Vermögensaufbau: Gender Gap beim Immobilienkauf – 41% vs. 29%
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klassische Sparmodelle geraten durch Inflation und Marktvolatilität unter Druck, während alternative Ansätze wie die FIRE-Bewegung in den Fokus rücken.
FIRE-Modell: Finanzielle Freiheit trotz hoher Immobilienpreise
Experten sehen die finanzielle Unabhängigkeit als erreichbares Ziel – selbst bei gestiegenen Immobilienpreisen. Grant Sabatier, der sein Nettovermögen in fünf Jahren von nahezu null auf über eine Million Dollar steigerte, betonte Mitte Juli: Das Internet und flexible Arbeitsmodelle ebnen den Weg. Der Vermögensaufbau werde durch Nebenverdienste und globalen Marktzugang vereinfacht.
In sozialen Medien plädieren Finanzmarktakteure für „Money-Maxxing“. Dabei steht der langfristige Vermögensaufbau durch Mieteinnahmen im Vordergrund – nicht kurzfristiger Konsum oder Investitionen in Selbstdarstellung.
Gender Gap beim Immobilienkauf: Frauen hinken hinterher
Trotz theoretischer Zugänglichkeit bestehen erhebliche Unterschiede. Eine Umfrage des Finanzvermittlers Dr. Klein zeigt: Nur 29 Prozent der Frauen erwerben allein eine Immobilie, bei Männern sind es 41 Prozent. Hauptgründe sind geringeres Einkommen, weniger Eigenkapital – und vor allem Defizite beim Finanzwissen. 42 Prozent der befragten Frauen gaben an, zu wenig zu wissen, bei Männern sind es 32 Prozent.
Fachleute fordern einen frühzeitigen Einstieg in die Finanzbildung. Die Sparkasse Duisburg startete Mitte Juli ein Projekt mit einem mobilen Lernbus. Der umgebaute Doppeldecker mit sieben interaktiven Stationen soll Schülern grundlegende Finanzkompetenzen vermitteln. Vorstandschef Dr. Joachim Bonn unterstrich die Notwendigkeit, ökonomisches Wissen praxisnah im Schulalltag zu verankern.
Wer Immobilien als Baustein für die finanzielle Freiheit nutzt, sollte auch bei der Nachlassregelung frühzeitig die Weichen stellen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet geprüfte Vorlagen und wertvolle Tipps, um das aufgebaute Vermögen rechtssicher abzusichern. Berliner Testament & Erbschaftstipps kostenlos anfordern
Steuerdebatte: Erbschaften und Vermögensabgaben
Innerhalb der SPD wurden im Juli Forderungen nach einer Wiedereinführung der Vermögensteuer laut. Der SPD-Politiker Lars Klüssendorf schlug eine jährliche Abgabe von einem Prozent für Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Sein Kollege Tim Klüssendorf ergänzte: Freibeträge von fünf Millionen Euro für Unternehmen und eine Million Euro für Privatpersonen.
Parallel dazu bestätigte das Landessozialgericht Baden-Württemberg am 19. Juli: Eine Erbin mit über 1,2 Millionen Euro Vermögen hat keinen Anspruch auf Bürgergeld.
Zur Steueroptimierung bei Immobilienübertragungen raten Fachleute zur Nutzung von Freibeträgen. Eltern können alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei an ihre Kinder übertragen. Auch Kettenschenkungen, Wohnrechte oder der Vorbehaltsnießbrauch mindern den steuerpflichtigen Wert.
Neben Freibeträgen bei Schenkungen spielen Abschreibungen eine zentrale Rolle, um die Steuerlast von Immobilienbesitzern und Unternehmern effektiv zu senken. Ein gratis Leitfaden erklärt verständlich, wie Sie die degressive AfA und Sonderabschreibungen für Ihren Vermögensaufbau optimal nutzen. Kostenlosen Leitfaden 'Abschreibung von A-Z' herunterladen
Altersvorsorge: Kapitalmarkt als Rettungsanker?
Die Notwendigkeit privater Vorsorge wird durch die prekäre Lage der gesetzlichen Rente unterstrichen. Linken-Abgeordneter Dietmar Bartsch warnte im Juli vor einer drohenden „Armutsrente“ – besonders in Ostdeutschland. Dort liegt das Einkommen von 54 Prozent der Vollzeitbeschäftigten unter der Grenze, die für eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus nötig wäre.
Die Bundesregierung plant ab 2028 eine kapitalgedeckte Komponente. Für die Verwaltung der Mittel – bis 2031 rund 30 Milliarden Euro jährlich – bewerben sich verschiedene Institutionen. Der Staatsfonds Kenfo erzielte seit 2017 eine Rendite von 5,8 Prozent pro Jahr, die Bundesbank bei der Versorgungsrücklage 4,8 Prozent. Wirtschaftsweise mahnten: Renditeschwache Fonds wie der Pflegevorsorgefonds mit nur rund zwei Prozent Verzinsung seien kein geeignetes Vorbild.
Unternehmer Mark Cuban brachte einen internationalen Vorschlag ein: Steuerliche Anreize für Firmen, die Aktien an alle Angestellten ausgeben. So soll die Teilhabe am Produktivkapital steigen und Vermögensungleichheit bekämpft werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
