leistungssprüngen für KI. Microsoft plant europäisches Rechenzentrum mit zehntausenden Rubin-GPUs.

NVIDIA Vera-Rubin-Plattform: Neue Ära der KI-Infrastruktur
Hochtechnologie-Serverrack für KI mit GPU- und CPU-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

NVIDIA stellt die nächste Generation seiner KI-Infrastruktur vor – mit enormen Leistungssteigerungen.

Der Chipkonzern präsentierte Anfang dieser Woche die Vera-Rubin-Plattform, die speziell für die wachsenden Anforderungen von Künstlicher Intelligenz, sogenannter „agentic AI“ und großflächigen Inferenz-Workloads entwickelt wurde. Das System kombiniert neue GPUs, CPUs und Netzwerk-Hardware und befindet sich bereits in der Produktionsphase mit Cloud-Partnern wie Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und CoreWeave. Mehr als 350 Fabrikstandorte weltweit sollen die Produktion im Laufe des Jahres 2026 stemmen.

Für Europa besonders relevant: Microsoft hat im Rahmen einer milliardenschweren Partnerschaft mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral den Aufbau einer europäischen KI-Infrastruktur angekündigt, die auf zehntausenden Vera-Rubin-GPUs basiert. Das unterstreicht die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der neuen Plattform.

Rubin GPU und Speicherarchitektur

Die Rubin-GPU setzt auf 336 Milliarden Transistoren im 3-nm-Verfahren von TSMC. Sie verfügt über 224 Streaming-Multiprozessoren und 896 Tensor Cores. Ein zentraler Fortschritt: 288 GB HBM4-Speicher mit einer Bandbreite von 22 TB/s, realisiert über acht 12-Hi-Stapel.

Das Herzstück ist eine dritte Generation des Transformer Engine, das bis zu 50 Petaflops NVFP4-Inferenzleistung liefert. Für sogenannte Mixture-of-Experts-Modelle (MoE) hat NVIDIA den Tensor Memory Accelerator (TMA) mit Inline-Descriptor-Updates optimiert. Weitere Verbesserungen umfassen verdoppelten K-Dimension-Durchsatz sowie Aktivierungssparsity mit adaptiver Kompression. Laut NVIDIA erreicht die Rubin-GPU damit das Zehnfache des agentischen Durchsatzes pro Energieeinheit im Vergleich zur Vorgängergeneration Blackwell.

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Der Vera CPU und Olympus Core

NVIDIAs neuer Vera-Prozessor soll traditionelle x86-Chips in KI-lastigen Umgebungen ersetzen. Der Chip besitzt 88 eigens entwickelte Olympus-Kerne mit 176 Hardware-Threads, unterstützt durch einen 164 MB großen einheitlichen L3-Cache und 2 MB L2-Cache pro Kern.

Benchmarks zeigen: Der Vera-CPU bietet eine 1,9-fache Verbesserung der agentischen Leistung und eine sechsfach niedrigere Latenz im Vergleich zu aktuellen x86-Architekturen. In SPEC-CPU-2026-Tests soll er AMDs EPYC Turin um rund 100 Prozent übertreffen. Der Vera-CPU nutzt SOCAMM2-LPDDR5X-Module und erreicht bis zu 1,2 TB/s Speicherbandbreite sowie eine Gesamtkapazität von 1,5 TB. Die Anbindung an die GPU erfolgt über eine NVLink-C2C-Schnittstelle mit 1,8 TB/s.

Systemintegration auf Rack-Ebene

Das Vera-Rubin-NVL72-Racksystem vereint 72 Rubin-GPUs und 36 Vera-CPUs. Die Vernetzung übernimmt die sechste Generation von NVLink mit 3,6 TB/s pro GPU und einer Rack-Gesamtbandbreite von 260 TB/s.

NVIDIA hat zudem das physikalische Design optimiert: Die Compute-Trays kommen ohne interne Kabel, Lüfter und Kühlschläuche aus. Stattdessen ermöglichen Haltearme einen schnellen Hardwaretausch. Die Kühlung erfolgt als 45-Grad-Celsius-Flüssigkeitskühlung im geschlossenen Kreislauf. Laut Hersteller spart diese Methode im Vergleich zu herkömmlicher Kühlung etwa 4 Millionen Gallonen Wasser pro Megawatt und Jahr – umgerechnet rund 15 Millionen Liter (Anm.: 1 US Gallone = 3,785 Liter). Zudem erlaubt die dynamische Leistungsoptimierung den Einsatz von 40 Prozent mehr GPUs innerhalb der gleichen Stromaufnahme.

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Netzwerk und Branchenpartnerschaften

Die Spectrum-X-Netzwerkplattform wurde für die Vera-Rubin-Ära grundlegend erneuert. Der neue Spectrum-6-Ethernet-Switch bietet eine Kapazität von 102,4 Tb/s – doppelt so viel wie die Vorgängergeneration. Dazu kommen die 1,6 Tb/s ConnectX-9 SuperNIC und der BlueField-4-DPU.

In Benchmarks von CoreWeave mit dem Modell DeepSeek-R1 lieferte das Vera-Rubin-NVL72 zehnmal mehr Tokens pro Sekunde und Megawatt als das Grace-Blackwell-NVL72. Der Netzwerkumsatz von NVIDIA erreichte im jüngsten Quartal rund 10 Milliarden Euro (11 Milliarden US-Dollar) – ein Anstieg von 263 Prozent im Jahresvergleich.

Neben Microsoft haben auch Tesla, SpaceXAI und Nebius bereits erste Verpflichtungen für die neuen Plattformen Spectrum-6 und Rubin bekannt gegeben. Die Nachfrage nach Hochleistungs-KI-Infrastruktur scheint ungebrochen.

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